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Frank Williams, der eiserne General (Nachruf)

Daniel Reinhard
30.11.2021

Frank Williams (© Daniel Reinhard)

Sir Frank Williams, auch "der eiserne General" genannt, ist am vergangenen Sonntag, den 28. November 2021, im Alter von 79 Jahren verstorben. Sein F1-Team zählt zu den erfolgreichsten in der Geschichte des Grand-Prix-Sports. Bis dato errang Williams 114 GP-Siege, 128 Pole-Positionen, 7 Fahrer- und neun Konstrukteurstitel.

F1-Chef Stefano Domenicali ehrte Frank Williams: "Er war ein wahrer Gigant unseres Sports, der die grösstmöglichen Herausforderungen im Leben annahm und sie bestand. Er hat jeden Tag gekämpft, um auf und abseits der Rennstrecke zu gewinnen."

Frank wurde am 16.4.1942 im englischen South Shields geboren. Er wuchs als Sohn eines Offiziers der Luftwaffenstreitkräfte auf und begeisterte sich früh für den Motorsport. Er begann mit dem Verkauf und Handel von Rennwagenzubehör, gründete Mitte der Sechzigerjahre sein eigenes Rennteam und zog damit zuerst in die Formel 3 und danach in die Formel 2 ein.

Schwere Rückschläge zeichneten sein Leben. Es begann mit dem Tod von Piers Courage beim Grand Prix der Niederlande 1970. Frank verlor nicht nur einen Rennfahrer, sondern auch einen Freund.

Sein erstes F1-Team gründete Williams mit dem Austro-Kanadier Walter Wolf, nachdem er seine Autos in den Jahren zuvor in den unteren Rennklassen eingesetzt hatte. Geldsorgen brachten ihn zu einer Zusammenarbeit mit Wolf, die aber nicht in seinem Sinne verlief. Für etwas Geld rannte er auch schon mal nackt um eine Kirche. Er gründete zusammen mit seinem Freund und langjährigen späteren technischen Leiter Patrick Head ein neues Team und meldete sich 1978 in der F1 zurück.

Bereits 1979 holte der Schweizer Clay Regazzoni in Silverstone den ersten Sieg für das noch junge Team. 1980 wurde das F1-Team Williams dann mit Alain Jones zum ersten Mal Weltmeister. Mit Keke Rosberg, Nelson Piquet, Nigel Mansell, Alain Prost, Damon Hill und Jacques Villeneuve gewann das Williams-Team sechs weitere Titel. Seinen letzten Sieg holte Aussenseiter Pastor Maldonado 2012 in Spanien und den letzten Podestplatz des Teams gab es noch dieses Jahr in Spa-Francorchamps, als George Russell als Zweiter auf dem Podest stand, was Frank noch am Fernseher miterleben durfte.

1986 kam es zu einem zweiten herben Rückschlag, als Frank gemeinsam mit Peter Windsor von Testfahrten in Le Castellet zum Flughafen fahren wollte und einen schweren Autounfall erlitt, der ihn als Tetraplegiker in den Rollstuhl verbannte. Seine Liebe zum Rennsport war so gross, dass er sein Team trotz seiner schweren Behinderung erfolgreich weiterführte.

Frank Williams im Rollstuhl (© Daniel Reinhard)

1994 folgte dann die dritte Tragödie, als am 1. Mai in Imola Ayrton Senna im Williams tödlich verunglückte. Seit jenem traurigen Unfall fährt jedes Williams-Auto mit einem Senna-Logo auf der Nase.

1999 wurde er von Königin Elisabeth ll. für seine Verdienste um den britischen Motorsport zum Knight Bachelor geschlagen und zum 50-jährigen Jubiläum als Teamchef wurde er von Sir Lewis Hamilton in Silverstone in einem AMG Mercedes S63 um den Kurs chauffiert. Hamilton meinte zu ihm, dass er den Auftrag hätte, ihn doch behutsam um die Strecke zu fahren, worauf Frank meinte: "Soll das ein Witz sein." Nachher sagte er zu Lewis: "Das hat sehr, sehr grossen Spass gemacht. Ziemlich unvergesslich, muss ich sagen, ziemlich unvergesslich. Diese Erinnerung wird in meinem Gehirn sehr lange weiterleben, Lewis."

Nach einer ihn schwächenden Lungenentzündung übergab er im Jahr 2012 das Zepter an seine Tochter Claire. Finanzielle Probleme führten 2020 zum Verkauf an Dorilton Capital.

In der Erklärung des Teams las man am Sonntag: "Sir Frank war eine wahre Legende und Ikone unseres Sports. Sein Tod markiert das Ende einer Ära für unser Team und für den F1-Sport. Seine Werte wie Integrität, Teamwork, Unabhängigkeit und Entschlossenheit bleiben der Kern unseres Teams und sind sein Vermächtnis, ebenso wie der Name der Familie Williams, unter dem wir mit Stolz Rennen fahren."

Aus Schweizer Sicht gesehen, sassen zwei Eidgenossen in einem seiner Cockpits. Nicht alle wissen, dass auch Jo Vonlanthen 1975 für Frank Williams fuhr. Leider aber mit schwer unterlegenem Material und noch mit falscher Altersangabe startete er zum GP Österreich. Jo hatte Angst um das Cockpit, wenn er sein wahres Alter bekanntgeben würde. Vonlanthen reiste in einem Subaru zum Rennen und wurde prompt von seinem Arbeitgeber dafür verhöhnt. "Was du fährst einen ‘Japser’, um Himmels Willen, das würde ich nie machen."
Jahre später gewann Williams bekanntlich mit Honda-Motoren die Weltmeisterschaft und wurde privat in einem Honda chauffiert. Clay Regazzoni errang zwar den ersten Sieg für ihn, doch die Freude hielt sich in Grenzen, da man damals doch lieber Alan Jones als Sieger gesehen hätte.

Jenes Rennen in England war übrigens 1979 mein erster Grand-Prix-Einsatz ohne die Unterstützung meines Vaters. 552 weitere sollten darauf noch folgen. Eng zusammenarbeiten konnte ich mit dem Williams-Team in den Jahren mit BMW (2000-2005), aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden …

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Vergessene Filmautos: Mercedes-Benz SL aus Columbo – wenn der Schein trügt

Paul Krüger
29.11.2021

Mercedes-Benz 560 SL – Ruhe sanft, Mrs. Columbo

Inspektor Columbo und sein Peugeot 403 sind untrennbar miteinander verbunden. Doch beinahe ebenso sicher fährt der Mörder einen Mercedes-Benz SL der Baureihe 107. Denn in jeder zweiten Folge rollt einer der Stuttgarter Sportwagen durchs Bild – zumindest in der Erinnerung. Wenn man es dann einmal genau wissen will und Folge für Folge durchgeht, stellt man fest: nur in bescheidenen vier Episoden fährt der Verbrecher 107er-SL.

In "Playback" (1975) steuert Oskar Werner einen ahorngelben 450 SL mit geschmacklich höchst fragwürdigen Drahtspeichenrädern. Eine Folge später sitzt George Hamilton in "Der Schlaf, der nie endet" ebenfalls in einem 450er, allerdings in Dunkelblau 904 und mit den originalen Blech-Radkappen. In "Mord in eigener Regie" (1978) bekommt Trish van Devere ihren astralsilbernen 450 SL mit rotem Leder sogar vom späteren Opfer geschenkt. Den einzigen modellgepflegten 107er fährt Helen Shaver 1990 in "Ruhe sanft, Mrs. Columbo": einen signalroten 560 SL mit safranfarbenen Polstern.

Mercedes-Benz 450 SL – Der Schlaf, der nie endet

Immerhin: genauso oft sitzt auch das spätere Opfer im Super-Leicht-Benz, manchmal sogar im selben wie die Mörder eine Folge zuvor, da die Produktionsfirma nicht alle vier Wochen einen neuen Wagen kaufen konnte. Hier ist der SL-Auftritt natürlich um einiges kürzer, da der Fahrer im späteren Verlauf des Films aus bekannten Gründen nicht mehr autofahren kann. Warum sich die 107er-Quote in der Erinnerung trotzdem weit höher anfühlt? Vielleicht weil die Stuttgarter Sternenmarke auch sonst mit zwei W108, zwei Heckflossen-Cabrios, einem Pagoden-SL, einem 190 SL einem SEC und sogar einem Adenauer gut vertreten ist, aber der ewige 107er unter ihnen mit Abstand der häufigste war.

Natürlich gehen sie auch in Los Angeles mit der Zeit: 1991 wechselt Dabney Coleman in "Tödliche Liebe" auf einen R129 500 SL; ebenso wie William Shatner zwei Jahre später in "Todesschüsse auf dem Anrufbeantworter". Und natürlich war auch der letzte "Dienstwagen" eines Mörders ein SL: in "Die letzte Party" von 2003 fährt Matthey Rhys einen brandneuen SL 55 AMG der Baureihe R230. Damit ist Columbo die wohl einzige Serie, die fünf Generationen eines Autotyps beinhaltet. Trotzdem erinnern sich alle nur an den Peugeot.

Mercedes-Benz 500 SL – Tödliche Liebe

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Knisterndes Kamingespräch

Daniel Reinhard
28.11.2021

Kamingespräch zwischen Mario Illien (rechts) und Bruno von Rotz (links) (© Daniel Reinhard)

Deutlich war das knisternde Feuer in der Stille der "Cigar-Lounge" der Autohalle in Andelfingen zu hören. Das Publikum verhielt sich so still, dass man tatsächlich den Aufschlag einer Hühnerfeder hätte wahrnehmen können.

Die Ruhe galt am Abend des 24. November 2021 dem ersten Gesprächspartner von “zwischengas”. Es handelte sich um den 72-jährigen Churer Motoren-Papst Mario Illien. Er gab den zahlreich erschienenen Gästen auf sympathische Art und Weise einen Einblick in seine beispiellose Karriere.

Illien ist wohl der erfolgreichste Schweizer im internationalen Rennsport. Seine Motoren-Konstruktionen gewannen nicht weniger als sechsmal die 500 Meilen von Indianapolis und zweimal die Formel-1-Weltmeisterschaft mit Mercedes. Und der dritte WM-Titel mit Red-Bull-Honda könnte schon in drei Wochen dazukommen.

Marios Karriere und Lebensgeschichte ist so faszinierend, dass man ihm gerne über Stunden zugehört hätte, doch das Format “Kamingespräch” liess solches natürlich nicht zu. Aber auch so konnte man einiges erfahren, was wohl nur die wenigsten unter den Zuhörern vorher wussten, etwa, dass Illien seinen ersten Rennmotor konstruierte, noch bevor er sich die technischen Grundlagen am “Tech” hatte aneignen können. Die wichtigste Erkenntnis aus dem Gespräch aber war sicherlich, dass man im Leben etwas riskieren muss und dass man das Ziel hinter dem Ziel nie aus den Augen verlieren sollte.

Wir werden das Gespräch noch in geeigneter Form aufbereiten und dann veröffentlichen.

Autowerbung mit Wiedererkennungswert (Autokennerquiz)

Bruno von Rotz
27.11.2021

Fiat Panda Werbung von 1982

Die Werbung für das Automobil hat kaum jemanden unberührt gelassen. Sie fand nicht nur in den Automagazinen statt, sondern auch in Tageszeitungen und Hochglanz-Modemagazinen. Und natürlich strotzten sie nur so von Ideen und Kreativität, zumindest manche. Andere waren eher langweilig, man vergass sie auch schneller. An die besten aber erinnern wir uns noch nach Jahrzehnten.

Renault 4 Werbung von 1982

Wir haben einige Werbesujets (respektive Teile davon) aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zusammengetragen und daraus ein Autokennerquiz zusammengestellt.

Sie als Zwischengas-Leser sollen nun herausfinden, welche Hersteller hinter den einzelnen Sujets standen. Das macht Spass und weckt sicherlich Erinnerungen.

Wollen Sie es versuchen? Hier geht’s zum Autokennerquiz.

Autokennerquiz 126 - Autowerbung

Als in der Autowerbung noch nicht gebremst wurde

Bruno von Rotz
26.11.2021

Breitreifen-Werbung Pirelli P6 im Jahr 1979

Eine Werbung wie die abgebildete wäre heute undenkbar. Dabei war der Text bewusst sachlich gehalten und zitierte hauptsächlich Testergebnisse, die halt eben bestätigten, dass der Pirelli P6 der Breitreifen schlechthin war und das Autofahren sicherer machte. Abgedruckt wurde das Sujet im Jahr 1979 und als Auto wurde nicht etwas ein Sportwagen, sondern ein Opel gezeigt, besohlt mit Pirelli P6. Diesen Reifen gab es im Übrigen auch für Golf & Co und er sah mit seinem halbsymmetrischen Profil schon ziemlich cool aus. Und offensichtlich bremste er auch besser, während sich die Marketing-Strategien von Pirelli offenbar weniger bremsen liessen …

Der Vollständigkeit sei hier auch noch die ganze Werbeseite von damals abgebildet:

Pirelli-Werbung P6 im Jahr 1979

P.S. Weitere Pirelli-Werbeanzeigen von damals gibt es in einer kleinen Zusammenstellung.

P.S.2. Zum Thema "Autowerbung" haben wir gerade ein Autokennerquiz publiziert.

Zeitreise im Hinterhof

Paul Krüger
25.11.2021

Zeitreise im Hinterhof

Wenn die Kamera nur mies genug ist und der Fotograf ihr in nichts nachsteht, lassen sich auch 30 Jahre später noch Fotos schiessen, die aussehen, als wären sie 1989 aufgenommen worden. Natürlich muss auch die Auswahl der Autos stimmen. Hier trafen sich Mercedes-Benz 300 TE, VW Golf GL, VW Käfer und Mercedes-Benz 200 D in einem Düsseldorfer Hinterhof, um den Betrachter auf eine kleine Zeitreise in die Achtziger zu nehmen. Nur die grüne Feinstaubplakette in der Windschutzscheibe des polarsilbernen VW verrät, dass das Bild erst nach dem 1. März 2007 entstanden sein kann.

“Black Friday” aus der Auto-Perspektive

Bruno von Rotz
24.11.2021

Chevrolet Malibu

Diesen Freitag feiert die fröhliche Konsumgesellschaft am 26. November 2021 den sogenannten “Black Friday”. Seit Jahren werden an diesem Tage Rekordumsätze verbucht, Kunden profitieren von Rabatten und Spezialpreisen. Auch in unseren Breitengraden greift dieser “schwarze Freitag” seit den frühen 2000-er-Jahren um sich, Pionier waren natürlich auch hierzulande amerikanische Unternehmen. Kaum jemand kann sich dieser Tage von der Werbe-Email-Flut retten, die den Black Friday ankündigen.

In der Automobilgeschichte hat der “Black Friday” allerdings einen ganz anderen Nachgeschmack, wie eine kurze Recherche im Zeitschriftenarchiv von zwischengas.com zeigt. Als “Black Friday” ging nämlich der 9. Juli 1999 in die Geschichte ein. An jenem Tag verlor General Motors einen Prozess in Kalifornien. Patricia Anderson, ihren vier Kindern und einem Freund wurden 4,9 Milliarden amerikanische Dollar zugesprochen, weil sie am Heiligabend 1993 in ihrem Chevrolet Malibu verunfallt waren und dabei schwere Brandverletzungen erlitten, als der Tank als Folge eines Auffahrunfalls, ausgelöst von einem betrunkenen Autofahrer, explodierte.

Im August 1999 wurde das Urteil zwar revidiert und die Strafsumme auf USD 1,2 Milliarden gesenkt, aber die Produkthaftungsprozess war trotzdem verloren und GM als Schuldiger bestraft. Nie zuvor hatte ein Autohersteller eine derartig grosse Strafzahlung in einem Einzelprozess leisten müssen.

Europäer kennen übrigens den “Schwarzen Freitag” auch als Tag des Börsen-Crashs im Oktober 1929, die Amerikaner aber sprechen in diesem Zusammenhang vom “Black Thursday”.

P.S. Wir werden als zwischengas.com diesen "Black Friday"-Brauch übrigens nicht mitmachen. Sorry an alle, die auf ein Schnäppchen gewartet haben ...

Käfriger Humor

Bruno von Rotz
23.11.2021

Humor mit dem VW Käfer

Erinnern Sie sich, als viele Magazine und Zeitschriften ganzseitige Humor-Seiten abdruckten, gerne auch mit verschiedenen Zeichnungen?

Humor mit dem VW Käfer

Auch das Auto wurde von den Gestaltern auf lustige Weise in Szene gesetzt, beliebt waren insbesondere Witze mit dem VW Käfer, der ja schliesslich ein Volksauto war.

Humor mit dem VW Käfer

Natürlich stimmt die Tonalität der Witze von damals nicht mehr ganz mit der heutigen Zeit überein, lustig geblieben sind sie aber trotzdem. Aber entscheiden Sie selber!

Auch Oldtimer und Youngtimer erhalten Namen (Frage der Woche)

Bruno von Rotz
22.11.2021

Frage der Woche 195: Tragen Ihre Oldtimer Namen?

Fast seit jeher haben Autohersteller ihren Fahrzeugen spezielle Modellbezeichnungen gegeben, oft waren dies einfach in Zahlen umgesetzte Spezifikationen oder tausendfach angewandte Begriffe. Weil diese Typenbezeichnungen oft nicht besonders emotional wirkten, begannen Autobesitzer schon früh damit, ihrem gekauften Wagen einen eigenen persönlichen Namen oder auch Kosenamen zu geben, um seine Individualität zu betonen. Ob Neu- oder Gebrauchtwagen spielte keine Rolle.

Aber wie sieht es aus, wenn die Autos älter geworden sind. In einer “Frage der Woche” wollten wir herausfinden, ob Zwischengas-Leser ihren ihren alten Autos eigene Namen geben.

Tatsächlich tun dies rund ein Drittel der antwortenden 325 Zwischengas-Leser.

Genau 60 Prozent allerdings verzichten auf eine indviduelle Ansprache ihres alten Autos, ihnen reicht die Herstellerbezeichnung.

Und um der Vollständigkeit willen sei angefügt, dass 6,2 Prozent mit der Frage nichts anfangen konnten, respektive keine für sie passende Antwort fanden.

Hier die Ergebnisse der Befragung in grafischer Form.

Frage der Woche 195: Tragen Ihre Oldtimer Namen? Ergebnis

Selbstverständlich haben wir bereits die nächste “Frage der Woche” in den Raum gestellt. Dieses Mal würden wir gerne wissen, ob Zwischengas-Leser nicht nur 1:1-Autos, sondern auch Modellautos sammeln und nach welcher Strategie.

Frühere “Fragen der Wochen” und deren Auswertungen können wir gewohnt im entsprechenden Themenkanal nachgelesen werden.

Die Rückkehr des “Reservekanisters”?

Bruno von Rotz
21.11.2021

Reservekanister (© Daniel Koch)

Vor vielen Jahrzehnten gehörte der Reservekanister mit einigen Litern Benzin zur Grundausrüstung eines Automobils und selbst in den Siebzigerjahren waren sie noch üblich. Dann aber verschwanden sie nach und nach, obsolet gemacht durch immer genauere Tankanzeigen, erhöhte Reichweiten bis jenseits der 1000 km und eine hohe Tankstellendichte. Das moderne Auto sagt einem sogar, wieviele Kilometer man noch fahren kann und dies auf wenige Kilometer genau.

Damals war das natürlich anders. Da pendelte die Tankuhr zwischen leer und voll, wenn überhaupt eine vorhanden war. Man vergass den Benzinhahn wieder von der Reserve- zur Normalstellung zurückzudrehen oder man verrechnete sich einfach. Und plötzlich stand man mit leerem Tank da. Da war man natürlich froh, wenn man in den Kofferraum greifen konnte und einen gefüllten Reservekanister vorfand. Findige Anbieter boten sogar Kanister an, die im Reserverad Platz fanden und damit kaum Platz verbrauchten im Kofferraum. Man durfte einfach nicht vergessen, den geleerten Kanister später beim Tanken wieder aufzufüllen …

Reservekanister im Ersatzrad (im Jahr 1978)

Nun, es scheint, dass die moderne Elektromobilität wieder auf alte Denkmuster zurückgreift. ZipCharge heisst ein Anbieter, der eine Elektroreserve für die reichweiten-ängstlichen Elektroautofahrer anbietet.

Elektrisch nachtanken (© ZipCharge)

Das Ding soll (bei einem sparsamen Auto) genug Reserve für 30 bis 50 Kilometer bieten. Allerdings ist der Umfang des Geräts, das an einen ausgewachsenen Schalenkoffer auf Rädern erinnert, beträchtlich, das Gewicht ebenfalls.

Elektrisch nachtanken (© ZipCharge)

Der Batterie-Rolli ist so gross, dass beim Kleinwagen der halbe Kofferraum (oder mehr) für die Reserve benötigt wird. Und das sogenannte “schnelle Laden” (Quick Charging) dauert schon mal 30 bis 60 Minuten. Auf der Autobahn sollte einem der “Saft” also nicht ausgehen, wenn man nicht eine beträchtliche Busse riskieren will.

Zwischengas publiziert in diesem Blog täglich einen Beitrag seit 2010

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