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Lieber etwas älter oder jünger? Zwei Jaguar-Cabrios im Vergleich…

Bruno von Rotz
05.11.2021

Jaguar E-Type (1970) und Jaguar XK8 (2000) (© Daniel Reinhard)

Der Jaguar E-Type gehört zu den automobilen Ikonen des 20. Jahrhunderts, an ihm führt fast kein Weg vorbei. Ob an Rallye-Veranstaltungen, Treffen, in Museen oder am Concours d’Elégance, früher oder später fährt ein Jaguar E-Type vor. Besonders beliebt sind die Exemplare der ersten Serie, gebaut bis 1968. Auch die Zwölfzylinder-Modelle der dritten Generation ab 1971 haben einen grossen Fankreis. Irgendwie zwischen die Fronten geraten sind dabei die Cabriolets und Coupés der zweiten Serie, die bereits mit den Anpassungen an den amerikanischen Geschmack und die dortigen Sicherheitsanforderungen leben mussten, aber mit dem abgasoptimierten Reihen-Sechszylinder und schwindenden PS unter der Haube leben mussten. Gemäss technischen Daten waren aber immer noch 269 SAE-PS vorhanden, ausreichend Leistung für ein knapp über 1,2 Tonnen schweres Fahrzeug, müsste man meinen.

Und so ist es auch, wenn man sich hinter das Lenkrad eines gepflegten Jaguar der zweiten Serie setzen darf. An Temperament mangelt es nicht, der Vortrieb ist durchaus sportlich und für Landstrassengeschwindigkeiten mehr als ausreichend. Und auch vom schönen Reihen-Sechser-Klang ist viel zu hören, wenn man offen dahinfährt.

Richtig billig sind leider auch Serie-2-Cabrios nicht, unter EUR 50’000 oder CHF 70’000 kriegt man kaum ein gutes Exemplar, meist liegen die Preise mindestens 20 Tausender höher. Und damit kauft man sich dann ein rund 50-jähriges Auto, das zwar im modernen Verkehr mithalten kann, Stausituationen und Hitzewellen aber nur bedingt mag. Auch das Dach über dem Kopf wirkt nicht wie eine gute Lösung für den nächsten Winter.

Jaguar E-Type (1970) und Jaguar XK8 (2000) (© Daniel Reinhard)

Da könnte man ja schon auf den Gedanken kommen, ein neueres Jaguar-Modell zu kaufen, zumal jene deutlich günstiger zu haben sind.

Jaguar E-Type (1970) und Jaguar XK8 (2000) (© Daniel Reinhard)

Eine Alternative zum E-Type ist der Youngtimer XK8, der in der Designsprache deutlich näher an der Sechzigerjahre-Katze liegt als der XJS, den es dazwischen gab und der als Coupé geboren und erst nachträglich geöffnet wurde.

Der XK8 wurde 1996 in Genf vorgestellt, die letzten Exemplare gingen rund zehn Jahre später an ihre Erstbesitzer. Die Bezeichnung “XK8” deutet richtigerweise auf einen Achtzylindermotor hin. Der V8-Leichtmetallmotor leistet 284 DIN-PS und wiegt gerade einmal 200 kg. Er hat es allerdings mit einem rund 20 Zentimeter längeren und 15 Zentimeter breiteren Auto zu tun, als der Reihensechser im E-Type. Und auch das Gewicht hat mit über 1,7 Tonnen deutlich zugelegt. Trotzdem läuft der XK8 dem E-Type natürlich heute in (fast) jeder Lebenslage davon und auch dem unfähigsten Piloten gelingen dank Fünfgangautomatik schnelle Spurteinlagen.

Jaguar E-Type (1970) und Jaguar XK8 (2000) (© Daniel Reinhard)

Der Jaguar XK8 ist ein echtes Luxus-Cabriolet, das zeigt schon der damalige Neupreis, der etwa das Fünffache des E-Types betrug. Viel Holz, schön verarbeitetes Leder, ein gefüttertes Dach mit beheizbarer Heckscheibe und natürlich eine Klimanlage sowie viele Komfort-Elektromotoren machen das Reisen im XK8 zu einer mühelosen Angelegenheit. Kein Wunder, schliesslich sollte der Jaguar mit den SL-Versionen von Mercedes-Benz konkurrieren.

Jaguar E-Type (1970) und Jaguar XK8 (2000) (© Daniel Reinhard)

Viel zu tun hat man während der Fahrt nicht, die Automatik übernimmt den Gangwechsel, der Rest ist Routine. Vom Motor hört man fast zuwenig, so zurückhaltend ist er bei seinen Lautäusserungen. Dafür kann man frühmorgens dann auch fast geräuschlos durchs Wohnquartier schnurren ohne anzuecken. Auch Kinder kann man mitnehmen, die Hintersitze taugen aber wohl eher als zusätzliche Gepäckkapazität. Als Reminiszenz an die Vergangenheit ist wohl die Persenning gedacht, die man nach alter Väter Sitte von Hand über das komplett elektrisch geöffneten Dach spannt.

Jaguar E-Type (1970) und Jaguar XK8 (2000) (© Daniel Reinhard)

Die Unterschiede zwischen E-Type und XK8 sind enorm, man spürt den Fortschritt von 30 Jahren Weiterentwicklung sofort. Einen E-Type fährt man, zwingt ihn mit Muskelkraft dorthin, wo man hinwill, spürt die Technik bei jedem Handgriff. Im XK8 wird man mehr gefahren, lässt Elektronik und Elektrik arbeiten, erfreut sich am fast uneingeschränkten Komfort.

Wirklich vergleichen lassen sich die beiden trotz gemeinsamer Tradition nicht. Bleibt der Preis als Argument. Selbst ein sehr guter XK8 kostet kaum einen Fünftel des für E-Type-Verhältnisse eigentlich günstigen Serie-2-Jaguar. Schnäppchen gibt es bereits für vierstellige Summen und müssen sich nicht zwangsläufig zu einem finanziellen Wartungsmassacker entwickeln (unmöglich ist dies allerdings nicht). Da könnte man schon schwach werden, zumal man seinen XK8 auch der Schwiegermutter anvertrauen könnte, was man mit dem E-Type vielleicht eher unterlässt.

Schauen wir uns die technischen Daten also nochmals im Vergleich an:

Marke/Modell Jaguar E-Type S2 Conv. Jaguar XK8 Convertible
Motor Reihen-6 V8
Hubraum (cm3) 4235 3996
Leistung (PS) 269 284
bei U/min 5400 6100
Getriebe 4-Gang (manuell) 5-Gang-Automatik (ZF)
Gewicht (kg) 1265 1784
Länge (cm) 445 476
Breite (cm) 166 182.9
Höhe (cm) 122 130.6
Reifendimension 185/(80)/15 245/50/17
Vmax (km/h) 240 248
0-100 km/h (s) 7.2 7.6
Preis (CHF) 26'200 128'800
Preis (DM) 27'195 142'600
Wert heute (CHF) 60'000 bis 120'000 9000 bis 28'000
Wert heute (EUR) 55'000 bis 110'000 8000 bis 25'000


Pluspunkte gibt es bei beiden Jaguar-Generationen zu vermelden, kaum jemand aber wird sich wohl zwischen einem e-Type und einem XK8 entscheiden müssen, so verschieden sind sie. Vielleicht sollte man beide kaufen?

P.S. Wir werden demnächst umfangreiche und ins Detail gehende Berichte über beide Modelle veröffentlichen. Bis dahin gibt es aber auf der Jaguar-Markenseiten schon viele Artikel zu lesen.

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