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Zwei Männer, ein Schicksal

Daniel Reinhard
31.07.2021

Mansour Ojjeh und Niki Lauda im Gespräch mit Jean Todt in Bahrain am 17.3.2002 (© Daniel Reinhard)

Mansour Ojjeh und Niki Lauda verbindet ein gemeinsamer WM-Titel, aber auch das gleiche Schicksal.

Ojjeh war seit 1984 Teilhaber des McLaren-F1-Teams. Er war entscheidend an Laudas drittem WM-Titel beteiligt, da er mit seiner Firma "TAG" (Techniques d`Avantgarde) und der Partnerschaft mit Porsche einen bahnbrechenden Motor finanzierte.

Der saudiarabische Geschäftsmann starb im Alter von 68 Jahren. Als Sohn eines Syrers und einer Französin kam er als Gast der saudischen Königsfamilie, die damals Frank Williams und sein Team unterstützte, beim GP Monaco 1978 rein zufällig mit dem Motorsport in Kontakt.

Er stieg mit "TAG" bei Williams ein und gewann mit Clay Regazzoni 1979 den GP von England, es folgten die WM-Titel von Alan Jones (1980) und Keke Rosberg (1982).

Dann kam der Wechsel zu McLaren mit dem "TAG-Turbo by Porsche", womit Lauda und Prost drei WM-Titel holten.

Ojjeh, man kennt ihn auch von "TAG Heuer", hatte 2013 mit schweren gesundheitlichen Problem zu kämpfen: Er war auf eine Transplantation beider Lungenflügel angewiesen.

Auch Niki Lauda wurde die Lunge transplantiert. "Das war sicherlich die ärgste Erfahrung meines Lebens", sagte Lauda über seinen Krankenhausaufenthalt von Ende Juli bis Ende Oktober. “Irre. Monatelange nur im Bett liegen, umgeben von Personal, das mich irgendwie am Leben erhalten hat."

Die neue Lunge funktionierte anfänglich einwandfrei. "Ich hatte keine Zeit zum Lesen. Ich stand um acht Uhr früh auf, dann begann schon mein Trainingsprogramm, Frühstück mit den Kindern und dann ging es zum Tennisplatz", so Lauda.

Niki Lauda verstarb am 20.5. 2019, Mansour Ojjeh am 6.6.2021

Das Foto stammt aus Bahrain und zeigt Mansour Ojjeh und Niki Lauda am 17. März 2002 im Gespräch mit Jean Todt.

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Wo sind Charakter und Unverwechselbarkeit geblieben?

Bruno von Rotz
30.07.2021

Alfa Romeo Giulia Nuova 1978

Als wir uns letzthin hinter das Lenkrad einer modernen Alfa Romeo Giulia gesetzt haben, waren wir etwas enttäuscht. Das Armaturenbrett hätte auch zu einem x-beliebigen anderen Auto gehören können, der einstige Alfa-Charakter ist kaum noch sichtbar.

Alfa Romeo Giulia Q4 2021

Oder hätten Sie dieses Armaturenbrett sofort als Alfa Romeo erkannt? Hätte das Alfa-Zeichen gefehlt in der Lenkradmitte, vermutlich nicht.

Das war früher anders, da durften sich Designer und Innenraumgestalter noch austoben und sie kamen auch zu Lösungen, die vielleicht nicht immer durch optimale Ergonomie, aber doch sicher mit Charakter brillierten.

Alfa Romeo Giulia Ti 1964

Um unseren Punkt zu untermalen, zeigen wir ganz oben das Armaturenbrett der Alfa Romeo Giulia Nuova von 1978, dann hier der Beginn bei der Alfa Romeo Giulia TI von 1964.

Alfa Romeo Giulia Super 1600 1968

Und schliesslich sei auch noch das Cockpit der Alfa Romeo Giulia Super von 1968 ins Feld geführt. Niemand wäre da auf den Gedanken gekommen, in einem Citroën, Mercedes-Benz oder Ford zu sitzen, auch wenn alle Markenembleme gefehlt hätten …

P.S. Natürlich haben wir zur Giulia der Sechzigerjahre schon Fahrberichte publiziert, einen zur 1300 ti und einen zur Giulia Super .

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Der Traum eines Postautos

Daniel Reinhard
29.07.2021

Alvis Silver Eagle von 1934 an der Ennstal-Classic 2021 (© Daniel Reinhard)

"432 Pakete voller Überraschungen an Bord”, lautet der Slogan der österreichischen Post. Leider kann diese Menge aus ersichtlichen Platzgründen kaum mit dem wunderschönen Alvis Silver Eagle 16/95 von 1934 ausgeliefert werden.

"Autofahren im letzten Paradies" ist seit Jahrzehnten der Slogan der Ennstal-Classic. Die beiden Slogans und dazu noch der 100 PS starke 2,5-Liter-Alvis könnte ja durchaus dazu verführen, jedes der Pakete einzeln zu auszuliefern.

P.S. Zur gerade eben abgeschlossenen Ennstal-Classic haben wir einen umfangreichen Veranstaltungsbericht publiziert ...

Vergessene Filmautos: der Chevrolet Bel Air aus "Wild Drivers"

Paul Krüger
28.07.2021

Chevrolet Bel Air 1957 aus dem Film Wild Drivers

8,7 Sekunden! In dieser Fabelzeit soll der sonnengelbe Bel Air auf seinen dürren, traktionsarmen Diagonalreifen in "Wild Drivers" (Originaltitel: "Return to Macon County") über die Vierteilmeile gefetzt sein – handgestoppt vor laufender Kamera. Ein geheimnisvoller Kippschalter unter dem Armaturenbrett machte es möglich. Was genau Harley McKay alias Don Johnson mit ihm aktiviert hat, bleibt allerdings sein Geheimnis. Ein Knall und eine Salve Funken aus dem Auspuff müssen reichen, um den Zuschauern glauben zu lassen, dass unter der Haube jetzt die Luzi abgeht.

Im Sommer 1958 machen sich Fahrer Bo (Nick Nolte) und Mechaniker Harley auf den Weg von Georgia nach Kalifornien, um dort an der "Grand National Championship" im Drag Racing teilzunehmen. Natürlich läuft der Trip quer durch die USA alles andere als glatt. Nachdem die durchgeknallte Kellnerin Junelle zugestiegen ist, legen sie sich im Laufe der Fahrt noch mit einer Gruppe Halbstarker und einem rachsüchtigen Kleinstadtpolizisten an.

Oscar-verdächtig ist das Ganze sicher nicht, dafür steht Amercian International Pictures mit seinem Namen. Und abgesehen von den Autos und dem tollen Rock'n'roll-Soundtrack entspricht von den Frisuren über die Kleidung bis zu den Dosen im Supermarktregal alles im Film dem Entstehungsjahr 1975. Unterhaltsam ist der Unfug trotzdem. Einer der beiden Film-Chevys hat übrigens in überraschend gutem Zustand überlebt. Er wartet in einer Scheune in Kentucky auf bessere Zeiten.

Was das gelbe Hardtop-Coupé tatsächlich unter der Haube hat? Leider nur einen gewöhnlichen Small-Block-V8. Aber immerhin den heissesten, den es 1957 im Bel Air gab: den 283er mit Rochester-Benzineinspritzung und 283 SAE-PS aus 4,6 Litern Hubraum, für den Film zusätzlich von einem Paxton-Lader zwangsbeatmet und mit einer Portion Chrom aufgehübscht. An ein handgeschaltetes Dreiganggetriebe gekoppelt, dürfte es der Chevy damit in gut 14 Sekunden über die Viertelmeile schaffen. Na ja.

Gehört Warten auch zu Ihrem Job?

Daniel Reinhard
27.07.2021

Als Fotograf steht man meist viel zu früh an der gewünschten Location, aber die Action lässt auf sich warten. Und so steht man in der Landschaft und wartet und wartet und wartet. Man beginnt mit Käfern und Blumen zu spielen, sammelt in der näheren Umgebung Plastik und Müll zusammen, oder träumt von vergangenen Zeiten.

Dann plötzlich Motorenlärm. Das erste Auto. Schnell kommt Hektik auf. Mit der Kamera im Anschlag wird das Fahrzeug abgewartet, doch oh je, es ist kein Rallye-Teilnehmer. Meist ist es nur ein Kleinlaster oder ein Landwirtschaftsfahrzeug. Ab und zu dann aber auch ein Fan in privater Mission.  

Fiat-Abarth mit Wolf (© Daniel Reinhard)

Hier geniesst der Wolf mit seinem Herrchen eine heisse Ausfahrt im kleinen Skorpion (Abarth). Frischluft ist in der Hitze gefragt. Alle sich öffnenden Möglichkeiten sind geöffnet. Der Wolf geniesst die Frischluftzufuhr aus dem Seitenfenster, der Motor atmet durch die leicht geöffnete Haube und der Fahrer geniesst das offene Schiebedach.

Haflinger mit Familie (© Daniel Reinhard)

Der Haflinger (Häfi) macht auf Familienfahrt und trägt nur gerade mit, was er zum Überleben braucht. Vater, Mutter und die beiden Sohnemänner auf der Rückbank düsen der Abendsonne entgegen und geniessen den Beginn des Wochenendes.

Dann eeeendlich kommen auch die Rallye-Teilnehmer.

Das Alpenbrevet 2021 - Rütlischwur und Serpentinen

Thomas Suter (Text), Claudia Steinegger, Fredi Schneider, Georg Dönni (Fotos)
26.07.2021

Alpenbrevet 2021 - Besammlung auf dem Rütli (© Claudia Steinegger)

Kleine Preisfrage: Alpenbrevet – Rütlirapport – Jacques Dutronc – gibt es einen Zusammenhang? Immerhin 40 Teams wollten hinter dieses Mysterium kommen und es auflösen.

Wir sprechen von der 19. Auflage des Alpenbrevets, das am 23. Juli 2021 stattfand. Georg Dönni, unter Jaguar-Besitzern mit der Dönni-Classsic-Car als feste Grösse bekannt, lud zum jährlichen “Alpenbrevet”.

Alpenbrevet 2021: Rütliwiese (© Claudia Steinegger)

Der Start am vergangenen Freitag war nicht irgendwo, sondern auf der heiligen Rütliwiese am Vierwaldstättersee. Unglaublich, wie es Dönni fertig brachte, 40 Oldtimer, darunter wahre Pretiosen, von Seelisberg auf diesen für das Schweizer Volk heiligen Rasen durch Fahrverbote und über Güterstrassen (und zum Ärger des einen oder andern Wanderers!) zu lotsen.

Unterwegs auf Güterstrassen (© Fredi Schneider)

Während im hinteren Teil eine Sozialarbeiterin “ihren” Flüchtlingen aus Eritrea die Bedeutung des Rütlis und der Schweiz näher bringen wollte, lud Dönni zum Rapport. Nicht ganz wie General Guisan vor fast genau 71 Jahren und vor allem nicht vor einem solch bedrohlichen und gefährlichen Hintergrund. Eindrücklich, wie die Teilnehmer neben ihren Autos auf der Rütliwiese den Ausführungen Dönnis zuhörten. Wahrscheinlich hat’s das in der 730-jährigen Geschichte diese Ortes noch nie zuvor gegeben…

Alpenbrevet-Organisator Georg Dönni (© Claudia Steinegger)

Jedes Jahr läuft das Alpenbrevet unter einem andern Austragungsmodus. Dieses Jahr war nächtens sogar eine vierstündige Ruhepause im Hotel eingeplant, ein Novum in der langen Geschichte.

Alpenbrevet 2021: Innocenti I5 von 1971 (© Fredi Schneider)

Nun: Am Freitag ging es darum, die Strecke vom Rütli über Brünig, Grimsel, Furka, Gotthard unter die Räder zu nehmen, ...

Alpenbrevet 2021: Stimmung am Alpenübergang (© Georg Dönni)

... um spätestens zwischen 21:00 und 22:00 im Hotel in Lugano einzutreffen.

Alpenbrevet 2021: Unterwegs (© Claudia Steinegger)

Dönni erachtete es als Ehrensache, die Autobahn aussen vorzulassen, “und mit unseren Autos über Strassen zu fahren, über die sie damals auch schon gerollt sind”.

Alpenbrevet 2021: Innocenti I5 von 1971 am Gotthard (© Fredi Schneider)

Es sollte sich als Wunschdenken entpuppen. Der dichte Freitagsverkehr mit Sonntagsfahrern, Cars, Motorrädern und Velofahrern sorgte für so viele Verzögerungen, dass bereits ab Airolo oder kurz danach der Fahrplan nur mit dem Wechsel auf die Schnellstrasse einzuhalten war. Damit es nicht eine lockere Kaffeefahrt wurde, sorgte Dönni mit dem Schlussbouqet ab Vira-Gambarogno.

Alpenbrevet 2021: Bergfahrt (© Claudia Steinegger)

Es gab kein Pardon: Der Weg zum Etappenziel führte über nicht endenwollendes Geschlängel über (sehr) enge und steile Bergsträsschen und unbewachte Zollübergänge.

Alpenbrevet 2021: Enge Strassen ohne Asphalt (© Georg Dönni)

Dies stellte für die Fahrkünste manch eines entgegenkommenden SUV-Chauffeurs eine fast unüberwindbare Herausforderung dar: Deren Fertigkeit am Lenkrad ist jedenfalls nicht proportional mit der Grösse des Autos gewachsen…

Alpenbrevet 2021: VW Karmann-Ghia (© Fredi Schneider)

Nach etwas mehr als sechseinhalb Stunden Fahrzeit lockte ein feines Buffet, bevor man doch froh war, wenigsten einen kurzen Augenblick in ein Bett tauchen zu können. Um 03:00 Uhr holte der Wecker die Teilnehmer aus dem Tiefschlaf. Ein Espresso musste genügen, um 04:00 Uhr war Re-Start. Und nun kam Jacques Dutronc, der französische Chansonnier mit seinem Lied “Il est cinq heures, Paris s'éveille ”, ins Spiel. Der Franzose hatte zwar mit dem Erwachen von Paris um 05:00 Uhr eine Stunde Rückstand auf den Marschplan des Alpenbrevets und es war auch nicht Paris, sondern Lugano. Eindrucksvoll war es allemal: Ampeln im Blinklichtmodus, keine Menschen­seele unterwegs, alle Strassen, auf denen sich tagsüber Massen von Autos von Rotlicht zu Rotlicht quälen, unvorstellbar alles leer! Auf der Strecke zum Montceneri wurde dann die brutale Wirklichkeit sichtbar: Die parallel zur Hauptstrasse geführte Autobahn war bereits in aller Hergottsfrühe proppenvoll mit Autos. Der Ferienbeginn und der Drang nach Süden zeigte ungeschminkt sein Gesicht!

Alpenbrevet 2021: Ospizio (© Claudia Steinegger)

Bis um 10:00 Uhr war die Zeitspanne vorgegeben, um von Lugano aus über normale Strassen den San Bernardino und den Splügen zu queren. Danach folgte dann entlang des Comersees ab Argegno noch eine gemeine Zusatzschlaufe, die es vor allem für das Auto in sich hatte. Über den San Bernardino präsentierten sich leere Strassen, in den Dörfern des Misox wurde noch der Schlaf der Gerechten geschlafen. Nebel war der Begleiter über die Passhöhe des San Bernardino und des Splügens, ab Chiavenna und etwas später ab Gera l’Ario begann dann entlang des Comersees ödes Kolonnenfahren. Ab Argegno hatte sich Dönni dann wieder etwas Spezielles ausgedacht. Über schlechte Güterstrassen und über unbefestigte Strässchen, gepflastert mit einer Fülle an Schlaglöchern, führte die Strecke um den Monte Pasquella und den Monte Luria herum zurück in die Schweiz.

Alpenbrevet 2021: Trophäe (© Claudia Steinegger)

Und pünktlich trafen die Alpenbrevet-Teilnehmer schliesslich im Hotel ein, stärkten sich am grossen Brunchbüffet und holten bei Georg Dönni den Edelstein mit der eingravierten “Alpenbrevet-Plakette”. Dass sich diese hartgesottenen Rallye-Fahrer bereits auf’s nächste Jahr freuen, versteht sich von selbst.

“Mich freut es, den Spirit und das Engagement der Teilnehmer zu sehen und zu erleben”, zog Georg Dönni das Fazit. Unerwähnt blieb, dass solche Oldtimer-Events nur dank des Spirits und des Engagements des Veranstalters und seiner Crew möglich sind.

Volksautos müssen nicht Volkswagen heissen (Autokennerquiz)

Bruno von Rotz
25.07.2021

Lada Nova (disguised)

Der VW Käfer ist in vielen Ländern und nicht nur im Heimmarkt zum Volksauto geworden, kein Wunder wurden über 20 Millionen Exemplare hergestellt. Doch auch andere Autos wurden millionenfach gebaut und waren im Herstellungsland echte Volksautos, so zum Beispiel der oben abgebildete Lada (ohne Markenzeichen), der noch auf den Fiat 124 zurückging.

Während wir aber den VW Käfer in- und auswendig zu kennen scheinen, fehlen uns zu anderen Volksautos oftmals die Erinnerungen.

Wir haben einige dieser Volksautos zusammengetragen und für das neue Autokennerquiz Fotos im umfangreichen Zwischengas-Bildarchivgesucht. Natürlich wäre es zu leicht, die ganzen Autos zum Identifizieren zu zeigen. Vielmehr gilt es, Volksautos aus verschiedenen Ländern an Details zu erkennen.

Wollen Sie es versuchen? Hier geht’s zum neuesten Autokennerquiz …

Autokennerquiz 117 - Volksautos

Nichts ist unmöglich … Corona

Bruno von Rotz
24.07.2021

Toyota Corona Mark II von 1976 (© Bruno von Rotz)

Viele werden sich an die Fernseh- und Zeitschriften-Werbung “Nichts ist unmöglich … Toyota”, gesungen von zwei Affen, erinnern. Damals ging es um Modelle wie Corolla oder Carina, aber diese Woche wurde uns vor Augen geführt, dass eben vielleicht wirklich nichts unmöglich ist, wenn ein Auto von Toyota stammt.

Schriftzug auf dem Toyota Corona Mark II von 1976 (© Bruno von Rotz)

Da stand doch tatsächlich ein Toyota Corona Mark II aus dem Jahr 1976 im Jahreswagenzustand vor uns. Schon seit längerer Zeit haben wir keine dieser Limousinen mehr gesehen. Dass der Wagen auch noch mit viel Originalität und robustem Gemüt für die Probefahrt beistand,  überraschte uns und auch die Passanten, die zufällig vorbeikamen, doch sehr. Da wurde eben noch (fast) für die Ewigkeit gebaut.

Cockpit des Toyota Corona Mark II von 1976 (© Bruno von Rotz)

Heutzutage käme es Toyota wohl nicht mehr in den Sinn, einen Wagen unter der Bezeichnung “Corona” zu lancieren, aber damals hatte dieser Begriff natürlich noch keine negative Konnotation.

Stop Corona und Toyota Corona Mark II (© Bruno von Rotz)

Wir werden dem strammen Toyota Corona Mark II natürlich noch einen umfangreichen Bericht widmen, aber wir wollten unsere Leser schon mal daran erinnern, dass man bei “Corona” auch an etwas anderes denken kann als dieses mühsame Virus …

Erinnerungen an eine Zeit, als nur das Fliegen schöner war …

Wolfram Hamann
23.07.2021

Opel GT Skulptur (© Wolfgang Hamann)

Das Oldtimer-Hobby bringt es mit sich, dass man sich mühelos in vergangene Zeiten zurückversetzen kann. Ich erinnere mich noch gut an das Ende der Fünfzigerjahre, als im Ruhrgebiet – einem urbanen Ballungsraum mit 5 Millionen Einwohnern – das "Zechensterben" begann und durch Umstrukturierungen neue Arbeitsplätze geschaffen werden mussten. Wenig später wurde als erste bundesdeutsche Uni nach dem Krieg die Ruhruniversität Bochum gegründet, die 1965 ihren Lehrbetrieb mit 1215 Studierenden aufnahm – zum zweiten Semester wurden bereits 3000 Studierende erwartet. Heute studieren dort 43’000.

In den frühen Siebzigerjahren war auch ich dort eingeschrieben und fuhr damals fast täglich am Opelwerk I vorbei. Die Opelwerke I und II/III waren als Antwort auf die Kohlekrise in Bochum auf altem Zechengelände neu entstanden.
In diesem Vorzeigeobjekt wurde seit 1963 der Kadett A als ernstzunehmender Konkurrent des Käfers produziert. Man war im Ruhrgebiet stolz darauf, nicht nur Universitäten zu haben, sondern auch Autos zu bauen!

In Spitzenzeiten arbeiteten bei Opel in Bochum 20’000 Menschen. In 52 Jahren liefen dort fast 14 Millionen Wagen mit dem berühmten Blitz vom Band. Und genau 103’463 Exemplare davon waren sportliche Zweisitzer auf der Basis des Kadett B, bekannt als Opel GT.

Opel GT Skulptur (© Wolfgang Hamann)

Warum erzähle ich das alles? Nun, den Printmedien war eher beiläufig zu entnehmen, dass seit kurzem in Bochum ein Denkmal für den Opel GT steht. Eigentlich war das überfällig. Immerhin gibt es in Zwickau vor dem Horch-Museum ein Trabi-Denkmal aus Sandstein und warum sollte nicht auch der Automobilproduktion in Bochum ein Denkmal gesetzt werden? An dieser Stelle soll nicht zum wiederholten Male auf die Entstehungsgeschichte des Opel GT oder die Verwandtschaft zur  "Coke-Bottle-Corvette" eingegangen werden.  Festzuhalten ist aber, dass dieses von 1968 bis 1973 gebaute Auto seinerzeit sensationell gewesen ist und jedenfalls von der als eher konservativ geltenden Firma Opel nicht erwartet worden war. Und der begleitende, einprägsame Slogan: "Opel GT. Nur Fliegen ist schöner ", ist auch heute noch vielen geläufig. Ja, man darf den Opel GT durchaus als Kultauto bezeichnen.

Opel GT Skulptur (© Wolfgang Hamann)

Doch wie kam es nun zu dem Denkmal für den GT? Die beiden Freunde Klaus Altfeld und Konrad Goretzka hatten von einem ehemaligen Fußballkollegen einen Opel GT zwecks grundlegender Restaurierung erworben. Nach dem Sandstrahlen der Karosserie nebst Entfernung etlicher Kilos Spachtelmasse stellten sie jedoch ernüchtert fest, dass ein Neuaufbau des Fahrzeugs wegen des desolaten Blechzustands sinnlos gewesen wäre. Da ein liebloses Entsorgen aber auch nicht infrage kam, entschieden sich die beiden, eine Skulptur zu schaffen. Hierzu holte man die semi-professionelle Künstlerin Annemieke Schade ins Boot und es entstand das Konzept, die Rohkarosserie mit dem markentypischen Blitz zu vereinigen. Doch der Weg von der Idee bis zum Ergebnis war mühsam, gab es doch vieles zu bedenken und zu berechnen. So waren vom  Einschlagwinkel des Opel-Blitzes über die Neigung der Karosserie bis zur Statik und das zu verwendende Material einige Hürden zu nehmen – Einzelheiten sind auf der Website des Projekts nachzulesen. Die Korrosion der Karosserie wurde in einer Salzlake künstlich beschleunigt. Nachdem diese abgewaschen worden war, wurde das Blech mit Korrosionsschutzöl konserviert, so dass es nun an Cortenstahl erinnert. Für den Blitz als tragendes Element wurde kontrastierend Edelstahl des heimischen Herstellers Thyssenkrupp verwendet.

Die Skulptur misst 4,2  x 1,7 x 4,4 m, wiegt fast 1000 kg und wurde der Öffentlichkeit anlässlich des 50. Geburtstags des Opel GT präsentiert. Danach begann die Suche nach einem adäquaten Standort. Mit kommunaler Unterstützung wurde dieser letztlich in Bochum-Langendreer gefunden.

Dort steht die Skulptur nun an der Bundesstraße 235 neben einem Baumarkt  inmitten eines großen Kreisverkehrs. Sie erinnert an die große Zeit, als im Ruhrgebiet noch aufregende Autos gebaut wurden wie eben der Opel GT und nur das Fliegen schöner war. Und letztlich schließt sich so der Kreis. Denn in unmittelbarer Nähe des Denkmals befindet sich auch ein letztes Überbleibsel vergangener Tage, das Warenverteilzentrum von Opel. Dieses ist nämlich noch in Bochum angesiedelt – tief im Westen, wo einst der Opel GT entstand.

Zentrallager bei der Opel GT Skulptur (© Wolfgang Hamann)

Weitere Einzelheiten können auf der Website zur Skulptur nachgelesen werden.

Fast alle waren schon da ...

Daniel Reinhard
22.07.2021

Prominenz - Stellwand Ennstal-Classic 2021 (© Daniel Reinhard)

Heute startet die Ennstal-Classic nach einem Jahr Pause zum 29. Mal. Hätte es die Corona-Pandemie nicht gegeben, könnte man bereits heute das 30-jährige Jubiläum feiern.

Es gibt ab heute wieder so einiges an Prominenz im Ennstal zu treffen, denn mit Mark Webber, Timo Bernhard, Dieter Quester, Rauno Aaltonen und Nikis Cousin Max Lauda stehen doch wieder viele Persönlichkeiten am Start.

Sowieso ist die Liste der schon mal Dagewesenen extrem lang und vielseitig. Patrick Dempsey, Tobias Moretti, Gerhard Berger, Walter Röhrl, David Coulthard, Nigel Mansell, Jochen Mass, Bryan Johnson, Stirling Moss, Mark Webber, Franz Klammer, Jost und Klaus Wildbolz, Mario Andretti, Jackie Stewart, Michele Alboreto, Emerson Fittipaldi, Peter Kraus, Karl Wendlinger, John Surtees, Adrien Newey und Hans Hermann sind auf der Stellwand zu sehen.

Dabei fehlen aber sicher noch Niki Lauda, Sebastian Vettel, Hans Stuck, Derek Bell, Erik Carlsson, Arturo Merzario, Maria Teresa de Filippis, Nino Vaccharella, Jo Vonlanthen, Peter Sauber, Mario Illien, Mario Theissen, Hermann Mayer und last but not least Mr. Bean (Rowan Atkinson). Vermutlich ging jetzt immer noch der eine oder andere vergessen.

Trotzdem ist die Liste lang und wer wirklich immer da war und dabei auch fleissig Autogramme gesammelt hat, bekam in all den Jahren eine ordentliche Sammlung zusammen und kann zudem von sich behaupten, sie auch alle persönlich getroffen zu haben.

P.S. Wir sind natürlich auch dieses Jahr wieder vor Ort und bereiten einen grossen Bildbericht vor …

Zwischengas publiziert in diesem Blog täglich einen Beitrag seit 2010

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