Weg vom Verbrennungsmotor? Zu schnell, zu früh …
Oldtimer und Youngtimer sind eng mit dem Verbrennungsmotor verknüpft, der Dieselmotor spielt nur eine Nebenrolle. Im Kontext mit dem Klimawandel schreiben Staaten und Staatengemeinschaften (die EU jetzt gerade mit dem Plan “Fit for 55”) ein Ausstiegsdatum für den Verkauf von Autos, die fossilen Treibstoff verbrennen, vor.
Soweit so gut, leider aber wird vielerorts auch gleich die Nachfolgetechnologie faktisch vorgeschrieben und hier könnten sich einige Probleme ergeben. Die heutige Generation der batteriegetriebenen Autos ist suboptimal und für deren Herstellung wird viel Energie benötigt. Die verwendeten Materialien drohen schon jetzt knapp zu werden und eine reibungslose Versorgung der Autos mit Strom ist auch noch nicht gesichert. Automobilhersteller stehen vor einem enormen Umbruch, werden doch plötzlich komplett andere Fähigkeiten und Produktionsanlagen benötigt. Ob sich dies alles ausgeht, ist höchst unsicher.
Dabei gäbe es durchaus auch Alternativen, um die gewünschten Effekte zu erzielen, ohne mit soviel Zeitdruck komplett neue Technologien einzuführen.
Da gibt es einerseits die synthetischen Treibstoffe, die ein Weiterfahren der bisherigen Autos sozusagen CO2-neutral erlauben. Gewiss ist dies nicht hocheffizient, aber die bisherigen Autos sind bereits produziert und könnten so noch ein wenig länger dienen (auch als Oldtimer und Youngtimer).
Andererseits gibt es die Möglichkeit, Wasserstoff nicht nur via “Fuel Cell” in Strom umzuwandeln, sondern in modifizierten Viertaktmotoren zu verbrennen. Ein solches Aggregat wird zwar etwas teurer als der bisherige Verbrennungsmotor und es mag nicht ganz soviel Leistung pro kg zu erzeugen, aber er lässt sich auf den bisherigen Produktionsstrassen herstellen und ist auch mit den heute gebauten Autos kompatibel. Sogar der Wankelmotor (siehe Bild von Mazda) könnte mit H2 wieder relevant werden. Man könnte sich sogar vorstellen, heutige Autos auf H2-Motoren umzurüsten, sozusagen nach dem Crate-Engine-Prinzip. Auch hier ist die Gesamteffizienz schlechter als bei batterierelektrischen Fahrzeugen, aber viel Knowhow und Infrastruktur (inklusive Tankstellen) können (weitgehend) weiterverwendet werden. Allerdings wäre hierzu eine flächendeckende Versorgung mit umweltfreundlich erzeugtem Wasserstoff nötig.
Und was hat dies alles mit dem Oldtimer und Youngtimer zu tun? Nun, unsere Autos brauchen ebenfalls eine Infrastruktur, die aus Wartungsbetrieben, Tankstellen und so weiter besteht. Wenn die Infrastruktur sich nur noch auf Elektroautos ausrichtet, dann werden wir es mit unseren alten Autos auch schwerer haben und beispielsweise Treibstoff im Baumarkt oder in der Apotheke kaufen müssen (wie damals). Es ist also für das Überleben des klassischen Automobils auch wichtig, dass die Basistechnologien nicht einfach verschwinden. Und für die Welt wäre es sinnvoll, einen Fahrplan vorzuschlagen, der die Klimaziele erreicht, ohne gleichzeitig bisherige Investitionen zu früh abschreiben zu müssen …


























