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Verliert Lotus sein Mojo?

Bruno von Rotz
08.07.2021

Lotus Emira (2021) versus Lotus Elan Sprint DHC (1972)

Lotus hat vorgestern den neuen Emira vorgestellt, gemäss Eigenaussagen der “most accomplished Lotus ever made” (übersetzt: Der beste/leistungsfähigste Lotus aller Zeiten).

Die Leistungsdaten im Telegrammstil: Rund 360 bis 400 PS, vier oder sechs Zylinder, Turbo oder Kompressor, Handschaltung, Automatik oder DSG, knapp über 1400 kg, 290 km/h schnell,  4,412 Meter lang, 1,895 Meter breit (Spiegel eingeklappt), digitales Cockpit, Cupholders, Assistenzsysteme, Apple Play, usw.

Schade! Wir hatten so gehofft, dass der letzte Lotus mit Benzinmotor ein kompakter, leichter und fahraktiver Sportwagen (mit rundem Lenkrad) wird. Der Emira konkurriert direkt mit dem Porsche Cayman und Co., mit Preisen ab EUR 72’000 ist er nicht überteuert, aber er ist eben auch kein Auto, das die Tradition Elite-Elan-Europa-Elise wirklich fortsetzt. Dies waren alles äusserst kompakte und leichtgewichtige Autos, die auch mit kleinen Motoren und geringer PS-Leistung deutlich stärkeren Konkurrenten davonfahren konnten, wenn die Strasse genug Kurven hatte.

Dass man immer noch kompakte und leichtgewichtige Autos bauen kann, dies hat Alpine mit der neuen A110 bewiesen. Immerhin behält der Emira die hydraulische Servolenkung und die Fahreigenschaften werden sicher an den Vorgänger Evora anknüpfen können. Aber für viele Freunde der klassischen Sportwagen von Lotus hätte der Neue einfach etwas schmaler, kürzer und vor allem leichter sein sollen. Dann hätten auch die Räder eine oder zwei Nummern kleiner sein können und selbst mit 300 PS wäre dann sicherlich für genug Fahrspass gesorgt gewesen.

Fairerweise muss gesagt werden, dass Lotus immer auch luxuriösere Autos gebaut hat, so etwa den Esprit oder eben den Evora, aber diese waren deutlich weniger dem ursprünglichen Chapman-Lotus-Genom verpflichtet als die minimalistischeren Autos wie Elite oder Elan.

Aber vielleicht ist ja der Emira genau das, was die heutigen Autokäufer wollen? Das wird man spätestens dann sehen, wenn mehr DSG- und Automatik-Versionen verkauft werden als Handschalter …

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von Reiffan
13.07.2021 (22:10)
Antworten
Schon seltsam...., nein eigentlich nicht! Nach dem unsäglichen grössenwahnsinnigen Dany Bahar sollte man glauben, dass Lotus etwas dazu gelernt hätte. Aber, nachdem Lotus jetzt den Chinesen gehört, welche NULL Autotradition haben, keinen Bezug zu Lotus und seinen Genen, welche auf die Philosophie von Colin Chapman zurück gehen, ist jetzt wieder so eine eierlegende Wolmilchsau in die Pipeline geschoben worden. Bereits der Evora war zu schwer, zu luxuriös und einfach von allem etwas, aber nichts Richtiges, was den Namen Lotus verdient hat. Für die Leasing-Jünger ist der neue Lotus, so er denn wirklich kommt, was man bei Lotus ja nie wirklich weis, zu unbekannt, die wollen Familienkutschen von BMW Audi und Mercedes mit 600PS um mit Kind und Kegel in ihren Heimatländern auf dicke Hose zu machen. Die Leute, welche Lotus noch kennen, wollen keine Raumgleiter, sondern agile, leichte 2 Sitzer mit möglichst wenig Schnickschnack und vielleicht auch bezahlbar also +/- CHF. 50000.-. Mich hatte bereits die Klimaanlage und el. Fensterheber, ZV etc an meiner Bemani-Elise gestört. Wenn in den Medien für den Emira Preise ab 72000 Euro verkündet werden, kann man getrost von einem schweizer Preis von mindestens CHF. 100'000.- ausgehen. Das Auto ist so gross, wie meine Corvette C6 und sicher schwerer als diese (gewogen 1421 kg, Tank leer) hat weniger Leistung und weniger Drehmoment. Was soll das???
von el******
13.07.2021 (07:01)
Antworten
Angekündigt war der Emira ja als Ersatz für alle drei fortan nicht mehr produzierten Modelle. Aufgrund seines Konzepts mag er tatsächlich den Evora ersetzen, nicht aber Elise und Exige. Das ist schade, weil es gerade diese beiden Modelle waren, welche die DNA von Lotus verkörperten.
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