Zato, der Turbodiesel-Sportwagen aus Deutschland

Bruno von Rotz
22.01.2021

Zato L3 im Jahr 1996 (© ams)

Es muss sich in den Neunzigerjahren angehört haben wie ein Rezept für eine sichere Zukunft. Ein leichtgewichtiger Sportwagen mit Turbodiesel-Vierzylinder, der zwischen drei und vier Liter Diesel pro 100 km verbrauchen sollte. Zato L3 hiess der Wagen mit Kohlefaserchassis, welcher von der Firma “Zato Gesellschaft für Fahrzeugentwicklung mbH” in Niederbreitbach gebaut wurde. Die Automobil Revue beschrieb den Wagen damals als deutsche Alternative zum Lotus Elise und meinte: “endlich ein Turbodiesel-Sportwagen”.

Zato L3 (© 1 C Holding)

Der TDI-Motor kam von Audi, leistete 90 PS und hatte mit dem 670 kg schweren Zweisitzer wohl keine Mühe. Etwa 200 km/h sollten möglich sein und ein Verbrauch von 3,4 Liter pro 100 km. James Kelly hatte den Wagen gestaltet, Dirk Krämer und Armin Plietsch sorgten für die Technik.

36 Autos wollte man pro Jahr herstellen und zu Preisen ab DM 128’000 (rund CHF 100’000) an den Mann bringen, der nicht auf Kompromisse scharf war, denn der Wagen hatte keine Türen und war mit 98,5 cm Höhe ziemlich flach.

Das erste Auto entstand 1996 , viel mehr als eine Handvoll dürften wohl nicht gebaut worden sein, der letzte Wagen wurde 2001 fertiggestellt. Vielleicht war es besser so, denn einige Jahre später tönt das Konzept nicht mehr so attraktiv und in die Innenstadt dürfte man heutzutage damit vielerorts auch nicht mehr fahren …

Archivierte Einträge:

von Stefan Fritschi
25.01.2021 (09:50)
Antworten
Ich hatte damals als VW-Designer im Zusammenhang mit einem VW-Motorsport-Projekt mit der Firma Zato von Dirk Krämer zu tun. "Zato" steht für "Zeitgeist Access to Opportunities". Zato wurde 2002 liquidiert, die Firma heisst heute Composites GmbH. Vom Zato L3 wurden acht Chassis gebaut. Davon wurden sieben (zwei Prototypen und fünf "Serienautos") auf die Strasse gebracht. Dirk Krämer fährt die Nummer 001 immer noch im Alltag.

Stefan Fritschi
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