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Wie altern unsere Autos?

Bruno von Rotz - 30.07.2020

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Oldtimer und Youngtimer (1980/2000)

Es wird viel darüber diskutiert, wieviele Oldtimer es gibt und wie der Gesamtbestand sich entwickelt. Trotzdem existieren nur wenige detaillierten Untersuchungen, wie sich z.B. ein Auto-Jahrgang über die Jahre und Jahrzehnte entwickelt. Wir habe versucht, ein paar Zahlen für den deutschen Automarkt (Quelle KBA) zusammenzustellen und sind auf interessante Unterschiede gestossen.

Bestandesentwicklung für zwei verschiedene Baujahre

Wenn man beispielsweise den Jahrgang 1981, also heute 39-jährige Oldtimer, mit dem Jahrgang 1991 (Youngtimer am Übergang zum Oldtimer) vergleicht, dann fällt auf, dass die Bestandszahlen auf deutlich höherem Niveau zu plafonieren beginnen. Vom Jahrgang 1981 wurden in Deutschland 2,33 Millionen zugelassen, vom Jahrgang 1991 4,16 Millionen. Nach 20 Jahren aber waren vom 91-er-Jahrgang noch 11,57 % übrig, während sich der 81-er-Jahrgang bereits auf 5,5 % dezimiert hatte. Heute gibt es noch rund 26’000 Autos mit Jahrgang 1981 auf deutschen Strassen, aber über 147’000 vom Jahrgang 1991. Und dies trotz Abwrackprämie.

Fast noch interessanter ist, wenn man Auto-Jahrgänge entlang ihres Alters vergleicht.

Bestandesabnahme für drei Baujahre mit zunehmendem Alter der Autos

Auf dieser zweiten Grafik werden die Bestände der Autos mit Jahrgang 1981, 1991 und 2001 miteinander entlang ihres zunehmenden Alters verglichen. Im Alter von etwa 14,5 Jahren waren alle diese Bestände halbiert. Der Verlauf der älteren Autos mit den Jahrgängen 1981 und 1991 ist aber deutlich anders als jener der 2001-er Fahrzeuge. Diese scheinen nahezu linear zu verschwinden, allerdings deutlich langsamer als ihre Vorgänger. Dies dürfte daran liegen, dass modernere Autos zumindest eine bestimmte Zeitdauer lang haltbarer sind als ihre Vorgänger und die Autobesitzer zudem länger treu zu ihnen sind.

Aber wie wird diese Kurve in den kommenden Jahren weitergehen? Bleibt die Linearität bestehen oder kommt es gar zum Sturzflug, weil gerade diese Autos bereits relativ komplex sind und von einer sehr gesunden Teilevorsorgung abhängig sind? Und dann kann schon ein überschaubares technisches Problem den bis dahin eigentlich gut laufenden Wagen plötzlich zu einem wirtschaftlichen Totalschaden machen.

Gerne können Sie Ihre Ansichten zu diesen Themen im Kommentarfeld mitteilen, wir sind gespannt!

Neueste Kommentare

 
 
ro******:
04.08.2020 (10:13)
Den beiden Kommentaren kann ich zustimmen. Es sind sicherlich noch mehr Aspekte relevant, die die zukünftige Entwicklung beeinflussen werden. Einer davon ist, dass mehr Menschen sich mit dem Thema auseinandersetzen, weil sie es sich finanziell leisten können. Damit meine ich in erster Linie die Investitionen um selbst und zu Hause die richtigen Voraussetzungen dafür zu haben um sich auch komplexeren Problemen in Ruhe und ohne Zeitdruck widen zu können.
Das "Schrauben" an sich bekommt einen höheren Stellenwert.
Ab ca. Bj. 2000 kommen dann mehr und mehr elektronische Themen zum tragen, für die man auf externe Hilfe angewiesen sein wird, da wird es vom Angebot abhängen.
Clubs werden wichtiger.
Die wirtschaftliche Entwicklung kann mehr Zeit für Viele bedeuten.
Vielleicht wird das Auto (wieder) zum Erlebnis.
Die derzeit angebotenen "Konsumgüter" mit Features die fast niemand braucht oder will, mit geplanter Obsoleszenz und enormen Unterhaltskosten haben sich davon wegentwickelt, die Verkaufszahlen zeigen das ja auch schon.
E-Mobilität ist die Steigerung davon und gesamt betrachtet eine bisher ungelöste Recycling Katastrophe.
Wenn ein Mercedes Diesel aus 1982 heute fast Euro 5/6 schaffen könnte, was wurde uns in den letzten Jahren "verkauft" ?
ka******:
04.08.2020 (07:23)
Zwischen 1981 und 1991 hat sich gewaltig viel getan - gerade die Fahrzeuge im unteren Preisbereich sind haltbarer geworden und können länger genutzt werden. Dabei sind Karosserie und Motoren immer noch sehr leicht wart- und reparierbar.

Wenn man sich das mal bei Audi anschaut hat man 1981 den Audi 80 B2 der zwar schon sehr gut kossorionsgeschützt war, aber doch recht schgnell weg gerostet war. 1991 war der B3 aktuell, der mit fast baugleicher Technik schon eine vollverzinkte Karosserie hatte - die Autos haben in Unmengen überlebt und sind oft nach im Gebrauch. Schaut man sich den 2001er Audi A4 an, wird man mit Sicherheit in 10 Jahren nicht mehr allzuviel davon sehen, die sterben mit dem Wegfall der elektronischen Ersatzteile.

Dies geht mir mit meinem Samrt Roadster geauso. Baujahr 2004 und es ist jetzt bereits fast nichts mehr neu zu bekommen. Verschlei8ßteile sind kein (fast) Problem, aber schon die normalen Plaste-Teile für die Karosserie, die bei kleinen Remplern ersetzt werden müssen, sind nicht mehr zu bekommen. Von der Elektrik oder gar Elektronik rede ich erst gar nicht mehr :-)
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