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Junge Klassiker waren die bessere Investition

Bruno von Rotz - 16.07.2020

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Wertentwicklung 2015-2020 - Alvis versus Opel Kadett GSi

Über die letzten fünf Jahre hat sich einiges getan in der Oldtimerwelt, Käuferpräferenzen haben sich verändert, die rein an Investitionen interessierten Sammler wichen in der Tendenz wieder den echten Enthusiasten. Wie aber haben sich die Klassikerpreise entwickelt?

Wir haben dies einmal untersucht und dafür die Classic-Data-Bewertungen vom Sommer 2015 mit jenen des Sommers 2020 verglichen. Dazu mittelten wir jeweils pro geführtem Fahrzeugtyp die Zustand-2- und Zustand-3-Preise.

Über den ganzen Bestand stiegen, und das mag viele überraschen, die Preise im Schnitt um 27 Prozent. Sie sanken also über den ganzen Bestand von über 5000 geführten Notierungen nicht. Der Durchschnittsklassiker im Classic-Data-Bestand stieg im Wer von EUR 24’320 auf EUR 30’834.

Weil dies insgesamt nicht ganz der Intuition entsprach, gingen wir einen Schritt weiter. Wie verhielten sich die einzelnen Bauepochen? Dazu ordneten wir die einzelnen Fahrzeugtypen dem Jahrzehnt zu, in dem sie hauptsächlich gebaut wurden. Und hier zeigte sich nun, dass die Autos der Achtzigerjahre im Schnitt am meisten an Wert zulegten, nämlich um 69 %, gefolgt von den Neunzigerjahren (56 %) und den Siebzigerjahren. Die junge Klassiker stiegen also stärker als die älteren Klassiker. Im Classic-Data-Bestand sind sie aber auch deutlich stärker vertreten, deshalb beeinflussen sie das Gesamtergebnis stärker.

Jahrzehnt Anz. Wertzuwachs PS i.S.
Vierzigerjahre 45 12 % 79
Fünfzigerjahre 736 20 % 104
Sechzigerjahre 1322 27 % 110
Siebzigerjahre 1380 34 % 121
Achtzigerjahre 1546 69 % 113
Neunzigerjahre 529 56 % 160


Wenn man die Klassiker in drei Preisgruppen einteilt, nämlich A: 0 bis 30’000 Euro, B: 30’000 bis 100’000 Euro und C: über 100’000 Euro, dann zeigt es sich, dass die Wertentwicklung nicht homogen über den Bestand verteilt ist. Während bei den älteren Klassiker die teureren Modelle am meisten an Wert zulegten, sind es bei den jüngeren Klassikern eher die günstigen Modelle.

Jahrzehnt WZ A (€ 0-30k) WZ B ( € 30-100k) WZ C (€ 100+ k)
Vierzigerjahre 6 % 11 % 55 %
Fünfzigerjahre 19 % 14 % 41 %
Sechzigerjahre 27 % 26 % 18 %
Siebzigerjahre 36 % 25 % 14 %
Achtzigerjahre 71 % 33 % 20 %
Neunzigerjahre 57 % 29 % 50 %
Über alles 45 % 23 % 27 %


Nun interessiert natürlich auch, wer denn die grossen Gewinner waren zwischen 2015 und 2020. Die höchsten Wertzuwächse verzeichneten der Opel Kadett E GSi, der Audi 100 Avant (Typ 44), der VW T3 Transporter, der Ford Sierra, gebaut zwischen 1987 und 1988, sowie der Audi 200 Quattro und der De Tomaso Guara Spyder. Mit hohen Wertsteigerungen fielen auch der Bentley R-Type Continental (1952-1955) und der Maserati A6B 2000 Zagato von 1956 auf, wir vermuten, dass es sich allerdings hier mehr um Korrekturen in de Bewertungsdaten handelte als um tatsächlich derartig hohe Wertsteigerungen. Alle die genannten Modelle wurden mit Wertsteigerungen über 340% geführt, haben sich also mindestens vervierfacht im Wert.

Natürlich wird man nun sofort auch nach den grossen Verlierern fragen, die im Schnitt zwischen 25 und 35 % verloren in der Untersuchungsperiode. Hier fallen diverse Alvis-Modelle (TB14, TC21/100, TA21, TA14) auf, aber auch der Lancia Aurelia B24 als (America) Spider und als Convertible. In der Liste der Verlierer tauchen auch die verschiedenen Varianten des Mercedes-Benz 300 SL (Flügeltürer und Roadster) auf sowie der Toyota 2000 GT und einige Porsche 911 Modelle. Viele der genannten Wagen erfreuten sich die Jahre davor einer sehr dynamischen Wertsteigerungen, die “Verluste” zwischen 2015 und 2020 fanden also auf hohem Niveau statt.

Selbstverständlich ist bei solchen Auswertungen Vorsicht walten zu lassen, schliesslich sind auch die Classic-Data-Bewertungen nur Mittelwerte und basieren zwar auf kontinuierlichen Marktbeobachtungen, können aber nur bei wirklich breit gehandelten Modellen ständig “à jour” sein. Trotzdem sind die Trends und Tendenzen interessant und sie zeigen, dass sich vermutlich sowohl die Käuferschaft als auch die Objekte der Begierde verjüngen.

Neueste Kommentare

 
 
vo******:
16.07.2020 (09:06)
Besten Dank für den Bericht.
Was mich noch interessieren würde: Ausser von veröffentlichten Auktionsresultaten hat Classic Data ja wohl kaum Zugriff auf tatsächlich bezahlte Preise, oder? D.h., fliessen in die Marktbeobachtung die verlangten Preise, statt der tatsächlich bezahlten Preise ein?
Antwort vom Zwischengas Team (Chefredaktor)
16.07.2020 (09:17)
Da die Classic-Data-Experten viele Fahrzeuge bewerten, erhalten sie auch Rückmeldungen über tatsächliche Verkaufspreise. Auch mit Händlern und Clubs wird zusammengearbeitet, aber natürlich gibt es immer eine Unschärfe.
he******:
16.07.2020 (08:34)
Danke für diese interessante Analyse.
Es ist sehr erfreulich zu sehen , dass ein Hobby sich auch finanziell lohnen kann.
Auch wenn die Wertsteigerung für mich nicht im Vordergrund steht, so können immerhin die Kosten für Unterhalt etc. gedeckt werden.
Wie werden sich wohl die Preise der 2000er Autos in Zukunft entwickeln ?
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