Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen eine angenehmere Nutzung zu ermöglichen: Mehr Informationen.
 
Anmelden und profitieren, kostenlos!
alle Bilder grösser, Zugriff auf 1000+ Artikel
 
 
 
Jetzt einloggen oder kostenlos registrieren...
... und viel mehr Fotos und Artikel sehen.
Archivierte Einträge:

Als schnelles Beschleunigen noch die Ausnahme war

Bruno von Rotz - 13.07.2020

Persönliches Archiv
Sie können nur dann Inhalte dem persönlichen Archiv hinzufügen, wenn Sie angemeldet sind.

Sie haben Benutzername und Passwort?
Dann melden Sie sich an (Login).

Noch kein Benutzername?
Die Registrierung ist kostenlos und dauert höchstens eine Minute.

Mercedes-Benz 300 SEL von 1966 (© AR)

“Nicht immer wurde dem Beschleunigungsverhalten eines Wagens so viel Bedeutung beigemessen wie heute. Die Zeiten, in denen die meisten Wagen der Mittelklasse länger als eine halbe Minute brauchten, um auf eine Geschwindigkeit von 100 km/h zu kommen, liegen nicht sehr lange zurück. Inzwischen beginnt sich in Europa, das mit seinen Straßen- und Verkehrsverhältnissen auf wendige und nicht allzu große Autos angewiesen ist, ein Trend abzuzeichnen, der vom verkehrstechnischen Standpunkt aus betrachtet nur zu begrüßen ist: die Beschleunigung wird besser”, so leitete Dipl. Ing. Gert Hack 1965, also vor 55 Jahren einen Artikel zum Thema “Wie sie beschleunigen” ein.

Natürlich dokumentierte Hack auch die Fahrleistungen zeitgenössischer Automobile und da gab es durchaus beträchtliche Unterschiede, die direkt mit der Motorleistung und dem gemessenen Fahrzeuggewicht zusammenhingen. Da “auto motor und sport” die Fahrleistungen mit vollem Tank und zwei Personen an Bord ermittelte, litten kleinere und leichtere Autos stärker am Zusatzgewicht der zweiten Person im Auto (und am vollen Tank), was Hack wichtig zu erwähnen schien.

Hier ein Ausschnitt der interessanten Messwerte von Autos, die Mitte der Sechzigerjahre gebaut wurden (zum Sortieren einfach auf die entsprechende Kolonnenüberschrift klicken):

Fahrzeug kg/PS o.B. kg/PS 2 Pers. 0-100 km/h s 1 km mit stehendem Start in s
VW 1200 23.1 27.5 30.2 43.9
Opel Rekord 1500 17.8 20.6 22.2 40
Opel Rekord 1700 16.4 18.8 18.2 39.2
Mercedes-Benz 190 16 17.9 17.6 37.7
VW 1500 S 16.8 19.8 17.5 38.2
Opel Kadett S 14.1 17.6 17.2 38.8
Ford 12 M TS Coupé 13.3 15.6 15 36.1
Glas 1700 12.7 14.6 14.8 36
Fiat 1500 13.3 15.3 14 34.9
Mercedes-Benz 220 S 12.7 14.1 13.5 34.5
Porsche 912 11.1 12.8 13.5 33.4
BMW 1600 13.1 14.9 13.4 35
Ford 20 M TS 11.7 13.4 12.3 34.6
Glas 1204 TS 11.4 13.5 11.9 33.6
Glas 1300 GT 12.1 13.9 11.9 33.5
Porsche 356 SC 10.1 11.7 10.7 30.6
BMW 1800 ti 10.3 11.7 10.5 32
Opel Diplomat 8.4 9.2 9.9 31.4
Mercedes-Benz 300 SEL 9.5 10.4 9.8 30.5
Mercedes-Benz 230 SL 9.3 10.3 9.7 29.7
Ford Mustang T5 7 7.8 9.2 29.6
Exclalibur SS 3.7 4.2 8.9 26.9
BMW 1800 TI/SA 7.3 8.3 8.9 29.5
Alfa Romeo Sprint GTA 7.5 8.9 8.8 29.9
Buick Riviera 6 6.4 8.6 30.3
Porsche 911 8.4 9.6 8 28
Porsche 904 GTS 3.9 4.7 5.5 24.8


Zum Vergleich gibt es heute nur noch wenige Autos, die überhaupt auf mehr als 10 kg pro PS kommen und eine Beschleunigungszeit von 0 bis 100 km/h unter zehn Sekunden ist eigentlich schon fast Voraussetzung, um im heutigen Markt auf Stückzahlen zu hoffen (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Interessant ist auch, dass es 1965 schon (fast) eines reinrassigen Rennwagens bedurfte, um auf eine Zeit unter sechs Sekunden zu kommen für den Spurt von 0 bis 100 km/h. Heute schaffen dies auch komplett alltagstaugliche Limousinen. Das Erlebnis, schnell zu beschleunigen, dürfte allerdings in einem Porsche 904 GTS damals deutlich grösser gewesen sein, als dieselbe Prozedur in einem heutigen Golf GTI mit DSG und mannigfachen elektronischen Hilfen.

Die kompletten Vergleichswerte und die Erklärungen von Gert Hack lassen sich natürlich im Zwischengas-Zeitschriftenarchiv nachlesen.

Neueste Kommentare

 
 
ae******:
14.07.2020 (22:33)
ja, ich war am Sonntag mit meinem Morris Minor 1000 unterwegs und konnte bequem im flüssigen Verkehr mithalten. Ab und zu wurde ich überholt aber wohl eher, um mein Kabriolett auch von vorne anzugucken. Ich wäre mit dem Merz 500 SL neuerer Bauart vielleicht etwas schneller am Ziel angekommen, bestimmt mit weniger Aufwand aber sicher mit weniger Genuss.
ms******:
14.07.2020 (08:02)
In diesem kurzen Beitrag leuchtet die Essenz auf des Oldtimer-Fahrens: man hat ein viel intensiveres Erlebnis. Handelt es sich um ein sportliches Modell wie in meinem Fall um einen Lotus Elan Sprint (ca. 5, 5 kg/PS) ist die Beschleunigung nicht nur gefühlt fantastisch, sondern auch real ansehnlich! Durch die Rohheit in Klang und Bewegung wird ein Enthusiast auch bei ganz moderaten Geschwindigkeiten glücklich.
Antwort von f7******
14.07.2020 (14:27)
Genau. Und hier auf dem Land ist man mit allem was unter 15 sekunden auf 100 ist, reichlich, und mit unter 20 Sekunden auch noch genügend bedient. Aber die 2-3 Käfer die hier noch/wieder rumfahren, packen es auch. Ein Hindernis sind sie nie.

Wenn man meint, die Beschleunigung reicht nicht, ist man nicht vorausschauend genug unterwegs. Spass ist natürlich ein ganz anderes Thema.
Möchten Sie einen Kommentar abgeben?
  • Sie haben bereits einen Benutzernamen für Zwischengas?
    Dann melden Sie sich an (Login).
  • Sie haben noch kein Profil bei Zwischengas? Die Registrierung ist kostenlos und geht ganz schnell.
  •  

    Weitere Blog-Einträge:

    Toffen Oktober 2020 Auktion