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Me-First-Kultur im Strassenverkehr und der Oldtimer

Bruno von Rotz
19.09.2019

Opel Rekord E im Verkehr

Es scheint als sei der moderne (Stadt-) Verkehr ein Abbild der Weltpolitik. Es herrscht eine Me-First-Kultur. Und diese ist dabei noch völlig unabhängig vom Verkehrsmittel. Der Fussgänger, der ohne zu schauen telefonierend auf den Zebrastreifen raustritt, unabhängig ob ein Fahrzeug naht, pocht auf sein Recht auf Vortritt. Vielleicht ist er gerade eben aus seinem Auto gestiegen, das er geparkt hat, hat aber die Autofahrerperspektive bereits vergessen.

Fahrradfahrer sind nicht besser. Entgegen jeglicher Vorschriften und Lichtsignale wird auf Vorfahrt und verzögerungsfreie Durchfahrt gedrängt, andere Verkehrsteilnehmer zu Ausweich- oder Stoppmanövern gezwungen. Der Roller-Fahrer setzt sich zuvorderst vor die wartende Kolonne, nachdem er vorher über Sicherheitslinien und Gegenfahrbahn vorgeprescht ist. Und der moderne Autofahrer parkt sein (breites) Auto einen halben Meter ausserhalb des Parkfelds, wenn er überhaupt darauf Rücksicht nimmt, ob er parken darf.

Jeder schaut auf seinen Vorteil, die Toleranz schwindet. Dabei würde es den Verkehrsfluss verflüssigen, wenn ein Fussgänger sich ab und zu beim Überqueren der Fahrbahn beeilen würde, der Radfahrer für einmal darauf verzichten würde, sich vorzudrängen, usw..

Mehr Toleranz für weniger CO2. Wer nicht nur für sich, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer denkt, kann den Stress im “System” deutlich verringern, indem er bei stockendem Verkehr nicht mitten auf die Kreuzung fährt, um sogleich wieder ein Hindernis zu werden. Und so weiter und so fort.

Was aber hat dies alles mit dem Oldtimer zu tun? Tatsächlich ist der Oldtimerfahrer gar nicht so selten das weisse Schaf in diesem Umzug. Von Haus aus ist er toleranter, drängelt er weniger, lässt, nur schon wegen der geringeren Ausmasse seines Fahrzeugs, den übrigen Verkehrsteilnehmern mehr Platz und nutzt aus dem gleichen Grund auch weniger Parkfläche. Zudem versteckt er sich nicht hinter dunkel getönten Scheiben oder fährt gar offen.

Natürlich wird der Oldtimerfahrer damit nicht zum Engel, aber mancher neuzeitliche Autofahrer könnte sich vom vorausschauend rollenden Oldtimerlenker durchaus eine Scheibe abschneiden …

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