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400 PS, 400 km/h, 400 und …

Daniel Reinhard - 17.07.2018

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"400" in der Typenbezeichnung von Autos

Heute zieht eine Leistungsangabe von 400 PS keine Fliege mehr vom Teller, es scheint, dass heutzutage einfach 400 PS nötig sind, um die schweren Autos überhaupt richtig in Bewegung zu setzen. Trotzdem leben wir in einer Zeit, in der wir diese Kraftpakete leider kaum mehr nutzen können. Das Leistungsgewicht als solches ist nur unwesentlich besser als vor 60 Jahren, wenn leichtgewichtige Autos mit 130 Pferdchen antrabten. Als General Motors für den 7-Liter-V8-Motor mit seinen drei Doppelvergasern in der Corvette von 1967 von 400 PS bei rund 1430 kg Kampfgewicht sprechen konnte, war das eine wahre Sensation. Die Geschwindigkeitsangaben mit 200-230 km/h sind aber für heutige Verhältnisse schon fast lächerlich. Das Leistungsgewicht jener Corvette betrug exakt 3.575 kg/PS, im Extrem-Vergleich dazu sein noch ein Lotus Elan von 1965 genannt, der mit einem Drittel an Fahrzeuggewicht (584 kg) und einem Viertel an Leistung (106 PS) immerhin ein Leistungsgewicht von 5,5 kg/PS vorweisen konnte.

Zum ersten Mal wurde die Zahl 400 im Automobilbau weltbekannt, als Bernd Rosemeyer im Oktober 1937 auf einem Autobahn-Teilstück von Frankfurt nach Darmstadt mit einem "Auto" beim Rekordversuch die 400-km/h-Marke überschritt. Er sass dabei im Auto Union Rekordrennwagen, in welchem er ein halbes Jahr später an selber Stelle tödlich verunglückte, als er Caracciolas weitere Bestmarke im Mercedes noch einmal überbieten wollte.

Le Mans besass früher die längste Gerade des Motorsports, eine geradlinige Strecke von rund sechs km Länge, die auf der öffentlichen Strasse "Ligne Droite des Hunaudières" verlief. Heute ist sie durch zwei Schikanen unterbrochen. 1988 wurde erstmals während des Rennens auf dieser Geraden ein Tempo von knapp über 400 km/h erreicht. Roger Dorchy wurde beim "Project 400" des Welter Racing Teams im WM P88 mit 2,8 Liter Peugeot V6 Turbo-Motor mit 405 km/h geblitzt. Das Auto hielt aber nur 53 Runden und fiel nach rund 4 Stunden nach Kühlungsproblemen mit kapitalem Turbo- und Elektrikschaden aus.

Der erste käufliche Strassensportwagen, mit dem “jeder(reiche)man(n)” 400 km/h schnell fahren konnte, war der Bugatti Veyron.

Bugatti Testfahrer und ex-Rennfahrer Pierre-Henri Raphanel in Spiegel-online dazu: "Wissen Sie, 400 km/h und mehr, das ist ein Geschwindigkeitsbereich, in dem Autos eigentlich nichts zu suchen haben. Ja, ich hatte Angst. Und zwar deshalb, weil man bei dieser Geschwindigkeit das Auto kaum noch unter Kontrolle hat. Im Grunde ist Vollgasfahren ganz und gar unkompliziert, man muss ja einfach nur den rechten Fuß auf das Bodenblech drücken. Man darf bloß nicht versuchen in die Fahrt einzugreifen und auf keinen Fall gegen das Auto ankämpfen. Man ist viel mehr Passagier als Fahrer. In Le Mans bin ich mal bei etwa 360 km/h ins Schleudern gekommen. Erst nach 400 Metern kam der Rennwagen zum Stehen. Würde so etwas mit dem 1,8 Tonnen schweren Bugatti bei 400 oder mehr passieren, man würde die Überreste des Autos wahrscheinlich einen Kilometer von der Unglücksstelle entfernt finden."

Die “400” als Typenbezeichnung (oder Teil davon) ist auf den verschiedensten Fahrzeugen zu finden, etwa dem Lloyd 400, dem Bristol 400, dem Ferrari 400, einigen Lamborghini-Typen, dem TVR Griffith 400, dem Opel Ascona und Manta 400, bis hin zum Mercedes-Benz 400E oder  Jaguar F-Type 400. Fast vergessen dürften etwa der Staunau K 400 oder der Champion 400 sein. Dem Ferrari 400i haben wir gerade eben einen ausführlichen Artikel gewidmet.

Der 400. F1 GP der langjährigen Geschichte seit 1950 fand in Österreich 1984 statt und wurde von Lokalmatador Niki Lauda im McLaren-TAG-Porsche gewonnen. Es war der 23. Grand-Prix Sieg seiner Karriere und der erste im eigenen Land. Dazu haben wir einen Bericht verfasst.

Auch ein F1 Rennwagen durchbrach schon die 400 km/h, allerdings nicht während eines Rennwochenendes, sondern 2006 in Bonneville. Dort erreichte Alan van der Merwe, heutiger F1 Medical-Car Fahrer, mit dem Standart-BAR-Honda-F1 von 2005 auf dem Salzsee ohne Heckflügel, aber mit einer stabilisierenden Finne, 413,205 km/h!

Warum all diese Betrachtungen rund um die Zahl “400”? Nun, tatsächlich wurde heute (17. Juli 2018, exakt um 06:20) der 400. Newsletter versandt seit unserem Start im November 2010. Jede Woche berichten wir, jeweils am Dienstag früh, in “Neues von Zwischengas” per Email über Autos, Veranstaltungen, Leute und all das, was es rund um das historische Automobil zu wissen und erzählen gibt.

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Neueste Kommentare

 
 
ha******:
30.07.2018 (14:30)
Ja, herzliche Gratulation! Zwischengas überrascht immer wieder mit tollen Artikeln, hervorragenden Fotos und nostalgischen Berichten, deren "Contemporains" langsam am Aussterben sind. Wie schön sich immer wieder vergangene Zeiten und Begeisterungen in Erinnerung rufen zu lassen!

Haensu
fn******:
20.07.2018 (08:17)
Danke an das Zwischengas Team. Es ist immmer eine unterhaltsame Abwechslung den Newsletter durchzustöbern.
Frank Neul
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