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Motorrad schneller als Sportwagen?

Bruno von Rotz - 30.07.2018

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BMW R 100 RS gegen Porsche Carrera im Jahr 1977 (© Sport Auto)

Es ist schon eine ziemlich alte Frage, die an Stammtischen und unter Experten schon in den Siebzigerjahren heiss diskutiert wurde: Ist ein Motorrad schneller als ein Sportwagen?

Die Zeitschrift “Sport Auto” nahm die Stoppuhr hervor und liess vor gut 40 Jahren eines der schnellsten Motorräder der Zeit und einen Sportwagen gegeneinander antreten.

Verglichen wurden Spurtfähigkeiten, Wedeln, Slalom, Handling und die Zeiten auf dem kleinen Kurs von Hockenheim, sowie die Bremsverzögerung.

Und obwohl die BMW R 100 RS (mit Zweizylinder-Boxermotor) mit 70 PS nur einen Drittel der Leistung des Porsche 911 Carrera 3 Liter mit 200 PS entwickelte, lag sie doch bis 180 km/h vorne beim Beschleunigen. Bis 100 km/h nahm sich das Motorrad 4,6 Sekunden Zeit, während der Porsche dafür 6,3 Sekunden benötigte. Bis 160 km/h waren es für das Zweirad 12,6 Sekunden, für den hinterradangetriebenen Porsche 16,2 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ging dann aber zugunsten des Autos aus, 235 km/h gegen 200 km/h. Beim Wedeln war das Motorrad auch schneller, beim Slalom genauso. Auf dem Handlingkurs und auf dem kleinen Kurs des Hockenheimrings wendete sich allerdings das Blatt, dort konnte der Porsche die BMW RS einigermassen deutlich distanzieren, so etwa um 2,2 Sekunden auf dem Rundkurs.

Spannend war der Bremstest, den der Porsche mit 8,0 m/s2 zunächst zu gewinnen schien, vor allem auch, weil das Motorrad arg ins Schlingern geriet. Bei Konzentration nur auf die Vorderbremse aber steigerte sich das Motorrad interessanterweise auf 8,85 m/s2. Beim dritten Versuch, wieder mit Vorder- und Hinterradbremse warf es den Piloten vom Motorrad. Was zeigt, dass ein Motorrad vielleicht in vielen Disziplinen schneller und besser als ein Auto ist, aber eben nicht einfach zu fahren.

Zu beachten ist aber neben den reinen Leistungsvergleichen noch der Unterschied im Preis und im Gewicht: Die BMW R 100 RS kostete 1977 DM 11’210, während für den Porsche DM 46’350 bezahlt werden musste. 230 kg gegen 1120 kg stand es beim Gewichtsvergleich.

Seither tob der Kampf Motorrad gegen Automobil weiter, heute wird er zunehmend auf YouTube geführt, aber auch Autozeitschriften greifen das Thema immer wieder auf, so zum Beispiel “Auto Bild” im Jahr 2017 , also genau 40 Jahre nach dem oben zusammengefassten Test.

Und wieder waren es ein BMW-Motorrad und ein Sportwagen von Porsche. Doch inzwischen waren Kunden und Hersteller anspruchsvoller geworden. Eine BMW S 1000 RR mit 199 PS stand einem Porsche 918 Spyder mit 887 PS gegenüber. Aus den DM 11’210 von 1977 waren beim Motorrad EUR 17’400 geworden, während der Preis beim Auto von DM 46’350 auf astronomische EUR 768’026 kletterte. Der Porsche kostete also nicht mehr, wie vor 40 Jahren, viermal soviel wie das Motorrad, sondern 44 mal soviel. Und er hatte nicht nur vier angetriebene Räder, sondern auch ein Doppelkupplungsgetriebe, Elektromotoren und diverse elektronische Helfer an Bord.

So kam er dann auch besser aus den Startblöcken und war schon nach 2,6 Sekunden 100 km/h schnell, während die BMW sich dafür 3 Sekunden (vier Zehntel mehr) nahm. Bis 160 km/h brauchte der 918 magere 4,9 Sekunden, während die RR den Abstand etwas verringerte und nach 5,2 Sekunden 160 km/h fuhr. Bis 200 km/h hatte sich das Blatt gewendet, eine Zehntel weniger brauchte das Motorrad, um aus dem Stand auf diese Geschwindigkeit zu beschleunigen. Und den Vorsprung hielt das Motorrad dann bis 280 km/h, um dann bei 300 km/h wegen zu kurzer Übersetzung kapitulieren zu müssen. Den stehenden Kilometer absolvierten Zweirad und Vierrad in derselben Zeit von 17,99 Sekunden, im Vergleich zu den 25,3 Sekunden (BMW R 100 RS) und 26,4 Sekunden (Porsche Carrera) von 40 Jahren vorher.

Aber auch in der Neuzeit das Motorrad das deutlich schwieriger zu fahrende Gerät, daher hatte man eine Profi-Fahrerin in den Sattel gesetzt und auch diese hatte einiges zu tun, um das Zweirad auf dem Boden zu halten.

Das Auto mag also heute seine Vorteile besser ausspielen zu können, aber bei den Fahrleistungen pro Euro wird das Motorrad vermutlich immer vorne liegen, heute vielleicht sogar noch mehr als damals, zumal die Gewichtszunahme beim Zweirad höchstens marginal war, während selbst Hypersportwagen heute gerne über 1,5 Tonnen schwer sind.

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