Nicht fahren lohnt sich doch, oder nicht?

Bruno von Rotz
18.11.2016

Ford Sierra Cosworth RS 500 1987 (© CCA)

Das britische Auktionshaus “Classic Car Auctions CCA ” wird am 3. Dezember 2016 einen Ford Sierra Cosworth RS 500 aus dem Jahr 1987 versteigern, der auf £ 60’000 bis 70’000 eingeschätzt wurde. Umgerechnet wären dies EUR 70’000 bis 82’000 oder CHF 75’000 bis 88’000. Ein stolzer Preis für eine optisch und technisch aufgebretzelte Familienlimousine.

Doch der RS 500 ist und war eine Rarität. Von den insgesamt 5545 Sierra RS Cosworth wurden deren 500 bei Tickford in RS500 Cosworth umgebaut. Alle waren rechtsgelenkt und besassen einen zwar nicht stärkeren, aber umfangreicher auf den Rennsport vorbereiteten Motor, was sich beispielsweise am überarbeiteten Öl- und Kühlsystem, an der verbesserten Benzinpumpe, am grösseren Intercooler oder am massiveren Turbolader zeigte. Ergänzend dazu kamen aerodynamische Verbesserungen am Karosseriekleid. Eigentlich hätten alle schwarz sein sollen, doch es wurden auch 56 weisse und 52 mondsteinblaue RS 500 gebaut. Der Wagen war nur für den britischen Markt vorgesehen, da hier das grösste Interesse für derartige Fahrzeuge bestand.

Detail des Ford Sierra Cosworth RS 500 1987 (© CCA)

Die Nummer 451 wurde 1987 gebaut und er war weiss. Bereits im Jahr 1988 verkaufte ihn der Erstbesitzer mit einem Meilenstand von rund 2000 Meilen weiter. Der zweite Eigner nutzte den besonderen Wagen nur sporadisch und emigrierte 1995 in die USA, Bis ins Jahr 2000 wurde der Sierra eingelagert. Dann sollte der Wagen in den USA zugelassen werden, was aber nicht gelang. So wurde beschlossen, den RS 500 wieder nach Grossbritannien zurückzubringen und dort zu verkaufen. Inzwischen hat der Wagen rund 20’000 km (12’000 Meilen) auf dem Tacho, wurde sorgfältig renoviert soweit nötig und soll sich nun in perfektem Zustand präsentieren.

Interieur des Ford Sierra Cosworth RS 500 1987 (© CCA)

Ob dies alles reicht, um den Bietern am 3. Dezember 2016 soviel Geld aus der Tasche zu ziehen, wird sich zeigen, für den Besitzer jedenfalls scheint sich der Fahrverzicht zu lohnen. Allerdings verpasst er dabei wohl auch viel Fahrspass, den der für den Gruppe-A-Rennsport ausgerichtete Wagen sicherlich bot.

Archivierte Einträge:

von ro******
22.11.2016 (13:04)
Antworten
Es kommt halt auf das Auto an. Ein seltener Typ, vielleicht noch mit Historie,da lohnt sich Stehenlassen. Bei "Allerwelts"-Oldies macht das Fahren sicher mehr Vergnügen, als der Wert durch "Stehenlassen" mehr steigt. Bei einem Youngtimer kommt dann noch der Aspekt hinzu, dass diese auch noch teilweise als "normales" Atuo genutzt werden. Da spart man sich den teuren Wertverlust eines neuen Autos. Soviel Wertsteigerung bringt selten ein Durchschnitts-Oldi.
von Reiffan
22.11.2016 (07:01)
Antworten
"...für den Besitzer jedenfalls scheint sich der Fahrgewicht jedenfalls zu lohnen."

Sollte es nicht heissen:"..."...für den Besitzer jedenfalls scheint sich der Fahrverzicht jedenfalls zu lohnen."?
Antwort vom Zwischengas Team (Chefredaktor)
22.11.2016 (07:06)
Ja, unbedingt, da hat der Tippfehlerteufel uns ein ganz übles Schnippchen geschlagen. Danke für den Hinweis, wir haben das korrigiert.
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