Warum Elektroautos dem Oldtimer schaden

Bruno von Rotz
20.11.2016

Volkskwagen Showcar I.D. und VW Kaefer (© Volkswagen AG und zwischengas.com)

Die Automobilhersteller kündigen, einer nach dem anderen, Elektroauto-Initiativen an. Volkswagen will bis 2025 30 neue Elektromodelle entwickeln und bauen, auf Kosten von 30’000 Arbeitsplätzen. Es ist eine gehörige Umorientierung im Gange und Volkswagen will an der Spitze mitdabeisein, aus gutem Grunde, denn man hat wegen der Diesel-Affäre einiges zu kompensieren.

Bei Neuausrichtungen bleibt der Gedanke an Tradition und wo man her kommt, gerne auf der Strecke. Will ein Hersteller, der vor allem “saubere” Elektroautos anbieten möchte, an seine Vergangenheit mit mehr oder weniger schmutzigen Benzin- und Dieselmotoren erinnern wollen? Schliesslich hat auch kaum ein Autohersteller, der heute noch existiert, in der Vergangenheit erfolgreich Elektrofahrzeuge vermarktet …

Schon heute beobachten wir, dass die Hersteller gewisse Modelle und Zeiten gerne aus ihren Traditionsabteilungen und Archiven entfernen, sie finden einfach nicht mehr statt.

Wenn die Elektroauto-Welle kommt, dann könnte mancher traditionelle Autohersteller auf die Idee kommen, dass er seine Mittel lieber in die Zukunft als in die Aufbereitung der Vergangenheit investiert. Museen werden dann geschlossen (wie neulich bei Chrysler) oder gar nicht mehr eröffnet. Ersatzteillager für die Autos von früher, die geradezu gar nichts mehr mit den Autos neuer Generation zu tun haben, werden abgestossen oder vernichtet. Das Wissen um die alten Technologien verschwindet. Dies wird sich dann bis an die Verkaufs- und Dienstleistungsfront durchziehen, in der Lehrlingsausbildung werden dann nur noch Batterietechnik und Elektromotoren-Wartung unterrichtet (überspitzt gesagt).

Aber vielleicht kommt es ja anders … ich würde mich freuen!

Archivierte Einträge:

von al******
25.11.2016 (15:27)
Antworten
"Zukunft hat Herkunft".
Dies sollten die Automobilhersteller bei ihrer "Umstrukturierung" vllt.
bedenken. Aberleider kommen die heutigen Manager bzw. Strategen frisch
vom Studium und schütten gerne das Bad mit dem Kinde aus.
Aber,
es wird hoffentlich noch genug "Freunde" geben, die sich dem Hobby der
vielen Enthusiasten annehmen.
von br******
23.11.2016 (07:52)
Antworten
So schwarz wie es im Artikel beschrieben wurde, ist schon nicht. Ersatzteile für gewisse Fahrzeuge Vorkrieg, oder zum Teil auch bis 1959 ist es heute schon schwierig geworden. Da muss sich jeder selber gut organisieren, z. B. im Markenclub oder die vielen Teilemärkte besuchen. Was die Museen angeht, ist es genau umgekehrt. Es werden jährlich immer mehr Museen. Seit Jahren mache ich eine Museums-woche und besuche täglich 2 -3 Museen in ganz Europa. Es werden immer mehr kleine , sehr vielseitige Museen von Privatpersonen eröffnet. Für die nächsten 50 Jahre ist gesorgt.
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