Gegen den Trend - Werksmuseum schliesst seine Pforten

Bruno von Rotz
10.11.2016

Chrysler Museum von innen (@ FCA Group)

Am 18. Dezember 2016 wird das Walter P. Chrysler Museum (Adresse: One Chrysler Drive, Auburn Hills, MI 48326-2778 USA) gemäss vorliegenden Informationen für immer seine Türen schliessen. Statt alter Autos werden im modernen Gebäude fortan Büroangestellte sitzen und ihre Arbeit verrichten.

Chrysler-Museum von aussen (© FCA Group)

Das Museum lieferte nicht die erwarteten Zahlen, was sicherlich auch daran lag, dass es in der letzten Zeit kaum beworben wurde. Eröffnet wurde das Museum im Jahr 1999, als Chrysler noch zu Mercedes-Benz gehörte. Im Jahr 2012 schloss man, nun Teil der FCA Group, das inzwischen defizitäre Museum. Während der Betrieb anfänglich noch profitabel war, mussten die Bücher in den Jahren 2010 bis 2012 mit erheblichen Verlusten geschlossen werden.

Seit der Schliessung wurde das Museum nur noch sporadisch geöffnet, öffentliche Wochenende wurden durch freiwillig arbeitende Chrysler-Mitarbeiter ermöglicht. Seit Juni diesen Jahres waren gerade einmal 4300 Besucher an den wenigen Tagen im Museum. Jetzt soll also Schluss sein, obschon das Museum (mit eigener Website) in den besten Jahren 90’000 Besucher hatte.

Offenbar ist Tradition nicht allen Marken gleich wichtig. Während die einen neue Museen eröffnen oder ihre alten Begegnungsstätten renovieren, schliessen andere ihre Einrichtungen und zeigen damit wohl auch, dass ihnen Tradition nicht so wichtig ist.

Auf Anfrage von Hemmings teilte Chrysler allerdings mit, dass man die alten Fahrzeuge weiterhin an internen und externen Anlässen im Chrysler Technology Center und in anderen Begegnungsstätten zeigen würde.

Wir finden es schade, dass keine andere Lösung gefunden werden konnte, zumal ja viele Freiwillige gerne mitgeholfen hätten, dem Museum ein längeres Leben zu geben. Und unter den Chrysler-Automobilen gibt es schliesslich manch spannenden Klassiker, den man leider kaum je zu Gesicht kriegt ...

Archivierte Einträge:

von jg******
05.02.2017 (17:10)
Antworten
Hallo,

Ich durfte das Museum in 2000 besichtigen. Ich war überrascht, welche tollen Exponate dort ausgestellt waren.

Und begeistert war ich, das retired Mitarbeiter dort arbeiteten.

Schade, dass es jetzt zu Ende ist.
von vm******
15.11.2016 (19:58)
Antworten
Ist das Problem nicht eher in Italien beim Fiat / Chrysler Oberchef Sergio Marchionne zu suchen? Obwohl Fiat vermutlich nur noch dank Retro 500-er lebt, wird dort konsequent Tradition und Markenimage (Lancia / Alfa) in die Wand gefahren.
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