Original oder was?
Originalität ist eines der Kriterien, an denen sich Autos am Concours d’Elégance messen, von denen aber auch der Verkaufswert abhängt. Natürlich gibt es auch immer Experten und Spezialisten, die sagen können, was original ist und was eben nicht. Aber es kann auch vorkommen, dass es gar nicht so einfach ist, zu beurteilen, ob etwas wirklich original ist.
Als Beispiel seien italienische Automobile genannt, die bis in die Siebzigerjahre hinein ab Fabrik ohne Aussenspiegel ausgeliefert wurden. Wenn nun ein Importeur oder sogar der verkaufende Händler die lokalen Vorschriften einhalten musste und diese nach mindestens einem Aussenspiegel verlangten, dann schraubte er halt einen an. Dies konnte aber durchaus ein anderer Spiegel sein, als 100 km weiter nördlich verwendet wurde. Wenn wir also heute einen Alfa Romeo Montreal anschauen oder einen Fiat Dino, dann könnte es sein, dass nicht eindeutig identifizierbar ist, welcher Spiegel ursprünglich an diesem spezifischen Auto montiert war.
Noch schwieriger wird es bei Kleinserien-Fabrikaten und Kitcars. Erstens wurden da jeweils halt die Anbauteile verwendet, die gerade verfügbar waren und bei Bausatzfahrzeugen hatte sogar der Käufer einen grossen Einfluss darauf, mit welchem Teilen er sein Auto ausrüstete. 50 Jahre später zu sagen, was original ist und was nicht, kann da sehr schwierig sein.
Aber vielleicht ist ja das ganze Originalitäts-Gehabe auch einfach unsinnig, Hauptsache ist doch, dass ein Wagen mit periodengerechten Accessoires und Anbauteilen daherkommt. Nicht wahr?
P.S. Wer übrigens den ganzen Alfa Romeo Montreal sehen möchte, dann sei er auf die kommende “SwissClassics Revue” verwiesen, die in rund drei Wochen dann am Kiosk ist (oder im Shop).


























