Sind heutige Autos in Zukunft, wenn sie Oldtimer sind, nicht mehr zu reparieren?
Vor einigen Tagen flatterte eine Pressemitteilung in unser Haus, die vom Thema her zwar nicht die Autos der Vergangenheit, aber die Oldtimer der Zukunft betrifft. Es ging dabei darum, dass nicht sachgemässe Reparaturen ein Auto zur Zeitbombe machen können. Als Beispiel wurde die Reparatur an einem Honda aufgeführt, bei dem das Dach ersetzt wurde, dieses aber nicht geschweisst sondern geklebt wurde. In einem späteren Unfall bot der Wagen dann nicht der erwartete Schutz, es kam zum Gerichtsfall in den USA.
Dann folgte noch ein weiterer interessanter Fall, der sich in unseren Breitengraden abgespielt hatte. Dabei ging es um einen Audi R8, der nach einem leichten Unfall vergleichsweise geringe Schäden am Unterboden und am Seitenschweller erlitten hatte. Der markenunabhängige Swissgarant-Carrosseriebetrieb “autohauser” wurde mit der Reparatur beauftragt, fand aber in den Herstellerunterlagen keine Hinweise für die nötige Seitenschweller-Reparatur. Eine Rückfrage bei Audi führte zu folgender Auskunft: “Im vorliegenden Fall muss, wenn das Fahrzeug repariert werden soll, die gesamte Karosserie ersetzt werden, da keine Reparatur am CFK bzw. Seitenschweller mit diesem Schadenbild erlaubt ist.”
Der R8 wurde damit zum Totalschaden. Eine Reparatur hätte vermutlich die Sicherheit beeinträchtigt. Wie wird dies aber in 20 oder 30 Jahren sein, wenn herstellerspezifische Unterlagen fehlen und selbst die Service-Abteilungen der Autobauer sich nicht mehr an die Besonderheiten spezifischer Modelle von früher erinnern?
Es wurde schon mehrfach thematisiert. Nicht nur die zunehmende Elektronik ist ein Risiko für das zukünftige Überleben von Automobilen sondern auch die immer komplexere Bauweise von Karosserien mit integrierten Werkstoffen unterschiedlicher Festigkeit und schwer reparierbaren Klebe- und Schweissmethoden.

























