Als die Keilform in Mode war ...

Daniel Koch
29.12.2019

Die Keilform im Automobildesign hatte ihre Blütezeit in den Siebzigerjahren, etwa Mitte der Achtzigerjahre zeichnete sich das Ende der flachen Flunder ab. Ein Grund für das Verschwinden der "Wedges", wie die Keile im englischsprachigen Raum genannt wurden, war, dass Klappscheinwerfer nicht mehr zeitgemäss waren. Die meisten Autos dieser Gattung hatten aber, bedingt durch die flache Bauart der Front, versenkbare Scheinwerfer. 

Es gibt vermutlich mehrere Gründe, dass die Klappscheinwerfer seit vielen Jahren aus den Automobilen verschwunden sind. Sie sind nicht aerodynamisch, und in Zeiten, in denen um jeden zehntel Liter der Verbraucheinsparung gekämpft wird, sind integrierte Scheinwerfer einfach die vernünftigere Lösung. Auch erhöhte Anforderungen an den Fussgängerschutz forderten sicher ihren Tribut. Nicht zuletzt waren sie auch immer ein Kostenfaktor, denn Klappscheinwerfer benötigten einen eigenen Mechanismus, egal, ob sie elektrisch, manuell oder mit einem Vakuumsystem betrieben wurden.

Einer der berühmtesten Vertreter der Serienwagen mit dieser Formensprache war wohl der Lotus Esprit aus der Feder von Giorgetto Giugiaro.

Aber auch Oliver Winterbottom war prägend für Fahrzeuge, die aussahen, als wären sie aus Papier gefaltet worden. Er entwickelte stilbildende Formen wie die des 1975 vorgestellten Lotus Elite 75 oder verschiedene TVRs, wie den ab 1983 erhältlichen 350i 2+2.

Wer sich einen wirkich kostspieligen und aufwändig zu wartenden Keil anschaffen wollte, kam kaum am Aston Martin Lagonda vorbei. Die von William Towns gezeichnete Luxus-Limousine ist heute ein gesuchtes Sammlerstück.

Allen "Keilen" gemein ist, dass sie heute mehr polarisieren als damals. In den Siebzigerjahren war es einfach "en vogue", einen Keil zu fahren. Heute, wo sich viele Autos ähnlich sehen und manche Marke ihre visuelle Identität verloren hat, ist es erfrischend, wenn man ein keilförmiges Auto im Alltag sieht. Um ein so auffälligens Fahrzeug zu beewegen, sollte man allerdings ein bisschen exzentrisch veranlagt sein, da man nie unbeobachtet bleibt...

Dank neuester LED-Technik und deren Leuchtkörper, die immer kleiner gebaut werden können, ist es durchaus möglich, dass das Keildesign bald wie Phoenix aus der Asche auferstehen wird. Ein erster Vorbote könnte der Tesla Cybertruck sein. Es ist jedem selber überlassen, sich darüber zu freuen, oder eben nicht...

Archivierte Einträge:

von fr******
07.01.2020 (08:59)
Antworten
Da gab es doch noch diesen 80er Jahre Subaru, heute wie dazumal ein ziemlicher Exot.
http://www.swissclassics.com/de/artikel/Ich-werde-30-Subaru-XT.html?gallery=on
von es******
31.12.2019 (18:07)
Antworten
Der sicherlich schönste und der über die vielen Baujahre immer wieder verändert werden musste ist der Lamborghini Countach. Der begeistert heute immer noch selbst der Optisch zu stark veränderte Anniversari gefällt heute noch.
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