Unvergessliche Klappscheinwerfer
Klappscheinwerfer gehörten bei den Sportwagenbauern der Siebzigerjahren zum guten Ton. Sie erlaubten eine flache und aerodynamisch vorteilhafte Frontgestaltung und gleichzeitig eine elegante Linienführung. Fahrzeuge wie der Maserati Ghibli , der Lamborghini Countach oder der Ferrari 512 BB sind Beispiele aus dieser Zeit. Besonders in der Keilform-Ära waren die ausfahrbaren Leuchtkörper beliebt.
Erstmals eingesetzt waren Klappscheinwerfer aber schon in den Dreissigerjahren, als Cord ursprünglich als versenkbare Landescheinwerfer gedachte per Handkurbel ausschwenkbare Leuchtkörper in das Modell 810/812 einbaute.
In den Nachkriegsjahren tauchten Klappscheinwerfer bei diversen Kleinserienfabrikaten auf, so zum Beispiel beim Siata 208 CS .
Erst in den Sechzigerjahren setzte dann ein eigentlicher Boom ein und die ausschwenkbaren Scheinwerfer eroberten auch den Massenmarkt. Der Oldsmobile Toronado zeigte besonders eindrückliche Schlafaugen (Bild siehe oben).
Opel baute beim Modell GT vermutlich das einzige Fahrzeug mit längs zur Fahrzeugachse ausrollenden Scheinwerfern. Die Betätigung erfolgte per Handhebel und Muskelkraft.
Lamborghini Miura und Porsche 928 wiesen Klappscheinwerfer auf, die auch im ruhenden Zustand sichtbar waren, da sie nach vorne, statt nach oben klappten.
Auch Aston Martin musste beim Lagonda auf Klappscheinwerfer zurückgreifen, wohl weil es bei der sehr keilförmigen und tiefliegenden Schnauze nicht möglich war, die Hauptscheinwerfer ohne dieses Konstrukt gesetzeskonform hoch genug einzubauen.
Einen Schritt weiter ging Claudio Zampolli bei seinem Cizeta V16T . Der von Gandini gezeichnete Wagen wies gleich vier ausklappbare Scheinwerfer auf.
Zunehmende Anforderungen bezüglich Fussgängerschutz, Nachteile in der Aerodynamik und Entwicklungen in der Scheinwerfertechnik, die kleinere und vielseitig platzierbarere Leuchtkörper zuliessen, machten den Klappscheinwerfern in den Jahren des beginnenden neuen Jahrtausend den Garaus.

































