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Passione Caracciola 2018: Passione Caracciola 2018

Wo ist er denn?

Bruno von Rotz - 30.09.2012

Mercedes-Benz 710 SSK wird von Frazer Nash Saloon in Goodwood überholt

Etwas verdutzt sucht der Fahrer des Mercedes-Benz 710 SSK von 1928 beim Rennen um die Brooklands Trophy am Goodwood Revival 2012 seinen Gegner im (nachträglich montierten) Rückspiegel. Beim Gegner handelt es sich um den beherzt gefahrenden Frazer Nash Saloon ‘The Owlett’ von 1928 und dieser ist bereits ausgeschert und setzt zum Überholen an, was wohl der Pilot des leistungsstärkeren Mercedes so nicht erwartet hatte.

Mehr Eindrücke zur Brooklands Trophy anlässlich des diesjährigen Goodwood Revivals 2012 finden sich natürlich auf Zwischengas.

 

Die seltsame Geschichte des einzigen Tucker Convertible

Stefan Fritschi - 29.09.2012

Tucker Convertible - offen

Der Tucker 48 „Torpedo“ von 1947 wurde durch Coppolas Film berühmt. Er war die Realität gewordene aber erfolglose Vision von Preston Tucker. Insgesamt 52 Tucker-Fahrzeuge sind verbürgt: der Prototyp namens „Tin Goose“, 50 Vorserienfahrzeuge und ein nachträglich aus vorhandene Teilen erbautes Auto. Vor einiger Zeit tauchte Nummer 53 auf und sorgte in der Szene für Verwirrung. Benchmark-Classics bietet nämlich ein Cabriolet an. Ein bisher unbekanntes Derivat oder eine plumpe Fälschung?

Tucker Convertible - geschlossen

Zu Beginn erst mal die Fakten. Nach der Fertigstellung der 1 plus 50 Fahrzeugen und der Schliessung der Fabrik hätte man mit den vorhandenen Teilen noch rund acht weitere Autos bauen können. Aber es sind nur noch zwei weitere Fahrzeuge bekannt: Nr. 1051 und 1057. Hier die Details dazu:

Nr. 1051 wurde in den achtziger Jahren aus oben genannten Liquidationsfundus fertiggestellt. Er gilt somit als letzter, aber nicht mehr von Tucker verantworteter Wagen Nr. 52. Die Nummerierung fängt übrigens bei 1000 (Prototyp) an. Deshalb ist Nr. 1051 das 52. Auto, welches in New Jersey, USA beheimatet und in Privatbesitz ist.

Tucker 48 (1947) Acht unfertige Tucker in der Fabrik nach der Schliessung

Preston Tucker dachte bereits an die Zukunft. Folglich arbeitete er bereits am Nachfolger mit der Bezeichnung Tucker 49. Chassisnummer 1057 wurde deshalb als Experimentalfahrzeug aufgebaut. Auf Fotos, die unmittelbar nach der Fabrikschliessung gemacht worden sind, erkennt man die unvollständige Karosserie anhand des auffälligen Panorama-Heckfensters.

Tucker 48 (1947) Fahrgestell Nr. 1057 als Facelift mit Panorama-Heckscheibe

Es wurde nämlich kritisiert, dass die Übersichtlichkeit nach hinten schlecht wäre. Dieses Nachfolgeauto wurde aber nie fertiggestellt, und sein Verbleib ist nicht bekannt. Vermutlich wurde es zusammen mit der restlichen Liquidationsmasse an Teilehändler verkauft.

Vera ist der Vorname von Tuckers Frau. Da sie ihren Mann in seinen Zielen vollumfänglich unterstützte, durfte sie auch einigen Einfluss nehmen. So ist die Karosseriefarbe Nr. 200 „Waltz Blue“ ihre Lieblingsfarbe, die sie selber anmischen durfte. Aber man weiss auch, dass Frau Tucker Cabrios geradezu hasste. Deshalb ist es mehr als unwahrscheinlich, dass Preston Tucker ein Convertible bauen wollte. Seine Gattin hätte ihm den Segen dazu verwehrt.

Tucker 48 (1947) Chassis-Nr. 1057 in der stillgelegten Tucker-Fabrik

Weil aber noch genug Bauteile für weitere Autos übrig blieben, könnten diese zum Aufbau des ominösen Cabrios genutzt werden. Zudem gibt es neben den bekannten 52 Tucker-Fahrzeugen und den oben genannten unvollständigen Limousinen noch weitere Exemplare. So wurden für den Film von Francis Ford Coppola aus dem Jahr 1988 Dummies gebaut um die originalen Fahrzeuge zu schonen, welche am Set verwendet wurden. Auch Tucker-Fans bauten sich ein eigenes Auto, weil sie sich kein Original leisten konnten. Dies sind Replicas auf technischer Basis von US-Strassenkreuzern späterer Jahre, die aber meist unvollständig sind (z. B. ohne genaue Reproduktion des Interieurs). Daraus wurden mindestens zwei offene Versionen gebaut. Ein blaues und ein rotes Cabrio aus Fiberglas. Alle diese Fahrzeuge werden aber niemals als Originale bezeichnet.

Die Echtheit eines voll restaurierten Tucker-Cabrios ist mehr als umstritten. Der aktuelle Besitzer, Benchmark Classics, Madison, USA sagt, dass es sich bei der Basis um das verschollene Experimentalchassis Nr. 1057, also den Tucker 49 mit Panorama-Heckscheibe, handelt. Es gäbe in den Teilen überall Kennzeichnungen, die darauf hindeuteten. Beweise für diese Behauptung gibt es allerdings nicht. Benchmark hat eine eidesstattliche Erklärung des (unbekannten) Vorbesitzers. Ein gewisser Bernie sagt darin, dass er im Werk ein Fahrzeug aufschneiden musste. Auch Designer Alex Tremulis bestätigt, dass ein Auto aufgeschnitten wurde. Der Originaltext in Englisch sagt aber nichts von einem Cabrio. Vermutlich bezieht sich das Aufschneiden auf die Heckpartie von Nummer 1057 um für die Panoramascheibe Platz zu machen. Anhand von Fotos kann man denn auch sehen, dass Nummer 1057 immer noch mit festem Dach und ausgeschnittener Panoramascheibe im Werk herumstand als dieses schon geschlossen war.

Wie andere Dokumente von Benchmark-Classics aussagen, wurde der Convertible erst 1966 glaubhaft gesichtet. Undatierte Farbfotos zeigen das Auto vor der Restaurierung in zerlegtem Zustand unter einem Haufen von Teilen in einer Garage. Es ist also definitiv unwahr, dass 1057 noch noch unter Tucker zum Cabrio umgebaut worden ist.  Quintessenz: es könnte sich tatsächlich um Nummer 1057 handeln. Aber dann wurde das Auto nachträglich zwischen 1948 und 1966 zum Cabrio umgebaut. Und ist damit nur ein halbes Original und keinesfalls ein bisher unbekanntes Projekt unter Tucker.

Die oberste Autorität, der TACA (Tucker Automobiles Club of America) geht davon aus, dass es sich wohl um eine originale Basis und vielleicht um die verschollene Nummer 1057 handelt. Motor und Fahrwerk sowie die Front sind echt. Man geht aber davon aus, dass der gesamte Rest, also das Heck und die Verdeckkonstruktion, nicht von Preston Tucker initiiert worden sind. Der TACA ist übrigens sehr offen, wenn ein neuer Tucker auftaucht. Insbesondere, weil es noch vier Exemplare und die angesprochenen Restteile gibt, deren genaues Schicksal nicht oder nur teilweise bekannt ist. Allerdings scheint man im Fall des Convertible berechtigte Zweifel zu haben und verwehrt ihm die offizielle Autorisierung.

Benchmark Automobiles hat dadurch ein grosses Problem. Man möchte den Tucker als achtes Weltwunder im Bereich von 1 – 1,3 Millionen Dollar verkaufen. Ist es aber nur ein halbechter Tucker, könnte man höchstens einen Viertel davon verlangen. So geschehen bei Chassis Nr. 1046 welches mit Mercury-Technik ausgestattet ist und daher bei einer eBay-Auktion 2007 nur 207‘000 Dollar brachte.

Wer mehr wissen möchte, kann sich auf einer eigens geschaffenen Homepage über den Convertible informieren, Die offizielle Stellungnahme des TACA findet sich auf deren Internetseite. Und die gesamte Tucker-Geschichte mit dem Verbleib jedes einzelnen Autos gibt es natürlich auf Zwischengas.

 

Fiat Ritmo - etwas anders als die anderen

Bruno von Rotz - 28.09.2012

Fiat Ritmo - Studiofaufnahme im Jahr 1978

Als Fiat 1978 den Ritmo präsentierte, sah dieser nicht so aus, wie die anderen Autos. Das Design entstand bei Fiat intern, die Federführung lag bei Gian Paolo Boano, dem Sohn von Mario Felice Boano. Aussergewöhnlich war die asymmetrische Front. Auf der Motorhaube war genauso asymmetrisch ein Lufteinlass angebracht und auch die Felgen hielt sich nicht an das, was man sich sonst gewöhnt war. Die Stossfänger waren hinten und vorne weit hochgezogen und in das Karosseriedesign integriert worden.

Die ersten Zeichnung sahen allerdings noch umfassend anders und wesentlich konventioneller aus als das fertige Modell.

Stylingstudien des Fiat Ritmo

Neu war aber auch der Name, denn frühere Typen hatten meist nur Nummern getragen. Der Ritmo hätte wohl 138 geheissen, zumindest lautete die Projektnummer X1/38.
Schon lange vor der Lancierung waren Prototypen gesichtet worden.

Fiat Ritmo - Prototypen auf Erprobungsfahrten

Bis 1988 wurde er schliesslich gebaut, einige seiner Besonderheiten musste er allerdings im Laufe der Produktionsfront aufgeben, die Front wurde z.B. 1982 stärker dem Publikumsgeschmack angepasst. Dafür gab es besonders schnelle (125 TC) und offene Versionen (Cabriolet mit Überrollbügel nach dem Muster des Golf-Cabrios).

Heute sieht man kaum mehr je einen frühen Ritmo mit den beiden Kulleraugen, dabei sind die ersten bereits im Oldtimer-Alter.

Fiat Ritmo - wie er vom Band lief am Anfang, mit asymmetrischer Front

 

Der Citroën Méhari in den Augen der damaligen Werbefotografen

Bruno von Rotz - 27.09.2012

Citroën Méhari - in den Augen der Werbefotografen

Zwischen 1968 und 1987 baute Citroën fast 145’000 Gelände-/Freizeitfahrzeuge vom Typ “Méhari”. Die auf der Basis des 2CVs mit Kunststoffkarosserie gebauten Autos waren leicht und wendig.

Citroën Méhari - in den Augen der Werbefotografen im Jahr 1968

Bei der Lancierung liessen sich die Citroën-Marketing-Leute einiges einfallen, unter anderem stellten sie die Buggy-Alternative für verschiedene Einsatzzwecke im Bild dar und kamen dabei auch auf eher abwegige Ideen. So wurde der kleine Citroën auf verschiedenen Fotos als Golf-Fahrzeug, ...

Citroën Méhari - in den Augen der Werbefotografen - als Golfmobil

... als Notfallfahrzeug, ...

Citroën Méhari als Notfallfahrzeug - in den Augen der Werbefotografen

... als Safari-Mobil, als Heutransporter, als Strandauto ...

Citroën Méhari als Strandfahrzeug - in den Augen der Werbefotografen

...oder etwa als Hippie-Mobil (siehe Bild oben) dargestellt.

Alle Sujets sind wie immer im Zwischengas-Archiv zu finden. Sehenswert!

 

Der teuerste Aston aller Zeiten?

Bruno von Rotz - 26.09.2012

Aston Martin DBR1/2 von 1957 zu verkaufen

In der Szene wird vom teuersten Aston Martin aller Zeiten gemunkelt. Angeboten wird der Aston Martin DBR1/2 mit Baujahr 1957 von Talacrest und hinter vorgehaltener Hand wird offenbar ein Preis von £ 20 Millionen, immerhin gut CHF 30 Millionen oder Euro 25 Millionen, genannt. Ob es dazu kommt, wird man sehen. Aber die Voraussetzungen sind sicher nicht schlecht.

Aston Martin DBR1/2 von 1957 - Frontansicht

Der wunderschöne Sportwagen hat einen eindrücklichen Palmares mit Siegen in Spa (1957), am Nürburgring (1957), Goodwood (TT, 1958 und 1959), bei den 24 Stunden von Le Mans mit Salvadori/Shelby am Steuer (1959), Rouen (1960). Stirling Moss, Carroll Shelby, Brooks und Trintignant sassen neben vielen anderen am Lenkrad dieses Wagens.

Aston Martin DBR1/2 von 1957 - Heckansicht

Als einer von fünf gebauten originalen DBR1 ist er eine Rarität und sowieso unterschieden sich die einzelnen Wagen im Detail, so dass fast jeder als Einzelstück gelten kann. Ausgerüstet mit einem Reihensechszylinder, rund 800 kg schwer und mit einer DeDion-Achse hinten versehen, war der Aston ein sehr konkurrenzfähiger Sportwagen und er überzeugte auch mit einem durch Ted Cutting gestalteten Design, das auf der Form des DB3S aufbaute.

Cockpit des Aston-Martin DBR1/2 von 1957

Ob ein Käufer bereit sein wird, einen derartig hohen Betrag zu überweisen, wird sich zeigen, immerhin könnte er die £ 20 Millionen auch in eine ausgewachsene Sammlung sämtlicher Strassen-Astons (DB 2, DB 4, DB 5, DB 6, DBS, DBS V8, Lagonda, etc.) investieren und mit dem Wechselgeld sogar noch den einen oder anderen Rennwagen dazustellen. Als Investition könnten beide Ansätze Sinn machen, die Unterhaltskosten einer ganzen Sammlung dürften aber die überschaubaren Wartungsaufwände für den DBR1-Rennwagen bei weitem überschreiten.

Reihensechszylinder-Motor im Aston-Martin DBR1/2 von 1957

 

Sitzhilfen für F1-Fahrer im Oldtimer

Daniel Reinhard - 25.09.2012

Michael Schumacher an der Fahrerparade von Singapur 2012 - kaum zu sehen im Mercedes

Bei den obligaten Fahrerparaden der Formel 1 gibt es immer wieder (Oldtimer-) Fahrzeuge, die sich besser oder auch weniger gut eignen, um einen GP-Fahrer zu präsentieren. So auch in Singapur am letzten Wochenende.

Fernando Alonso im Alfa Romeo Duetto bei der Fahrerpräsentation in Singapur

Fernando Alonso hatte mit dem Alfa Romeo Duetto kein Problem. Jeder kann ihn sehen, dank tiefer Gürtellinie und flach liegendem Verdeck des Rundheckspiders.

Sebastian Vettel auf dem Dach des Bentley in Singapur 2012

Sebastian Vettel im geschlossenen Bentley dagegen wäre überhaupt nicht zu erkennen gewesen. Kurzerhand entschloss er sich, sich auf das Dach zu setzen.

Michael Schumacher auf Kissen in Singapur

Mit Michael Schumacher war das so eine Sache. Im altehrwürdigen Mercedes-Benz-Cabrio hätte er zwar auf dem zurückgefalteten Verdeck Platz nehmen können, doch der siebenfache Weltmeister bevorzugte einen Stapel von Kissen. Dieser Turm war allerdings auch nur begrenzt dienlich, um den prominenten F1-Piloten seinen Fans zu präsentieren (Ergebnis siehe Bild oben).

 

Ein neuer Automobil-Design-Ansatz - Asardo AR-S 1500

Bruno von Rotz - 24.09.2012

Asardo AR-S 1500 von 1959

Ziemlich vollmundig kündigte die kleine Firma “Asardo” in North Bergn (New Jerseay) im Jahr 1959 ihren selbstentwickelten Sportwagen Asardo AR-S 1500 an. “Kein anderes Fahrzeug bietet weltweit eine bessere Kombination aus Sicherheit. Leistungsfähigkeit und Design zu einem vergleichbaren Preis”, schrieben die Macher in ihrer Verkaufsbroschüre. Tatsächlich hatten sie alle Register gezogen und einen leichtgewichtigen Rohrrahmen entwickelt, über den sie ein Kunststoffkleid mit Flügeltüren stülpten.

Chassis des Asardo AR-S 1500 von 1959

Den Motor entliehen sie von Alfa Romeo, modifizierten ihn aber gründlich und entlockten den 1’490 cm3 immerhin 135 PS bei 6’800 U/Min. Die maximale Drehzahl wurde mit 8’000 U/Min angegeben. Mit den 612 kg des fahrbereiten Wagens dürfte der Motor auf jeden Fall keine Mühe gehabt haben und auch die 217 km/h Spitze tönt nicht unrealistisch.

Asardo-Alfa-Romeo-Motor von 1959

USD 5’875 wollte die kleine Firma in North Bergen für den kleinen Wagen, was vielleicht zuviel für die Amerikaner war.

Offensichtlich baute die kleine Firma mehrere Motoren, während das Fahrzeug ein Einzelstück blieb. Dieses ist nun wieder aufgetaucht, nachdem es offensichtlich von Kalifornien, wo es Ende der Neunzigerjahre verkauft wurde, nach Belgien ging und jetzt zu verkaufen ist. Gemäss dem Verkäufer (in Deutschland) befindet sich wieder ein Alfa-Romeo-Motor im Fahrzeug, während in den USA teilweise ein Buick-V8 installiert war. Aktuell steht der Wagen in Spanien.

Auf Zwischengas gibt es schon einmal den Originalverkaufsprospekt zu bestaunen. Und ob man das Fahrzeug auch heute noch als “timeless beauty”, also als zeitlose Schönheit sieht, ist jedem selber überlassen. Die Fotos im Verkaufsinserat jeden Fall tun dem Wagen nicht viel Gutes.

 

Karl Wendlinger und seine Annäherung an den Mercedes-Benz W25

Daniel Reinhard - 23.09.2012

Karl Wendlinger auf dem Mercedes-Benz W25 am Goodwood Revival 2012

Karl Wendlinger, der ehemalige Sauber F1-Pilot, startete mit dem Mercedes-Benz W25 beim Demonstrationsfahren der Silberpfeile am Goodwood Revival 2012.
Bei den 5 Trainingsrunden am  Freitag tat er sich noch richtig schwer mit der für ihn ungewohnten Pedalerie.

„Mit dem Gas in der Mitte, der Bremse rechts davon und die Kupplung auf der anderen Seite des Kardans ganz links ist das Fahren sehr gewöhnungsbedürftig. Hochschalten war kein Problem aber beim Runterschalten und Bremsen musste ich mich schon konzentrieren um keinen Fehler zu machen. Das Schlimmste, was dir als Fahrer mit so einem wertvollen und originalen Auto passieren kann, ist, es unsanft in der Botanik zu parkieren. Dazu kommt, dass ich keine Chance hätte aus dem Auto zu fallen, wie es Hans Hermann auf der Avus 1959 passiert ist, da ich mit meiner Körpergrösse im Cockpit komplett festgeklemmt war. Es grenzt sowieso an ein absolutes Wunder, dass Fahrer wie Hans Hermann die damalige Zeit überleben konnten“.

Wendlinger schaut dabei in Richtung Himmel und meint: „Irgendwie wollte man wohl nicht alle da oben haben“.

„Es muss der totale Wahnsinn gewesen sein, mit diesen Autos Rennen zu fahren. Der Motor - mit seiner irren Leistung - ist dem Rest der Technik derartig überlegen, dass man damals bestimmt nie die volle Leistung ausspielen konnte. Es war wohl wie der berühmte Ritt auf der Kanonenkugel“, meinte Karl Wendlinger, der die Fahrt im geschichtsträchtigen Auto genoss, weiter.

Wir haben einen ausführlichen und reichhaltig illustrierten Veranstaltungsbericht zum Goodwood Revival 2012 publiziert. Alleine schon die vielen Bilder zu den Silberpfeilen in einer eigens angelegten Fotogalerie lohnen ein Vorbeischauen. 

 

Cobra-”Erneuerung” rund um Goodwood

Daniel Reinhard - 22.09.2012

Die AC Cobra, mit der Gerhard Berger 2011 einen Unfall in Goodwood hatte - am Goodwood Revival 2012

Vor einem Jahr haben wir anlässlich des Goodwood-Revivals über den „Totalschaden“ des von Gerhard Berger pilotierten Cobra berichtet.

Unfallwrack AC Cobra von 2011

Das Auto wurde innerhalb der vergangenen zwölf Monate wieder aufgebaut und stand so auch dieses Jahr wieder am Start (Bild oben).
Im Feld des „Cobra-Cups“, einem Tribut an Carrol Shelby, fuhr er einige wenige Runden, bevor er mit technischem Defekt stehen blieb!

Die AC Cobra, mit der Martin Brundle in Goodwood 2012 im Training antrat

Martin Brundle verlor wenig später seine „Schlange“ und prallte in das abgestellte Ex-Berger Auto. Martin Brundle dazu: „Es war ein klarer Fehler der Streckenposten, die das Auto an dieser Stelle stehen liessen“.

Die AC Cobra, mit der Martin Brundle am Goodwood Revival 2012 verunfallte

Dieser Unfall führte dazu, dass der arme Besitzer auch dieses Jahr wieder eine Havarie mit nach Hause schleppen musste. So geht ihm die Arbeit wohl nie aus und das Auto erneuert sich dazu noch jährlich! Immerhin kann er sich dieses Mal dem Heck statt dem Frontbereich widmen ...

Im Jahr 2012 verunfallte AC Cobra - diesmal mit Heckschaden

Ein Witz aus dem letzten Jahr von Earl of March, gerichtet an den Besitzer des von Berger in die Mauer gedrückten Cobras, bleibt in Erinnerung: „Ich habe dich persönlich eingeladen und gebeten, dein Auto hier zu zeigen, so kann ich dir die Mauer wohl nicht in Rechnung stellen“.

 

Silberpfeil am Grossglockner

Bruno von Rotz - 21.09.2012

Mercedes-Benz W125 am Grossglockner Grand Prix 2012

1939 gewann Hermann Lang mit einem Mercedes-Benz W125 beim Grossglockner-Bergrennen. 73 Jahre später war der Wagen zurück am Berg.

Es ist schon ein einmaliges Erlebnis. Man sitzt inmitten der Natur, kein Laut ausser Vogelgezwitscher, Wasserfallrauschen und gelegentlichen Windböen ist zu hören, bis plötzlich in der Ferne ein Motorgeräusch erschallt.

Mercedes-Benz W125 am Grossglockner

Es nähert sich schnell und dann rast Jochen Mass im Silberpfeil durch, der Achtzylinder-Reihenmotor brüllt sein einmaliges Lied.

Mercedes-Benz W125 - wie einst Hermann Lang vor 73 Jahren

Und so schnell, wie er gekommen ist, ist er auch vorbei. Und wieder kehrt Ruhe ein, bis zum nächsten Lauf.

Mercedes-Benz W125 bei der zweiten Bergrfahrt am Grossglockner GP 2012

Wer diese einmalige Geräuschkulisse hören möchte, sei auf das Tonmuster verwiesen. Zum Grossglockner Grand Prix 2012 werden wir demnächst einen umfangreichen Bildbericht veröffentlichen.

 

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