Die Steigfähigkeit, ein vergessenes Kriterium beim Fahrzeugkauf
Wer vor 40 und mehr Jahren ein Auto zu kaufen plante und nicht nur im Flachland fahren wollte, mass das Objekt der Begierde auch gegen das Kriterium der “Steigfähigkeit”.
Die Steigfähigkeit bezeichnet das Vermögen eines Fahrzeugs, eine Steigung zu erklimmen. Wer je mit einem Citroën 2CV der Fünfzigerjahre versucht hat, eine Bergauf-Strecke zu bewältigen, weiss was gemeint ist. Irgendwann scheint selbst der erste Gang zu kurz ...
Entsprechend wichtig war dieses Kriterium bei Fahrzeugtests (und in der Werbung). Die Automobil Revue etwa mass die Dauersteigfähigkeit gleich in allen Vorwärtsgängen. So lautete das Testverdikt für den VW Käfer 1200 im Jahr 1961, dass zum Beispiel im ersten Gang eine Steigung von 26% bei einer Geschwindigkeit von 10 km/h erklommen werden konnte, während im vierten Gang bei Tempo 60 km/h 8%, bei 100 km/h 4% Steigung gemeistert werden konnten.
Die Steigfähigkeit wird durch die Motorleistung, die Getriebeübersetzung, das Antriebskonzept, die Gewichtsverteilung und die Bereifung (in abnehmender Priorität) beeinflusst. Heute ist dies alles kein Thema mehr, denn Leistung haben wir ja selbst beim kleinsten Fahrzeuge im Überfluss.
Der
Farbprospekt zum Hansa 1100 aus dem Jahr 1959
, dem das gezeigte Bild entstammt, findet sich natürlich im Zwischengas-Archiv, genauso wie ein historischer Testbericht aus dem Jahr 1958.


























