Die Pass-Sammler

Bruno von Rotz
10.11.2012

Mercedes-Benz 300 SLR auf dem Sustenpass

Als wir letzthin einen historischen Testbericht redigierten, stiessen wir auf den vergessenen Begriff “Pass-Sammler”.

Blenden wir fünf oder sechs Jahrzehnte zurück, als die Alpen und andere bergige Hindernisse noch nicht durch km-lange Tunnel-Bauten “unterfahren” werden konnten, als die Strassen über die Pässe schmal, steil und schlecht ausgebaut waren, als die Autos noch nach ihrer Steigfähigkeit beurteilt wurden und die Bremsen der langen Talfahrt noch wenig entgegenzusetzen hatten und ihren Dienst zu versagen drohten. Damals war die Fahrt über einen Berg noch für viele ein Abenteuer und eine Herausforderung.

Steyr 220 am Plöckenpass

Und entsprechend war es auch eine Leistung, wenn man den Susten, Nufenen, Grossglockner oder eben den 2’860 m hohen Col de la Bonette überwunden hatte. Mancher Autofahrer wurde so zum Pass-Sammler und reihte erklommene Passhöhe and Passhöhe, dokumentiert um ein Gipfelfoto.

Fiat 1800 am Olivierstock Pass auf 1100 m

Diese Zeiten sind natürlich lange vorbei, denn im modernen Auto nimmt man kaum noch eine Steigung wahr, Leistungsverlust auf 2’000 Metern ist seit dem Ableben des Vergasers auch Schnee von gestern und die Abenteuer von früher sind Geschichte. Nur Oldtimer-Fahrer erleben ab und zu wieder einmal die Befriedigung, wenn ihr altes Fahrzeug erfolgreiche viele Höhenmeter absolviert hat.

Den Testbericht mit der Überquerung des Col de la Bonette ist hier zu finden.

Archivierte Einträge:

von eu******
26.11.2012 (18:23)
Antworten
Hallo!

Da gab es einmal die eine ganz tolle Veranstaltung, die GROSSE INTERNAT. ADAC-ALPENSTRASSENFAHRT hieß.

1981 und 1983 fuhr ich als junger motivierter Yamaha XT-Fahrer gleich zwei Mal sehr erfolgreich diese Veranstaltung (Punktemaximum bei rund 350 Teilnehmern aus ganz Europa). Dieser Wettbewerb, erstmals 1969 vom Motor-Sport-Club Fürstenfeldbruck e.V. im ADAC durchgeführt, hatte sich im Laufe der Jahre sehr viele Freunde unter den Motorrad-Tourenfahrern erworben. Ziele waren bis zu 250 der kuriosesten Pass-, Gipfel-, Hoch- und Höhenstraßen. Je schwieriger, umso mehr Punkte wurden vergeben. das hieß aber auch, dass nur die extremsten Schotterwege, meist ehemalige Militärsträßchen aus dem 1. Weltkrieg zu befahren waren.
In einer Zeit, in der es noch kein Navi, GPS und Internet gab, war die Planung dazu und das Auffinden der über den ganzen Alpenraum verstreuten Ziele, sehr schwierig. Da konnte einem auch der Automobilklub nicht weiter helfen, eher schon eine umfangreiche sammlung von 1:50.000-Wanderkarten aller Alpenregionen...
Bei der Anfahrt zu den vorgegeben Zielen befuhr ich auch alle Alpentäler und Pässe über 2000m Höhe. So nahm ich in nur zwei Wochen nicht wenige als 58 Pässe unter die Räder und war von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang in den oberen Regionen der Alpen unterwegs...

1982 fuhr ich bei einem Bewerb mit, wo die Höhenmeter der Pässe zugleich als Punkte gewertet wurden. Dagegen ist die heutige Mille Miglia ein kurzer Klacks...

Nachfolgend ein paar Tags zu meinen 2-wöchigen Alpenfahrten.
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Weitere Zielpunkte waren: Mahdbergalpe, Formarinalpe, Alp Alpisella, Albertüsc Alp, Aurafreida, Furggen, Alp Kaltenberg, Arpeyssauo Alp, Rifugio Duca d' Abruzzi, Chaz Dura, Mont Jovet, Capana Verde, Punta Colomion, Mont Chaberton, Mont Jafferau, Vallcavera, Colle Mulo, Traversiera Gias, Colle di Sampeyre, Varaita-Maira-Kammstrasse, Dronero, Borgo S. Dalmazzo, St. Dalmas de Tende, Julie Cabana, Cuneo, Asti, Brescia, Rovareto, Pasubio, Sette Croci, Malga Galmara, Monte Campigoletti, Belluno, Forni Avoltri, Forcella Moraeto, Kreuzbergpass, Sillian, Sillianer Hütte, Großglockner ...

Als das Motoröl der XT aus allen möglichen Dichtungen den Weg aus dem Motor gesucht hatte, lernte ich auch längst kennen, was Leistungsverluist in Höhen Nahe der 3000-Meter-Marke bedeutet. Insgesamt war ich 15-Mal auf Berggipfeln über 3000m Höhe.

Den praktischen, größeren Benzin-Tank holte ich mir zuvor extra per Bahn von SONAUTO in Paris, wo damals die Motorräder für die Dakar-Rallye vorbereitet wurden.

Inzwischen besteht für die meisten der ehemaligen Militärstrassen strengstes Fahrverbot und sie liegen jetzt z.T. in neu errichteten Naturparks.

MfG
Bernhard Egger :: facebook.com/eumotoimages/

Schönen Gruß auch an Dani!
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