Die Geschmäcker ändern sich (Eindruck von der Rétromobile) …

Bruno von Rotz
09.02.2017

Rolls-Royce 20/25 und Porsche 911 Turbo im Vergleich - RM/Sotheby's Paris 2017

Wer schon in den Siebzigerjahre an Klassiker-Versteigerungen war oder sich noch an die Ergebnisse von damals erinnert, wird wissen, dass damals die teuersten Fahrzeuge einer Auktion meist eine “Emily” auf der Haube hatten. Limousinen und Spezialkarosserien auf der Basis von Rolls-Royce-Fahrgestellen waren “en vogue” und mancher Sammler erachtete sie als die wichtigsten Fahrzeuge in seiner Kollektion. Die Preise waren damals auch noch tiefer. Wenn sie tatsächlich sechsstellig wurden (lassen wir die Währung einfach einmal beiseite), dann waren sicherlich meist Rolls-Royce-Fahrzeuge involviert.

Heute, rund 40 Jahre später sind die Preise vielfach immer noch (oder wieder) auf ähnlichem Niveau. Gestern wurde ein hübsches Rolls-Royce 20/25 Three-Position-Window Drophead Coupé von 1930 bei RM/Sotheby’s in Paris für EUR 125’000 zugeschlagen (Bild oben, linke Hälfte).

VW Käfer von 1952 - für EUR 52'000 zugeschlagen in Paris 2017 (RM/Sotheby's)

Gleichzeitig erreichten die Gebote für einen VW Käfer Scheunenfund von 1952 EUR 52’000 und bei einem Porsche 911 Turbo Cabriolet von 1995 (Bild ganz oben, rechte Hälfte) fiel der Hammer bei EUR 1,2 Millionen, notabene fast dem Zehnfachen des Rolls-Royce-Preises. Fairerweise muss gesagt werden, dass von diesem spezielle Porsche Cabrio nur 14 Exemplare so gebaut wurden, aber im Grundsatz ist es "einfach ein 911-er".

Hier wird die Veränderung der Klassiker-Szene und ihrer Wertvorstellungen eindrücklich dokumentiert und auch die veränderten Geschmäcker. Neu ist das nicht, aber derartig extrem gelebt wie an der RM/Sotheby’s-Versteigerung wird es nicht alle Tage.

Wer nun die Schlussfolgerung zieht, dass das Interesse an Vorkriegsautos einfach fehlen, muss allerdings auch berücksichtigen, dass der Alfa Romeo P3 von 1934 auf EUR 3,5 Millionen hochgeboten wurde.

Ferrari 365 GTB/4 Daytona Spider bei RM/Sotheby's in Paris 2017

Die Preise jedenfalls pendelten sich im Grossen und Ganzen am ersten Versteigerungstag von Paris auf hohem Niveau ein und mangelndes Käuferinteresse war auch keines zu verzeichnen. Wir werden jedenfalls auch bei den anderen beiden Auktionen genau hinsehen und dann natürlich über alle drei detailliert berichten.

Archivierte Einträge:

von ar******
15.02.2017 (13:31)
Antworten
Stimmt, der Trend geht zu Autos, die jeder Idiot fahren kann.

Bei einem Vorkriegsauto muss man noch mageres oder fettes Gemisch wählen, Früh- bzw. Spätzündung justieren und auch sonst noch ein paar Punkte beachten, bevor man starten kann. Da muss man ja noch was denken beim fahren und man kriegt schnell schmutzige Finger, Igitt. Außerdem haben Vorkriegsautos meistens keine 400 PS und das ist dann ja viel zu wenig, um sich profilieren zu können.
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