Eine Ode an den Zweitakter - Däng-de-Däng-Däng-Däng

Bruno von Rotz
24.02.2017

Ford Fiesta mit Zweitaktmotor im Jahr 1992

Inzwischen sind sie längst von den Strassen verschwunden, obwohl immer wieder einmal ein Autohersteller oder Motorenentwickler deren Rückkehr ankündigt: Die Zweitakt-Motoren. 2011 wollte Peter Hofbauer, ein früherer Motorenentwickler von VW, einen Diesel-Zweitakt bringen, 1992 waren es die Briten, die einen Ford Fiesta (Bild oben) mit Zweitaktmotor ankündigten, der sich durchaus interessant anhörte. 80 PS stark, 1,2 Liter gross und dabei 30 kg leichter, deutlich einfacher und 400 Mark billiger als ein Viertakt-Äquivalent sollte der Fiesta-Zweitaktmotor sein. Er lief mit einem gemäss AR “angenehm-dumpfem Geräusch mit kernigem Unterton” und Ford plante, ihn ab 1996 zehntausendfach zu produzieren. Selbst das Emissionsproblem wollte man gelöst haben. Doch bekanntlich verlief die Idee im Sand.

DKW Exposrt-Limousine 1956

Da waren nebst anderen die DKW-/Auto-Union-Leute in den Fünfziger- und Sechzigerjahren deutlich erfolgreicher. Ihnen bescherte der Zweitakt-Motor viel Motorleistung bei geringer Baukomplexität. Doch irgendwann wollten die Autokäufer einfach keine Zweitakter mehr, denen unangenehme Gerüche nachgesagt wurden und bei denen man - trotz Frischölautomatik - halt ständig Motorenöl zum Verbrennen in den Motor geben musste, was sich in einer unübersehbaren Fahne aus dem Auspuff äusserte.

Nur beim Motorrad, da hielt sich der Zweitakter noch lange. Im Rennsport war kaum ein Kraut dagegen gewachsen, eigentlich konnte man ihnen nur mit einem Verbot den Garaus machen. In der 125-er-Klasse zum Beispiel wurden noch 2011 die letzten Meister mit Zweitaktmotoren gekürt, in der 500-er zeigten die Zweitakter bis 2001, wie man viel Leistung aus wenig Hubraum herausholte, 200 PS waren es bei der Honda NSR500.

Auch heute noch hat der Zweitakter seinen Reiz: Er klingt aggressiv, dreht mühelos hoch, bietet viel Leistung für die Hubraumgrösse und macht das Fahren wegen dem fehlenden Bremsmoment und dem meist vorhandenen Freilauf zum Erlebnis. Wir mögen ihn auf jeden Fall und wünschen uns vor allem einmal eine Fahrt in einem Saab-Zweitakter, am liebsten in einem Sonett.

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