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Wenn der ganze Bulli rockt!

Daniel Reinhard - 30.06.2017

Rockn'Roll Bulli aus Italien (© Daniel Reinhard)

Ab und an kann man doch auch noch positiv überrascht werden. Bei der runden Geburtstagsfeier eines Freundes fuhr plötzlich ein bunter und rockender Bulli mit italienischem Kennzeichen vor. Er blieb vor versammelter Menge mit offener Seitentür stehen und rockte friedlich weiter. Der Sound war gut, sogar sehr gut und die Jungs brachten sofort die gesamte Gruppe in Bewegung. Alle, egal ob jung oder alt, zeigten sich total begeistert. Die Bulli-Band war der absolute Höhepunkt des Abends.

Rockn'Roll Bulli aus Italien (© Daniel Reinhard)

Nun, wie kamen die Italiener in die Innerschweiz? Mein Freund erzählt mir den Hintergrund: "Wir sahen die im letzten Jahr an der "Expo" in Mailand und ich machte davon ein Foto. Auf der Rückfahrt kam der Bulli immer wieder ins Gespräch und wir waren fasziniert von der Idee und begeistert vom Sound. Da mein runder Geburtstag näher kam, schrieb ich die Tifosi-Rocker an und bat sie in die Innerschweiz und siehe da, sie kamen, natürlich auf Achse."

Tao, der Band-Leader erzählt den Werdegang so: "2005 kaufte ich den Bulli Jahrgang 1974 um ein Fahrzeug mit Platz für die Band zu haben. Gleichzeitig las ich ein Buch über die Hippie-Szene, in dem der Bulli auch eine Hauptrolle einnahm und kam so auf die Idee, den Bus als Bühne zu nutzen. Ein Ingenieur und technisch sehr begabter Freund meinte, dass das möglich sei und so wurde gebaut."

Lautsprecher und Stromgenerator auf dem Dach, die zwei Gitarren und das Schlagzeug im Bus und die Tonsteuerung im Kofferraum.

Rockn'Roll Bulli aus Italien (© Daniel Reinhard)

“Unser erstes Konzert «fuhren» wir 2007 in der Innenstadt von Mailand. Kreuz und quer rockten wir durch die Strassen der Stadt. Das Echo der Leute war derartig grossartig, dass ich mir sicher war, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen hatten."

Rockn'Roll Bulli aus Italien (© Daniel Reinhard)

Wer auch immer ein Fest oder auch ein Oldtimer-Treffen musikalisch unterstreichen möchte und dazu auch noch nach etwas ganz Speziellem sucht, der ist bei Tao richtig. Ohne zusätzliche Infrastruktur wie Strom oder Licht rocken die äusserst sympathischen Italiener von Beatles bis Chris Isaak, von David Bowie bis Led Zeppelin alles herunter und bringen, egal wo sie sind, sicherlich jede auch noch so langweilige Gruppe in Schwung.
Wer die Jungs buchen möchte, der orientiere sich auf der Website der Band oder rufe direkt an: +39 328 0367425.

 

Wenn es etwas mehr Mühe bereitet, den Oldtimer zu verkaufen

Bruno von Rotz - 29.06.2017

Oldtimer verkaufen (Einduck von einer Messe)

Wir leben bekanntlich in der automobilen Goldgräberzeit, so wollen es uns zumindest Oldtimer-Magazine, Management-Zeitschriften und Investoren weismachen. Die Nachfrage nach alten Autos ist ungebremst, die Preise steigen und steigen.

Wer allerdings selber sein Auto verkaufen möchte, weil er zum Beispiel in die Jahre gekommen ist oder nach Jahren der Treue nach etwas anderem Ausschau halten möchte, stellt oft fest, dass es gar nicht so einfach ist, einen neuen Besitzer für den Oldtimer zu finden.

Man zeigt und inseriert also fröhlich seinen Wagen und dann? Null Echo, kaum Interesse, höchstens ein paar Pfennigfuchser auf Schnäppchenjagd.

Oldtimer verkaufen an einer Messe

Alles Mumpitz also mit den steigenden Preisen für alte Autos? Nun, die Welt ist wie immer komplizierter. Wer sein Schmuckstück, in das er viele Jahre und noch mehr Schweiss investiert hat, zu gutem Preise verkaufen möchte, benötigt Geduld und auch ein wenig Glück, als dass gerade der richtige Interessent zum aktuellen Zeitpunkt genau das sucht, was man anbieten kann. Oft stimmen die Erwartungshaltungen auf beiden Seiten eben nicht überein. Ein Verkauf klappt dann vermutlich nicht.

Einfacher ist es natürlich mit den Modellen, die jeder sucht, aber dazu gehören eben Ford Zephyr, Opel Olympia oder MG TD, um drei Beispiele zu nennen, nur bedingt. Und schliesslich will man Bargeld und keinen windigen Eintausch nehmen.

Aber trösten Sie sich. So, wie es Ihnen ergeht, geschieht es mit vielen hunderten verkaufswilligen Oldtimerbesitzern. Entweder man harrt aus oder man geht auf der Preisseite Kompromisse ein.

 

"Another brick in the wall” - oder - der Mercedes-Benz als Wandschmuck

Daniel Reinhard - 28.06.2017

Mercedes-Benz Coupé als Wandschmuck (© Daniel Reinhard)

"Another brick in the wall" hiess der der Titel auf der Rockoper-Schallplatte “The Wall” von Pink Floyd. Die Band landete damals einen grossen Hit.

Auf dem gezeigten Bild geht es aber weder um eine Mauer, noch um einen Baustein.

Mercedes-Benz Coupé als Wandschmuck (© Daniel Reinhard)

Das Mercedes-Benz Sechzigerjahre-Coupé hängt halbiert an der Aluminium-Fassade der Autoverwertung Lustenberger AG in Werthenstein im Kanton Luzern.

Mercedes-Benz Coupé als Wandschmuck (© Daniel Reinhard)

Vielleicht könnte ja diese Idee auch an Ihrem allfälligen Neubau eingeplant werden: Eine Fassade voller Autos, allerdings im Innern mit Glasfront wie bei einem Aquarium. So müssten die Autos nicht halbiert werden und könnten mit einer inneren Rampe auch weiterhin auf der Strasse gefahren werden.

 

Zum Scheunenfund der “Tresorfund”

Bruno von Rotz - 27.06.2017

Chevrolet Corvette C2 427 1967 (© Mecum)

An die Scheunenfunde hat man sich ja schon gewöhnt. Aber wie soll man das nennen, wenn ein Auto bestens geschützt und sicher aufbewahrt, ja gar konserviert wurde? Die Amerikaner sprechen dann gerne von “Vault find”, was man mit Gewölbefund oder Tresorfund übersetzen könnte. Natürlich wird niemand sein Auto im Geldschrank aufbewahren (können), aber manche Garagen erinnern doch durchaus an hermetisch abgeschlossene Räume.

Ein Beispiel für einen derartigen “Vault Find” hat Mecum im Mai 2017 versteigert. Es handelte sich dabei um eine Chevrolet Corvette C2 als Coupé von 1967. Gerade einmal 8533 Meilen hatte der Kunststoffsportwagen auf dem Tacho, als ihn Mecum für USD 675’000 verkaufte .

Seit Beginn war er Teil einer Familie gewesen, der Sohn Mat hatte ihn 1993 übernommen. Nur Batterien und Auspuffteile waren ersetzt worden, eine Restaurierung war nie nötig. In den letzten 15 Jahren war das Ding fuhr der Wagen nur gerade 15 Meilen weit, wurde aber nach bestem Wissen konserviert und in einem klimakontrollierten Raum aufgestellt.

Interieur der Chevrolet Corvette C2 427 1967 (© Mecum)

Natürlich repräsentierte der Wagen mit seinem 427/435 PS-L71-Motor eine Rariität und wäre auch so teuer gehandelt worden, aber die Geschichte mit der Familie, die den Wagen zwar kaufte und behielt, aber nicht fuhr, trug sicher auch einen erheblichen Teil zur hohen Notierung bei.

 

Aus dem Leben eines Mechanikergesellen - das Wasser wird zu heiss

Der Mechanikergeselle - 26.06.2017

Motorraum Mercedes-Benz 220

Gleich zu Arbeitsbeginn kam ein Durchgangskunde mit seinem Mercedes 220 a in unsere Werkstatt gerollt und ließ sich in der Reparaturannahme den Arbeitsauftrag ausschreiben. Ich bekam den Auftrag in die Hände und las: „Motor wird zu heiß (nach wenigen Minuten Fahrt bis 95 C). Thermostat ausbauen und kontrollieren!”

Der Thermostat war in wenigen Minuten ausgebaut und lag kurz darauf im langsam sich erwärmenden Wasser des Elektrokochers, den wir für solche Zwecke als Prüfgerät zu benutzen pflegen. Ein beigefügtes Thermometer zeigte das Steigen der Wassertemperatur an.

Zu meinem Erstaunen öffnete der Thermostat, wie es ihm zustand, genau bei 73 C. Dies war dann auch der Zeitpunkt, bei dem mein „Denkapparat" auf Touren kam. Die erste Feststellung war: Thermostat in Ordnung. Bei der relativ kurzen Laufzeit, die der Wagen hatte, konnte auch der Kühler nicht verstopft sein; äußerlich durch Insekten zugesetzt war er ebenfalls nicht.

Mein nächster Gedanke war nun: Der Motor muß unter außergewöhnlichen Umständen gearbeitet und dabei außergewöhnlich viel Wärme erzeugt haben, die das Kühlsystem nicht genügend schnell abfühlen konnte. Den Grund dafür suchte ich in einer falschen Zündeinstellung oder in Zündaussetzern.

Gerade als ich mit der Kontrolle der Zündeinstellung beginnen wollte, schaute ich zur Batterie, und es fiel mir auf, daß die Klemme des Massekabels sehr hoch auf dem Minuspol saß. Der Grund dafür war auch sofort gefunden: Die Minusklemme war nur lose auf den Pol aufgesteckt und nicht festgezogen.

Ich befestigte die Klemme ordnungsgemäß, wobei ich natürlich auch die Plusklemme kontrollierte. Danach ging ich im Beisein des Kunden auf die Probefahrt. Und siehe da, der Motor war nicht mehr über 80 Grad zu Dringen. Nun rückte der Kunde damit her aus, daß seit einiger Zeit der eingebaute Radioapparat Störungen (Aussetzer) aufwies und daß der Motor zeitweise schlechter als gewohnt ansprang.

Dies bestätigte meine Vermutung, dass ein, wenn auch kurzzeitiges Aussetzen der Zündung vorgelegen hatte und dies auch der Grund für die, wenn auch nicht ohne weiteres erklärbare, erhöhte Kühlwassertemperatur war. Nicht klar ist mir ferner, dass sich bei dieser Sachlage der Anlasser überhaupt in Bewegung setzen konnte. Jedenfalls war ich um eine Erfahrung reicher, und in dem befriedigen Bewußstein, zu Ende gedacht zu haben, wünschte ich dem Kunden “Gute Fahrt”.

Dieser Text stammt aus der Ausgabe 17 des Jahrgangs 1957 der Zeitschrift “Krafthand”.

Logo Krafthand

 

Geht oder ging doch! An- und Abschleppen von Fahrzeugen mit Automatik-Getriebe

Bruno von Rotz - 25.06.2017

Chevrolet-Automatik von 1981

In den Fünfziger-, aber vor allem in den Sechzigerjahren wurden Autos mit Automatik-Getriebe immer populärer. Den Komfort, den Wagen selber die Gänge wechseln zu lassen, wollten viele Autofahrer nicht missen. Doch mit den modernen Wandler-Getrieben entstanden auch neue Probleme, zum Beispiel, wenn der Wagen nicht mehr starten wollte oder abgeschleppt werden musste. Leicht konnte das Fahrzeug bei falscher Behandlung zu Schaden kommen.

Daher veröffentlichte die Automobil Revue im Januar 1957 eine Abhandlung unter dem Titel “Abschlepp-O-Matic - Über das An- und Abschleppen von Wagen mit automatischem Getriebe”.

Facel-Automatik von 1957

Neben allgemeinen Hinweisen - langes Abschleppseil verwenden, Fahrzeuge mit den Antriebsrädern auf Rolli zu stellen bei langen Fahrten, Lenkrad festbinden, usw. - gab es auch handfeste Tips für verschiedene Fahrzeuggattungen. Grundsätzlich liessen sich alle dokumentierten Wagen anschleppen und auch abschleppen, mehr als 40 bis 50 km/h sollte man dem Wagen aber am Seil nicht zumuten.

Zwei, drei Beispiele für das Anschleppen wollen wir unseren Lesern aber hier noch anfügen:

  • Borg-Warner-Automatik-Drive (Studebaker, Austin, Aston Martin, Jaguar):
    Zündung ein, bei Studebaker automatischen Choke einschalten durch einmaliges Durchtreten des Gaspedals, Wählhebel auf “N” stellen. Wagen auf 40-50 km/h bringen und Wählhebel auf “D” oder “L” stellen
  • Mercedes-Benz 300 c:
    Zündung ein, Wählhebel auf “0” stellen und bei 40 km/h auf Stellung “3” bringen
  • PowerFlite (Chrysler, De Soto, Dodge, Plymouth):
    Zündung ein, Position “N” einschalten. Geschwindigkeit auf ca. 25 km/h bringen, “L”-Taste niederdrücken und Gaspedal halb durchtreten

Alle Hinweise kann man in der damaligen Ausgabe der Automobil Revue 3/1957 nachlesen.

 

Passfahren - eine Passion

Bruno von Rotz - 24.06.2017

Fahrt über den Flüela-Pass anlässlich der Passione Caracciola 2017

Früher galten Passfahrten als Kür beim Autofahren. Das richtige Befahren von Bergstrassen hinauf und hinunter wollte erlernt sein, Erfahrung war nötig, um Steigungen elegant und sicher zu erklimmen.

Davon ist heute wenig übrig geblieben. Moderne Autos befahren von selber und ohne grössere Probleme die meisten Passstrassen, nicht einmal geschaltet werden muss mehr. Und bei der Talfahrt denkt die Automatik von selber daran, die Mithilfe des Motors beim Bremsen sicherzustellen.

Fahrt über den Flüela-Pass anlässlich der Passione Caracciola 2017

Das war früher natürlich anders. Man musste seinen Fahrstil dem zur Verfügung stehenden Auto anpassen, sicherstellen, dass dem Motor bei der Bergfahrt nicht zu warm und den Bremsen bei der Talfahrt nicht zu heiss wurde.

Fahrt über den Flüela-Pass anlässlich der Passione Caracciola 2017

Und so ist es auch nicht verwunderlich, wenn man im Oldtimer genau dieselben Sachen beachten muss. Nur dass heutzutage die Temperaturen höher und der Verkehr dichter ist, was die Gefahren für Motor und Bremsen erhöht.

Fahrt über den Flüela-Pass anlässlich der Passione Caracciola 2017

Die Teilnehmer der Passione Caracciola jedenfalls hatten gestern Gelegenheit, an ihren Künsten als Passfahrer zu feilen, denn der Flüelapass bot alles, was die damaligen Passfahrer liebten.

Heute erhalten die Rallye-Teilnehmer weitere Gelegenheiten, sich im Kurven- und Bergstrassenfahren zu üben, denn auch der Lukmanier gehört zu den richtigen Pässen.

Zwei Daimler Dart / SP 250 fahren über den Flüelapass

Zur Passione Caracciola, die beiden Daimler Dart/SP 250 Fahrer gehörten allerdings nicht dazu, veröffentlichen wir schon bald einen ausführlichen Bericht.

 

Wie damals in der DTM - Alfa Romeo 155 und Mercedes-Benz C-Klasse

Bruno von Rotz - 23.06.2017

Alfa Romeo 155 DTM und Mercedes-Benz C-Klasse von 1993/1994

1993 gewann Nicola Larini auf Alfa Romeo 155 den Meistertitel in der DTM, Mercedes-Benz gewann den Herstellertitel. Beide setzten für ihre Spitzenteams auf das neue Klasse-1-Reglement, das den Konstrukteuren fast grenzenlose Freitag liess, solange die Karosserie von einem Serienmodell stammte (die hinteren Türen liessen sich öffnen beim Mercedes!) und der Motor maximal 2,5 Liter Hubraum und sechs Zylinder hatte. Der Verbrauch war limitiert, sonst herrschte reglementarisch die grosse Freiheit.

Alfa Romeo 155 DTM in Monza an der Passione Caracciola

So baute Alfa Romeo einen vierradangetriebenen Rennwagen, Mercedes blieb dem Hinterradantrieb treu. Ein Kohlefaser-Monocoque schuf die tragende Basis. Die Gänge wurden schon bald sequentiell geschaltet. Von Rennen zu Rennen konnten neue Flügel und Technik-Details eingeführt werden, ohne vorherige Homologierung. ABS, Traction Control, computergesteuerte Fahrwerke - es wurde alles eingebaut, was Zehntelsekunden einsparen konnte auf der Rennstrecke.

Interieur Alfa Romeo 155 DTM

Die Kosten explodierten! Mit der ITC, der internationalisierten DTM, sollten diese Kosten gerechtfertigt werden. Doch die Rechnung ging nicht auf, trotz spannender Rennen und drei Herstellern (Opel, Mercedes, Alfa), die gleichmässig um Siege fahren konnten. Es wurde sogar den Zuschauern zu teuer. So kam das Ende 1996. Und damit auch der Schlusspunkt für die Klasse-1-Tourenwagen. Und die DTM/ITC, zumindest vorübergehend.

Interieur Mercedes-Benz C-Klasse 1993/1994 DTM

Die Klasse-1-Autos sieht man heute kaum mehr in Bewegung. Umso schöner, dass sich anlässlich des ersten Tags der Passione Caracciola die Gelegenheit bot, sowohl den Alfa Romeo 155, als auch die C-Klasse von Mercedes-Benz auf der Rennstrecke zu sehen. Zwar fuhr man damals nie in Monza (sondern in Mugello), aber das tat der Präsentation keinen Abbruch.

Entspannter Bernd Schneider

Bernd Schneider, der grosse Teile der Entwicklungsarbeit an der C-Klasse begleitete, war sogar persönlich vor Ort und plauderte aus dem Schatzkästchen:
“Ich kriegte immer die neuen Teile und war entsprechend schnell. Im Rennen aber fiel ich oft aus, während Ludwig die Früchte ernten konnte …”. Ludwig wurde Meister im Jahr 1994.

Mercedes-Benz C-Klasse auf der Start-Ziel-Gerade von Monza anlässlich der Passione Caracciola

Akustisch sind die Autos leiser und unauffälliger, als man es bei der hohen Leistungsausbeute hätte erwarten können. Der Betrieb eines solchen Autos ist nicht trivial! Beim Alfa Romeo beispielsweise wurde das Kühlwasser vorgewärmt.

Alfa Romeo auf der Zielgeraden in Monza

Die Passione Caracciola führt die Teilnehmer heute, nach dem gestrigen Tag in Monza und der Fahrt nach St. Moritz, vom Engadin nach Arosa, am Samstag geht es dann weiter nach Lugano, wo die Veranstaltung am Sonntag endet.

Teilnehmerfahrzeuge der Passione Caracciola 2017

 

Das Problem mit Nachbauteilen

Bruno von Rotz - 22.06.2017

Wenn man im Internet recherchiert, staunt man immer wieder, wieviele Teile alter Autos heute nachfabriziert werden. Weber-Vergaser, Ersatzscheinwerfer, usw. - kein Problem, alles verfügbar. 

Webervergaser

Die Probleme beginnen allerdings nach dem Auspacken der Schachteln oder wenn man die Teile montieren will. Die Qualität genügt oftmals den zugegebenermassen hohen Ansprüchen nicht. Produktionsfehler, schlechte Montage, Passungenauigkeiten, usw. machen dem Nutzer das Leben schwer. Manches ist schlicht nicht brauchbar, vor allem auch, wenn die Ware aus dem Fernosten kommt. 

Alternativen? Sicher, die Originalteile. Aber oftmals ist gar kein aufbereitbares Herstellerteil verfügbar, dann ist eine Kopie immer noch besser, selbst wenn sie nicht ganz passt. Notfalls muss man halt selber mit Hammer/Feile und Feinwerkzeug nachhelfen, bis alles so funktioniert, wie man es gerne hätte …

Wir haben bereits vor einiger Zeit eine “Frage der Woche” in diese Richtung formuliert und dabei gelernt, dass die Ersatzteilqualität in der Tat schwankend ist, aber wir werden gegebenenfalls explizitere Fragen dazu nachreichen.

Ersatzteile findet man übrigens auch auf unserem Teilemarkt .

 

Ist es Zeit für einen neuen Star?

Bruno von Rotz - 21.06.2017

Drei Generationen Ford Escort

Natürlich kennen wir alle den Ford Escort, dessen Produktion im November 1967, also vor rund 50 Jahren, startete. Insbesondere die heissen Versionen mit Lotus- oder Cosworth-BDA-Motoren sorgten jahrelang für Rallye- und Rundstrecken-Siege. Der grösste Triumph war vermutlich der Sieg in der Marathon-Rallye London-Mexico, zu dessen Ehren dann ein eigenes Modell für die Kunden gebaut wurden, der Escort Mexico. Später folgten leistungsstarke Zweiliter-Varianten, die an der schrägen Front mit den Doppelscheinwerfern erkenntlich und hierzulande sehr bliebt waren.

Die frühen, leistungsstarken Escort sind bis heute begehrt, da wechseln schnell einmal 20 grosse Scheine oder mehr die Hand, wenn ein Liebhaber seinen Escort verkauft.

Im Windschatten der “Hundeknochen”-Escorts und der RS-2000-Heckantriebs-Varianten wurde ab 1980 die frontangetriebene dritte Generation mit der zeittypischen Heckklappe angeboten, deren heisseste Variante vorerst XR3 hiess. Der XR3 war eindeutig gegen den VW Golf GTI gezielt, doch mit 96 PS reichte die Leistung nur knapp, um mit den 110 PS des Golf fertigzuwerden. Dank eines intelligent übersetzten Vierganggetriebes, das es erlaubte, im zweiten Gang 100 km/h zu erreichen, sahen mindestens die Sprintzeiten im Vergleich zur Konkurrent ganz passabel aus.

Ford Escort RS 1600i von 1982

1982 erschien dann aber ein Modell, dem es deutlich besser gelang, dem Volks-GTI die Stange zu halten, der RS 1600i. Ausgerüstet mit einer computerisierten Zündung, einer einstellbaren Vorderachse und allerlei sportlichem Zubehör, konnte sich dieser Escort mit 115 recht gut gegen die anderen Heckklappenkompaktwagen behaupten, kostete allerdings auch reichlich viel Geld.

Eingespritzter Motor des Ford Escort RS 1600i von 1982

Trotzdem wurden rund 9000 gebaut und verkauft.

Hinterrad des Ford Escort RS 1600i von 1982

Heute sieht man den Ford Escort RS 1600i allerdings deutlich seltener auf der Strasse als den Golf GTI und auch die Wertnotierungen liegen unter jenen des Wolfsburgers. Dabei war und ist der Escort ein richtig gutes Auto, das viel Fahrspass bereitet. Vielleicht wäre es Zeit, sich auf ihn zu besinnen. Vielleicht ist es Zeit für einen neuen Star?

 

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