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Raritäten und Replicas am Concours d’Elégance Loucen

Dr.Georg W.Pollak, sc.
13.06.2017

Nachbau Bugatti Type 57 Atlantic

Am 3. und 4. Juni 2017 fand der Concours d'Elegance auf dem Château Loucen statt, viel mehr Prestige und Glamour gibt es in Tschechien kaum je. Im Schlosspark der adeligen Turn und Taxis, die mit dem Post-Monopol reich wurden, versammelte sich die automobile „Crème de la Crème".  Auburn, Alfa, Hispano, Bentley, Walter, Bugatti, Wikov, Maserati, Tatra und Ferrari parkten im Schlossgarten und viele andere Marken mehr.

Jedes Jahr wird der Concours einer anderen marke gewidmet. Vor kurzem war es Wikov (Wichterle & Kovarik) aus der tschechischen Autoschmiede. Noch nie zuvor in der Neuzeit waren so viele Wikovs zusammengekommen. Im Jahr 2017 aber widmete man den Concours der Marke Ferrari.

Tatra 17

Die Fachjury tat sich mit der Bewertung der gezeigten Automobile nicht einfach. Fast jeder gezeigte Wagen war schliesslich etwas Besonderes. Am stärksten gewichtet wurden Ästhetik, Originalität und Zustand. Geringe Stückzahlen halfen ebenfalls mit. 64 aufpolierte Autos und das ganz besonderes Cabriolet  Praga Lady in 81-jähriger Patina wurden, eingeteilt in acht Preiskategorien, bewertet. Für drei dieser Kategorien zeigte sich die Jury zuständig, vier Preise wurden von Sponsoren vergeben, einer durch das Publikum.

Hispano-Suiza J12

In der Kategorie der Vorkriegsfahrzeuge wurde der Hispano Suiza J12 als Sieger bestimmt, gefolgt von Praga Lady und Peugeot Bébé. Bei den Nachrkiegsautomobilen erhielt ein Alfa Romeo 2600 GT den begehrten Preis, auf den Plätzen dahinter fanden sich ein Alfa Romeo 1900 C Sprint und ein Maserati Sebring ein. In der Ferrari-Kategorie siegte ein Ferrari 275 GTC, gefolgt von 275 GTS Cabrio und 250 Cabrio.

Bei der Vergabe der Sponsoren-Preise war die Jury beratend tätig und wählte folgende Fahrzeuge aus: Walter P IV 9/36, Tatra 17, Bugatti T57 Ventoux und Bugatti T43/44

Praga Lady von 1938

Zu Ehren des berühmten Karossiers Oldrich UHLIK, es kam sogar seine Tochter, gefahren im Praga Lady, zum Concour, wurde die Publikumskategorie ausgerichtet. Das Publikum, wen wundert’s, entschied sich spontan, aber wenig fachmännisch, für eine Bugatti-Kopie (Bild oben), die dem legendären 57 SC Altantic nachempfunden ist, mit Karosserie aus Kunststoff und Mechanik von Jaguar.

Nachbau Bucciali

Die Oltimerszene befindet sich im Umbruch, das Publikum wird immer jünger und die Preise für echte Oldtiner sind vielfach schier unbezahlbar. Darum haben die Kopien und Replikas derartigen Zulauf.  Ist es aber richtig, wen ein Bugatti-Nachbau, der ebenfalls ausgestellte „Fast Bentley“ Special, sowie der monumentale, 2013 neu entstandene Bucciali (auf amerikanischer Chassistechnik) an der Schönheitskonkurrenz inmitten von Originalen ausgestellt werden? Hierzu mag jeder seine eigene Meinung haben.

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von ga******
20.06.2017 (14:40)
Antworten
Die Welt ist groß und Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, also soll doch jeder haben was er will. Wo sich aber der Spaß aufhört ist dort wo Betrug anfängt wenn neue Nachbauten als originale alte Fahrzeuge ausgegeben werden, wenn man anderen ein X für ein U vormacht um anzugeben. Diesen Typen gehört das Handwerk gelegt!
von ak******
20.06.2017 (07:43)
Antworten
Mag als spitzfindig erscheinen, aber der Genauigkeit zur Liebe:
Als Kopie bezeichnet man Produkte, die nicht von der Marke, bezw. dem Hersteller, oder Markennamen-Besitzer produziert wurde - im Gegensatz zur Replika: die lediglich die Stammfirma, oder Marken-Besitzer herstellte. Im Klartext: ein Bugatti von Koux ist eine Kopie, ein superleichter Jaguar von Jaguar ist eine Replika.
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