Raritäten und Replicas am Concours d’Elégance Loucen
Am 3. und 4. Juni 2017 fand der Concours d'Elegance auf dem Château Loucen statt, viel mehr Prestige und Glamour gibt es in Tschechien kaum je. Im Schlosspark der adeligen Turn und Taxis, die mit dem Post-Monopol reich wurden, versammelte sich die automobile „Crème de la Crème". Auburn, Alfa, Hispano, Bentley, Walter, Bugatti, Wikov, Maserati, Tatra und Ferrari parkten im Schlossgarten und viele andere Marken mehr.
Jedes Jahr wird der Concours einer anderen marke gewidmet. Vor kurzem war es Wikov (Wichterle & Kovarik) aus der tschechischen Autoschmiede. Noch nie zuvor in der Neuzeit waren so viele Wikovs zusammengekommen. Im Jahr 2017 aber widmete man den Concours der Marke Ferrari.
Die Fachjury tat sich mit der Bewertung der gezeigten Automobile nicht einfach. Fast jeder gezeigte Wagen war schliesslich etwas Besonderes. Am stärksten gewichtet wurden Ästhetik, Originalität und Zustand. Geringe Stückzahlen halfen ebenfalls mit. 64 aufpolierte Autos und das ganz besonderes Cabriolet Praga Lady in 81-jähriger Patina wurden, eingeteilt in acht Preiskategorien, bewertet. Für drei dieser Kategorien zeigte sich die Jury zuständig, vier Preise wurden von Sponsoren vergeben, einer durch das Publikum.
In der Kategorie der Vorkriegsfahrzeuge wurde der Hispano Suiza J12 als Sieger bestimmt, gefolgt von Praga Lady und Peugeot Bébé. Bei den Nachrkiegsautomobilen erhielt ein Alfa Romeo 2600 GT den begehrten Preis, auf den Plätzen dahinter fanden sich ein Alfa Romeo 1900 C Sprint und ein Maserati Sebring ein. In der Ferrari-Kategorie siegte ein Ferrari 275 GTC, gefolgt von 275 GTS Cabrio und 250 Cabrio.
Bei der Vergabe der Sponsoren-Preise war die Jury beratend tätig und wählte folgende Fahrzeuge aus: Walter P IV 9/36, Tatra 17, Bugatti T57 Ventoux und Bugatti T43/44
Zu Ehren des berühmten Karossiers Oldrich UHLIK, es kam sogar seine Tochter, gefahren im Praga Lady, zum Concour, wurde die Publikumskategorie ausgerichtet. Das Publikum, wen wundert’s, entschied sich spontan, aber wenig fachmännisch, für eine Bugatti-Kopie (Bild oben), die dem legendären 57 SC Altantic nachempfunden ist, mit Karosserie aus Kunststoff und Mechanik von Jaguar.
Die Oltimerszene befindet sich im Umbruch, das Publikum wird immer jünger und die Preise für echte Oldtiner sind vielfach schier unbezahlbar. Darum haben die Kopien und Replikas derartigen Zulauf. Ist es aber richtig, wen ein Bugatti-Nachbau, der ebenfalls ausgestellte „Fast Bentley“ Special, sowie der monumentale, 2013 neu entstandene Bucciali (auf amerikanischer Chassistechnik) an der Schönheitskonkurrenz inmitten von Originalen ausgestellt werden? Hierzu mag jeder seine eigene Meinung haben.


























