Zuviel “Patina” für die Schönheitskonkurrenz?

Bruno von Rotz
30.05.2017

Maserati A6G/2000 Frua von 1956

Vielleicht erinnern Sie sich. Im Februar 2015 wurde als Teil der Baillon-Sammlung ein Maserati A6G/2000 von 1956 mit einer Coupé-Karosserie von Pietro Frua für EUR 1,72 Millionen versteigert . Der Wagen stand einst im Jahr 1956 auf dem Pariser Autosalon und befand sich seit 1959 in der Sammlung Baillon.

Nun tauchte das elegante, aber halt auch ziemlich stark “patinierte” Coupé am Concorso d’Eleganza Villa d’Este als Teil des Concours wieder auf. Wir haben darüber in unserem Rückblick geschrieben.

So reizvoll ein auch ein Scheunenfund ist, so muss man sich doch die Frage stellen, ob ein derartiges Objekt an einer modernen Schönheitskonkurrenz etwas zu suchen hat. Schliesslich wird dort gemeinhin die Güte der Restaurierung und des Zustands beurteilt und nicht primär die Schönheit und Eleganz der Kreation.

Motorhaube des Maserati A6G/2000 Frua von 1956

Zwar gibt es neuerdings auch sogenannte “Preservation”-Klassen und Preise, aber selbst dort wird primär auf optimal erhaltene Originalität geachtet. Der 56-er Maserati mit seinem deutlich verwitterten Lack und seinen Korrosionsspuren dürfte da deutlich über der Schwelle liegen, was aus Sicht eines Jury-Mitglieds noch als gut erhaltene Patina durchgeht.

Entsprechend erhielt der Wagen in Cernobbio/Como denn auch keinen Preis. Und er blieb sogar noch auf der Ehrenrunde ums Haus stehen, so dass der ehemalige Lamborghini-Testfahrer zum Schraubendreher griff, um den Wagen wieder flottzukriegen.

Valentino Balboni am Maserati A6G/2000 Frua von 1956

Die Frage bleibt aber bestehen. Gehören Scheunenfunde wie dieser Maserati an einen Concours d’Elégance? Wenn Sie eine Meinung haben, kommentieren Sie einfach diesen Kurzartikel.

Archivierte Einträge:

von is******
06.06.2017 (20:22)
Antworten
Eine ganz spezielle Aura bietet so ein Fahrzeug. Restaurieren kann man es X-mal. Ob es in so eine Veranstaltung gehört ist fraglich.
von kl******
06.06.2017 (15:12)
Antworten
Solange auf einer Ausstellung Spitzenleistungen der Automobiltechnik, des Karosseriedesigns und der perfekten Ausführung als Maßstab gelten, ist der Maserati in seinem jetzigen Zustand fehl am Platz. Das kann sich aber nach einer perfekten Restaurierung ändern!
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