Fehlender Staukomfort?
Eigentlich ist es überraschend, dass moderne Auto-Testberichte das Kriterium “Staukomfort” nicht, oder höchstens indirekt beurteilen. Dabei sitzen wir mit unseren heutigen Autos doch ständig irgendwo fest, warten, dass es weitergeht. Dann kommen Talente zum Tragen, die wenig mit Fahrwerk oder dynamischem Fahrverhalten zu tun haben, sondern mit Wohlfühl-Atmosphäre, Unterhaltungselektronik-Qualität, thermischem Komfort und dergleichen. Andere Kriterien wären Langsamfahrbarkeit, Anfahrkomfort, Bremsenfeinfühligkeit und natürlich die Unempfindlichkeit von Motor und Antrieb gegen Überhitzung. Zusammenfassen könnte man alle diese Kriterien dann eben unter Staukomfort.
Genau an diesem Staukomfort mangelt es den alten Autos (im Vergleich zum neuzeitlichen Fahrzeug) ganz beträchtlich, was für viele Oldtimer-Besitzer ein Argument ist, auf ihren geliebten und gehätschelten Wagen zu verzichten, wenn eine Stadtfahrt ansteht oder eine längere Fahrt durch staugeplagte Gebiete anzutreten wäre. Und man kann es verstehen. Wer schon einmal am Gotthard in einen zäh vorankriechenden Stau festsass, dabei begann, an der Belastbarkeit der Kupplung zu zweifeln und die Wassertemperatur stetig steigen sah, der weiss, wovon ich hier spreche. Wenn dabei dann noch die Sonne den Innenraum auf 50 Grad erwärmt und sich unangenehme Gerüche von der Technik zu verbreiten beginnen, dann wird aus dem Vergnügen ein Überlebenskampf. Und all dies nur deshalb, weil Staukomfort früher nur selten ein Verkaufsargument war, obschon man durchaus auch schon vor 50 und mehr Jahren in einen Stau geraten konnte.


























