Zuviel “Patina” für die Schönheitskonkurrenz?
Vielleicht erinnern Sie sich. Im Februar 2015 wurde als Teil der Baillon-Sammlung ein Maserati A6G/2000 von 1956 mit einer Coupé-Karosserie von Pietro Frua für EUR 1,72 Millionen versteigert . Der Wagen stand einst im Jahr 1956 auf dem Pariser Autosalon und befand sich seit 1959 in der Sammlung Baillon.
Nun tauchte das elegante, aber halt auch ziemlich stark “patinierte” Coupé am Concorso d’Eleganza Villa d’Este als Teil des Concours wieder auf. Wir haben darüber in unserem Rückblick geschrieben.
So reizvoll ein auch ein Scheunenfund ist, so muss man sich doch die Frage stellen, ob ein derartiges Objekt an einer modernen Schönheitskonkurrenz etwas zu suchen hat. Schliesslich wird dort gemeinhin die Güte der Restaurierung und des Zustands beurteilt und nicht primär die Schönheit und Eleganz der Kreation.
Zwar gibt es neuerdings auch sogenannte “Preservation”-Klassen und Preise, aber selbst dort wird primär auf optimal erhaltene Originalität geachtet. Der 56-er Maserati mit seinem deutlich verwitterten Lack und seinen Korrosionsspuren dürfte da deutlich über der Schwelle liegen, was aus Sicht eines Jury-Mitglieds noch als gut erhaltene Patina durchgeht.
Entsprechend erhielt der Wagen in Cernobbio/Como denn auch keinen Preis. Und er blieb sogar noch auf der Ehrenrunde ums Haus stehen, so dass der ehemalige Lamborghini-Testfahrer zum Schraubendreher griff, um den Wagen wieder flottzukriegen.
Die Frage bleibt aber bestehen. Gehören Scheunenfunde wie dieser Maserati an einen Concours d’Elégance? Wenn Sie eine Meinung haben, kommentieren Sie einfach diesen Kurzartikel.


























