Was die Autofahrer früher noch wussten - vorausschauendes Bergabfahren

Bruno von Rotz
24.05.2017

Talfahrt MG A (© Daniel Reinhard)

Für den modernen Autofahrer sind Steigungen und Bergabfahrten kein Grund, Besonderes vorzukehren. Dei Bremsen moderner Automobile verkraften auch längeres Dauerbremsen und neuzeitliche Automatikgetriebe schalten sogar selbsttätig in einen niedrigeren Gang zurück, um die Bremskraft des Motors zu nutzen.

Das war früher ganz anders. Nicht nur neigten die Bremsen schon früh zu Fading (nachlassender Wirkung), wenn sie über längere Strecken betätigt wurden, auch entfaltete der Motor im obersten Gang, der vielleicht auf der Passhöhe eingelegt wurde, kaum Bremswirkung.

Eine alte Autofahrerregel lautete daher, dass man den Berg in demselben Gange hinunterfahren solle, wie man ihn hinaufgefahren sei. Vielfach war dies sogar der zweite oder erste Gang, denn auch bergauf waren Autos früher keine Raketen.

Vorsicht war natürlich beim Herunterschalten angesagt, schliesslich drohte der Wagen im Leerlauf (beim Zwischengasgeben) ja zunehmend schneller zu werden. Daher zogen umsichtige Leute vor dem Herunterschalten die Handbremse an, damit man im Falle, dass man den Gang nicht einlegen konnte, nicht plötzlich auf ein zu hohes Tempo beschleunigte im Leerlauf. Nach dem Schaltmanöver löste man natürlich die Handbremse wieder. All dies spielte sich vielleicht bei 20 oder 40 km/h ab, denn viel schneller fuhr man einen Berg halt nicht hinunter. Auch dies völlig undenkbar für moderne Autofahrer.

Archivierte Einträge:

von dagamba
31.05.2017 (17:28)
Antworten
?!?!

Ich fahre auch mit meinem modernen Wagen NUR mit Motorbremse bergab! Geht das auch mit der Fußbremse? Nicht, dass ich wüsste! Ausprobieren werde ich es jedenflls nie!

Denkwürdig der Tag, an dem ich - damals Beitzer eines neuen kleinen Peugeot - von Obertauern ins Tal fuhr und in einen stinkenden "Nebel" geriet. Unvorsichtig, wie ich war, rollte ich - mit Motorbremse - recht flott in Richtung Verursacher, nur, um festzustellen, dass der Nebel wirklich so dicht war, dass ich den Wohnwagen erst in letzter Sekunde erkannte! Ein Mensch eines dafür berüchtigten kleinen Landes an der Nordseeküste, der sein Gefährt (BMW 3er mit obligatorischem Wohnanhänger) versuchte, mit den Radbremsen heil ins Tal zu bringen. Das ganze endete in 2 halben Katastrophen: Erstens warf mein kleiner Peugeot bei der notwendigen Vollbremsung seine hinteren Bremsbeläge vollständig ab (!!!), wobei ich ihn trotzdem davor bewahren konnte, den Wohnanhänger zu berühren (dann waren aber neue Bremsscheiben notwendig), und zweitens gingen die Bremsen des BMW dann irgendwan garnicht mehr und die erste zu schnell gefahrene Kurve warf den Wohnanhänger um. Zum Glück, ohne den Zugwagen mitzureißen.

Hätte der Mensch Motorbremse verwendet, wäre uns beiden etwas erspart geblieben. Aber wenn man Gefälle nun so gar nicht kennt, dann fehlt einem auch dieses Wissen.
von ma******
30.05.2017 (22:08)
Antworten
Diese Regeln sind teilweise auch heute noch gültig! Fahre einen Toyota FJ 4.0 Lt V6. Dieser kräftige Motor bremst bergab im selben Gang wie bergauf gefahren zu wenig was bedeutet, dass ich oft im kleineren Gang bergab fahre als bergauf. Der Motor ist vermutlich eine ältere Konstruktion mit eher wenig Verdichtung und bremst daher viel weniger als z.B. ein moderner Diesel. Bei schnellen Fahrern verströmen die Bremsbeläge unten am Passende den typischen Geruch, der der Alpenluft die fragwürdige Würze gibt.
frey.m@bluewin.ch
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