Wie wird man in 20 oder 30 Jahren über Farben denken?

Bruno von Rotz
29.08.2016

Neuere Morgan am BCM 2016

Am British Car Meeting auf dem Flughafen Mollis finden bekanntlich jedes Jahr Autos aller Epochen zusammen. Der gemeinsame Nenner ist, dass sie aus der Produktion im britischen Königreich stammen müssen. Dies trifft auch auf die neuzeitlichen Morgan Sportwagen zu und beim Studieren der Fahrzeuge wunderten wir uns, wie wenig Farbe sich moderne Morgan-Käufer gönnen.

Daimler SP 250 am BCM 2016

Vier oder fünf Jahrzehnte früher war die Welt deutlich farbenfroher, wie die aufgereihten Daimler SP 250 oder Triumph TR6 klar bewiesen.

Triumph TR6 am BCM 2016

Und Oldtimer-Käufer von heute haben offenbar kein Problem mit bunten Autos, jedenfalls kommen nur wenige auf die Idee, den blauen MG oder den gelben Triumph neu in Anthrazit oder Silber Metallic zu spritzen.

Wie wird dies aber in 20 oder 30 Jahren sein, wenn heutige Neuwagenkäufer, die die bunte Zeit gar nicht mehr selber miterlebten, zum Oldtimer-Sammler werden? Werden sie, wie die Morgan-Neuwagen-Eigner von heute, auf Weiss, Silber, Grau oder Schwarz tendieren? Oder wird Farbe gerade eines der Alleinstellungsmerkmale sein,  welche den Oldtimer in Zukunft so speziell macht?

Archivierte Einträge:

von Reiffan
23.07.2020 (16:34)
Antworten
Ein sehr schönes Beispiel, wie die vermeintlichen Individualisten manipulierbar und langweilig geworden sind:
Irgendwann in den frühen 2000er Jahren kam die Tuninggilde auf die gloriose Idee, dass die Autos düster, dunkel, bösartig und agressiv auszusehen hätten. Und so sind die kaufenden Leminge auf den Zug aufgesprungen, zumal die unsäglich schwartenhaft aussehenden schwarzen Felgen nicht mehr gereinigt werden müssen, da sie ja ohnehin schon schwarz sind.
Rational Denkende kaufen kein schwarz, es heizt das Fahrzeug an der Sonne extrem auf, ist IMMER sichtbar schmutzig ob vom Blütenstaub oder eingetrockneten Wassertropfen, und schluckt die schönsten Formen und - jeder 2. "Individualist" fährt damit rum
Dasselbe ist es mit den, ach so tollen, bösen Blicken, die ein Autogesicht haben muss... "Gangsta" ist ja sooo toll und hipp.
Da die Neuwagenverkäufer ihren potentiellen Kunden ohnehin nur gut wieder eintausch- und wiederverkaufbare Ware andrehen wollen, muss jeder Opa, jede Hausfrau, und Oma (Aufzählung nicht abschliessend oder rassistisch oder ethnisch, gendertechnisch abwertend gemeint) seinen 2,5 Tonnen schweren, 9 sitzigen schwarzen SUV mit ebensolchen Felgen und dem agressiv-bösen Blick, alleine im Grossverteilerparkhaus in einen viel zu kleinen Parkplatz, mit hängen und würgen, reinquetschen.
Wer mit den Wölfen heult ist kein Individualist, eher schon ein konformistischer, langweiliger, manipulierbarer Irgendwas.
Meine Autos sind grünblauorangesilber und ich bin ein Bünzli, wie die oben Beschriebenen.
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