851,5 km Führungsarbeit, ohne Belohnung (im Gedenken an Chris Amon)

Daniel Reinhard
11.08.2016

Chris Amon auf Matra MS 120 1971 in Kyalami (© Josef Reinhard / Archiv Daniel Reinhard)

Der Neuseeländer Chris Amon liegt in einer Statistik ganz vorne, denn mit 851,5 Führungskilometern, hätte er heute nahezu 3 Start-Ziel Siege herausfahren können, doch er bleibt der Pechvogel des Motorsports und belegt in der Bestenliste mit diesen Führungskilometer, plus den fünf Pole-Positionen, ohne einen Sieg unangefochten Platz 1.

Bei 96 Grand-Prix Starts, zwischen 1963 und 1976, holte er 83 WM-Punkte, startete fünf Mal von ganz vorn, holte drei schnellste Rennrunden, doch übrig blieben "nur" drei zweite Plätze (1968 auf Ferrari, GP England knapp geschlagen von Jo Siffert und 1970 zwei Mal auf March, GP Belgien und Frankreich).

In all den Jahren fuhr er für diverse Teams und mit verschiedensten Fahrzeugen: Lola MK4, Lotus 24 und 25, Cooper T81, Ferrari 312 (67, 68 und 69), March 701, Matra MS120 (B, C und D), Tecno PA123B, Tyrrell 005, Amon AF101, BRM P201, Ensign N174, 175 und 176.

Meist kam er aber im komplett falschen Moment ins Team und konnte nie die Lorbeeren pflücken, die ihm gebührt hätten. Nur einen GP-Sieg konnte er doch verzeichnen, das Pech blieb ihm aber auch dabei hold, denn der GP von Argentinien 1971 zählte ausgerechnet in diesem Jahr nicht zur Weltmeisterschaft.

Seine Eigenkonstruktion der Amon AF101 , war ein weiterer Flop in seiner Geschichte ( siehe Bericht auf Zwischengas )

Er startete insgesamt acht Mal zu den 24 Stunden von Le Mans, die Bilanz sieben Ausfälle, aber wenigstens ein Gesamtsieg. Gemeinsam mit Bruce McLaren gewann er 1966 im Ford GT40 für das Shelby American Incorporation Team.

Chris Amon siegt mit Bruce McLaren in Le Mans 1966

Mit den Sportwagen lief es sowieso viel besser, so gewann er zum Beispiel 1967 mit Ferrari die 24 Stunden von Daytona und das 1000km Rennen von Monza.

Chris Amon auf Ferrari 312 im Jahr 1969

Chris Amon wird, mit den sich verjüngenden rot-blauen Streifen auf dem weissen Helm, gerade wegen seines fortwährenden Pechs immer in unserer Erinnerung bleiben.

Der Neuseeländer wurde am 20. Juli 1943 in Bulle geboren und verstarb am 3. August 2016 in Rotorua. 

Chris Amon 1965 auf der Solitude

Chris Amon ist und bleibt wohl für immer der beste Rennfahrer, der nie einen F1-Weltmeisterschaftslauf gewinnen konnte. Was sagte Mario Andretti treffend zum Pech von Chris Amon: "Pech? Wenn Chris Amon Bestattungsunternehmer geworden wäre, hätten die Leute aufgehört zu sterben."

Archivierte Einträge:

von Dr******
22.08.2016 (15:36)
Antworten
Ein exzellenter Fahrer, schnell und mutig, vom Pech verfolgt, in allen Kategorien erfolgreich, er hat eine gefährliche Zeit überlebt, ab mit 73 sterben ist eindeutig zu früh - woran ist er denn gestorben?
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