Jean-Pierre Beltoise - der Vielseitige, den wir nicht vergessen werden

Bruno von Rotz
06.01.2015

Jean-Pierre Beltoise auf Matra 1969

Es gibt nur wenige Rennfahrer, die in den unterschiedlichsten Bereichen Erfolg hatten. Einer davon war Jean-Pierre Beltoise, der gestern am 5. Januar 2015 in Dakar (Senegal) gestorben ist.

Getauft auf den Namen Jean-Pierre Maurice Georges Beltoise betätigte sich der 1937 geborene Sportsmann, der auch der Schwager von François Cevert war, mit Motorrädern und gewann elf nationale Titel in drei Jahren.

Jean-Pierre Beltoise im René Bonnet Aérodjet in Le Mans im Jahr 1963

Ab den frühen Sechzigerjahren begann er sich immer stärker auch für vierrädrige Fahrzeuge zu interessieren und startete unter anderem 1963 in Le Mans, wo er am Lenkrad eines René Bonnet Aérodjet LM6 den Performance-Index gewann. Insgesamt 14 Mal startete Beltoise mit Fahrzeugen von René Bonnet, Matra, Ligier, Inaltera und Rondeau in Le Mans, doch einen Gesamtsieg konnte er nie erringen, der beste Platz war der 4. Rang im Jahr 1969 zusammen mit Piers Courage im Matra MS 650.

Jean-Pierre Beltoise im Matra im Jahr 1965/1966

1965 fuhr Beltoise Formel-3-Rennwagen und siegte im Rennen von Reims, das Jahr darauf startete er bereits in der Formel 2, zwei Jahre später in der Formel 1. Die Jahre 1966 bis 1971 fuhr er auf Matra, erreichte zweite und dritte Plätze.

Nach dem Rückzug von Matra wechselte er zu BRM und siegte 1972 beim berühmten Regenrennen von Monaco. Dies war sein einziger Sieg in einem offiziellen Formel-1-Meisterschaftsrennen und zugleich der letzte Grand-Prix-Sieg von BRM. Dazu kamen noch zwei weitere Siege in nicht zur Meisterschaft zählenden Formel-1-Rennen.

1974 trat Beltoise als Formel-1-Rennfahrer zurück und amtete als Testfahrer für Ligier hinter den Kulissen. Parallel dazu fuhr er aber Tourenwagen-Rennen und wurde zweimal französischer Meister auf BMW. Auch im Rallycross war er erfolgreich und errang am Lenkrad eines Alpine-Renault A310 1979 den französischen Titel. Bis in die Achtzigerjahre blieb der dem Tourenwagensport treu, fuhr daneben aber auch Eisrennen, bis er sich endgültig zurückzog.

Die Fotos findet man wie immer hochauflösend in unserem Online-Archiv .

Archivierte Einträge:

von sp******
09.02.2015 (10:12)
Antworten
...einmal macht jeder einen Fehler! Dies kann man in der Geschichte immer wieder erfahren. Wie mancher Pilot hat sein Leben eingebüsst, weil er eine haarstreubende "Dummheit" beging. eine Dummheit. die bei ihm niemand für möglich gehalten hätte-
Ich habe noch zu seiner Aktivzeit JPB persönlich kennen gelernt. Eine äusserst leibenswerte Persönlichkeit, klein an Statur aber gross in seinen Leistungen.
Ich vergesse ihn nicht!
von Dr******
17.01.2015 (12:24)
Antworten
De mortuis nihil nisi bene! Wenn man einen Nachruf über JPBeltoise verfasst, dann sollte man, um der Wahrheit die Ehre zu geben, auch erwähnen, dass er den Tod von Ignazio Giunti im Jänner 71 in Buenos Aires verschuldet hat, indem er die haarsträubende Dummheit beging, sein benzinloses Fahrzeug über die Strecke zu schieben und dabei sogar die Piste zu queren! Eine größere Dummheit mit fatalen Konsequenzen hat es im Rennsport nie gegeben. Mit freundlichen Grüßen Siegfried C. Strasser
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