Warum ein Radwechsel früher doch unproblematischer war
Reifenschäden waren vor dreissig oder vierzig Jahren (und die Jahrzehnte davor noch viel mehr) gang und gäbe. Die Strassen waren schlechter, Steine, Nägel oder Schrauben bohrten sich durch den schwarzen Gummi. Und so verlor dann halt der Reifen seine Luft und der Ersatzreifen war gefragt. Dieser befand sich allerdings bei den meisten Autos - es gab Ausnahmen - unten im Kofferraum.
Also musste zuerst das Gepäck entladen werden und dies oft auf staubiger Strasse und an ungeeigneten Stellen, wie die rund 50-jährigen Bilder am Beispiel eines BMW 503 zeigen. Das Bordwerkzeug wurde ausgepackt, der Wagen aufgebockt, vier oder fünf Schrauben gelöst, das Rad gewechselt. Fertig. Ein versierter Autofahrer schaffte dies in fünf Minuten, das Gepäck aus- und einladen ausgenommen. So schlecht war das also gar nicht.
Wie moderner die Autos wurden, umso grösser wurden deren Räder. Um nicht auf ein riesiges Reserverad angewiesen zu sein, erfand man die Falträder, die mit einem an der Bordelektrik anschliessbaren Kompressor aufgepumpt werden konnten. Das war natürlich ein Kompromiss, der nur für kurze Strecken tauglich war, zumal die Höchstgeschwindigkeit meist auf 80 km/h (oder ähnlich) beschränkt war. Und später verzichtete man gar vollständig auf das Reserverad und gab den Autofahrern Chemie und Druckluft mit, damit der Reifen an Ort und Stelle “repariert” werden konnte. Dass dies oftmals nicht funktionierte, füllt ganze Internet-Foren. So endet ein Plattfuss heute oftmals damit, dass der Wagen entweder abgeschleppt werden muss oder zumindest die Pannenhilfe beigezogen wird. Gottseidank sind Reifenschäden heute auch viel seltener, sonst wären die Fahrzeughersteller wohl schon lange wieder gezwungen worden, “richtige” Reserveräder, die im Übrigen meist immer noch unter dem Gepäck zu verstauen sind, einzuführen.

























