Gruppe B Rallye-Autos im Schlosspark
Unter dem Titel “Let it B” werden anlässlich der Schloss Bensberg Classic vor und hinter dem Schlosshotel einige der heissesten und interessantesten Gruppe-B-Rallye-Autos gezeigt.
Die Gruppe B gehörte bekanntlich zum Verrücktesten, was je für Schotterwege und Schneepisten gebaut wurde. Die Autos mobilisierten bis 600 PS und stürmten in knapp über zwei Sekunden von 0 bis 100 km/h, egal ob die Reifen auf Asphalt, Schotter oder Schnee griffen. Walter Röhrl nannte den Audi sport Quattro S1 (1985, 510 PS, Allrad) das irrste Auto seiner Rallye-Karriiere.
Die Rallye-Weltmeisterschaft aber gewann bereits vorher ein anderes Gruppe-B-Auto, nämlich der Lancia Rallye 037 im Jahr 1983. Rund 200 PS und Hinterradantrieb reichten dem Mittelmotorauto dazu.
Dem 037 schob Lancia den Delta S4 nach, der 1986 satte 560 PS aus 1,8 Litern kitzelte und dank Vierradantrieb und grossem Heckspoiler insgesamt fünf Rallye-Siege einfuhr in den Jahren 1985 und 1986.
Zu spät kam der Citroën BX 4TC im Jahr 1985. Er war das einzige Rallye-Auto jener Zeit mit Hydropneumatik. 380 PS leistete sein 2,1 Liter grosse Vierzylinder.
Wahrlich brachial aussehen tat der MG Metro 6R4 von 1986, der zusammen mit Williams entwickelt worden war und einen V6-Motor vor der Hinterachse trug, der ohne Turboaufladung 410 PS auf alle vier Räder verteilte. Leider kam auch er zu spät, denn 1986 war die letzte Gruppe-B-Rallye-Saison.
Das Schicksal des Zuspätkommens holte auch den Ford RS 200 von 1986 ein. Sein 1,8-Liter-Motor leistete dank Turbo rund 420 PS und auch er hätte dank tiefem Gewicht und Allradantrieb gute Chancen für Siege gehabt.
Eine Ausnahmegestalt war der Porsche 959 von 1985, dessen Entwicklung zu lange dauerte und der mangels Homologation in der Gruppe B nicht mehr mitmischen konnte. Mit 600 Biturbo-PS und Allradantrieb sowie dem von innen höhenverstellbaren Fahrwerk wäre er aber gut gerüstet gewesen, wie der Sieg in der Paris-Dakar-Rallye bewies.
Auf Langstrecken-Rallyes war auch der einzige Japaner im Park erfolgreich, der Toyota Celica TwinCam Turbo von 1986, der mit rund 370 PS aus einem Turbo-Vierzylindermotor und angetriebenen Hinterrädern vor allem mit seiner Zuverlässigkeit und Robustheit brillierte.
Und wer fehlt im Schloss Bensberg? Natürlich vor allem der Peugeot 205 T16, der ja fast der König der Gruppe B war. Ebenfalls nicht auf dem Platz steht der nur mit Hinterradantrieb ausgerüstete Renault R5 Maxi Turbo aus dem Jahr 1985m dem rund 350 PS zusammen mit einem niedrigen Gewicht für drei WM-Rallye-Siege auf asphalt-orientierten Strecken reichten. Aber auch Opel, Mitsubishi, Nissan oder Wartburg glänzen durch Abwesenheit. Man kann nicht alles haben und so kann man die Exponate auch viel intensiver betrachten. Noch bis zum Sonntag im Schloss Bensberg .


























