Wie wählen wir unseren Oldtimer aus?

Bruno von Rotz
10.07.2015

Alfa Romeo Giulietta Sprint von 1956

Wenn man voraussagen möchte, wie sich der Oldtimermarkt und damit die Preise entwickeln werden, dann ist einer der relevanten Faktoren der Auslöser für einen Kauf. Wie wählt der Oldtimerkäufer eigentlich den Wagen (also Marke/Typ/Zeitalter) aus, den er erwerben möchte?

Natürlich macht es einen Unterschied, ob es sich um einen Einzel- oder Erstkauf handelt oder um die Ergänzung einer bereits gewachsenen Sammlung. Der Einfachheit halber fokussieren wir hier einmal auf eine individuelle Anschaffung. Inspirationen nimmt sich der Einzelkäufer ...

  • ... von seiner eigenen automobilistischen Erfahrung (was fuhr er, als er jung war, was fuhren der Vater oder bewunderte Verwandte/Bekannte)
  • ... aus der Zeit, in der man sich noch keine teuren Autos leisten konnte
  • ... aus Film, Funk und Fernsehen (wer fuhr/fährt was in welchem Film, welcher Serie?)

Wenn das so stimmt, dann würde heute kaum mehr ein Oldtimerkäufer ein Vorkriegsauto kaufen, denn die Leute, die diese Fahrzeuge noch auf der Strasse erlebten, sind dünn gesät und meist nicht mehr im Markt.

Chrysler Series 77 von 1930 (© RM/Sotheby's Auctions)

Trotzdem aber gibt es zahlreiche Leute, die mit Autos aus den Zwanziger- oder Dreissigerjahre liebäugeln. Dies wird oftmals von Erinnerungen an Vorfahren und wiederum Film und Literatur getrieben. Und natürlich durch die Freude an der damaligen Technik.

Ein weiterer Treiber ist zudem die Teilnahme- und Sieges-Chance bei Veranstaltungen, Concours d’Elégance oder Rennen.

Natürlich spielen auch noch finanzielle Rahmenbedingungen und die schiere Verfügbarkeit bestimmter Marken/Modelle eine Rolle. Das Gros der Käufer aber wird zu Fahrzeugen greifen, zu dem es einen spezifischen und persönlichen Bezug hat. Wenn dies zutrifft, dann werden kommende Generationen in der Tendenz jüngere Autos bevorzugen.

Toyota Supra von 1994

So kann man denn auch ein wachsendes Interesse  an raren Japanern der Siebziger, Achtziger- oder Neunzigerjahre voraussagen.

Und wonach suchen Sie? Oder Ihr Sohn?

Archivierte Einträge:

von mo******
17.07.2015 (12:40)
Antworten
Bei mir standen und stehen Kosten sowie Alltagstauglichkeit im Vordergrund. Daraus abgeleitet: Kein grosser Motor (hohe Verkehrsabgaben im Kanton Zürich dank Offroader Initiative), Fahrleistungen so, dass ich im heutigen Verkehr einigermassen mithalten kann. Möglichst ein Cabrio. Gelandet bin ich bei einer Floride S (1962) von Renault. Gekauft von rund 20 Jahren für 11 000 Franken habe ich bislang rund 4000.- in den Unterhalt investiert. Das sind pro Jahr Fr. 200.-. Durchaus tragbar. Allerdings ist das Stoffverdeck demnächst zu ersetzten (Fr. 3000.-). Einen grossen Abschreiber muss ich wohl nicht machen. Viel Spass für angemessene Kosten. Später kam ein Ford Anglia von 1949 dazu. Da habe ich die obigen Kriterien nicht ganz eingehalten. Ich wollte eigentlich noch ein Vorkriegsauto. Mein Anglia wurde ja nach dem Krieg noch als solches gebaut. Zuerst sollte es ein Ford A sein, aber den hat ja jeder. Der Anglia war problematischer. Nach drei Jahren ging der Motor hopps. Folgekekosten Fr. 10 000.-. Auch sonst gab es einiges zu reparieren (Zündung, Lichtmaschine etc.) Zum Glück ist (fast?) alles in England zu vernünftigen Preisen erhältlich. Was kommen wird, weiss ich nicht, aber ich liebe ältere Autos trotz ihrer Schwächen, und ich bleibe dabei.
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