Was macht den Charakter eines Autos aus?
Im August 1962 präsentierte die British Motor Company den Morris 1100 als erste Variante der Baureihe ADO 16. Mit querliegendem Frontmotor, Frontantrieb, Einzelradaufhängungen und innovativem Federungssystem war der Wagen innovativ und attraktiv. Die BMC vermarktete ihn in der Folge als Morris 1100, Austin 1100, MG 1100, Vanden Plas Princess, Riley Kestrel und Wolseley 1100. Im Ausland entstanden zusätzlich die Innocenti-Varianten unter eigener Marke. Im Grundsatz unterschieden sich die Autos aber wenig, variiert wurden die Fahrzeugfront samt Kühlergesicht, das Interieur und Anbauteile.
Trotzdem versuchten die britischen Ingenieure und Marketingleute jedem Typ eine eigene Charakteristik zu geben, die auf die Eigenheiten der Marken Rücksicht nahmen. Gut konnte man dies in der Verkaufsliteratur sehen. So wurde der Austin gerne als familienfreundliche Variante präsentiert.
Der MG richtete sich dagegen an junge Leute.
Riley-Käufer waren offensichtlich technikaffin und konnten auch mit einer Concorde durchaus etwas anfangen.
Interessenten für den Vanden Plas Princess wurde Glanz und Glamour versprochen.
Und der Wolseley-Fahrer konnte sich, ähnlich wieder Riley-Enthusiast, für moderne Technik und unter anderem Hubschrauber begeistern.
Natürlich gingen die verschiedenen Varianten des ADO 16 auch im Innern auf die Vorlieben ihrer Käufer ein, wo beim einen Typ ein einfacher Bandtacho zu sehen war, prägten in einer anderen Version klassische Rundinstrumente das Bild. Ob dies reichte, den verschiedenen Ausführungen einen eigenen Charakter zu geben, sei dahingestellt. Heute jedenfalls wird mehr Aufwand betrieben, einen Seat vom Skoda und vom Volkswagen oder Audi abzusetzen, auch wenn die Technik unter dem Blech weitgehend standardisiert ist.


























