Betrugsmasche, um Oldtimerverkäufern Geld aus der Tasche zu ziehen
Leider zieht der nach wie vor pulsierende Oldtimerhandel auch zwielichtige Gestalten und Betrüger an. Ein Leser orientierte uns über eine besonders perfide Betrugsmasche, die folgendermassen funktioniert:
Autobesitzer A bietet seinen Wagen, ein amerikanisches Fabrikat, an. Interessent B meldet sich per EMail und zeigt Interesse am Auto. B verlangt weitere Unterlagen, erklärt aber, dass er den Wagen nicht anschauen kommen könne, da im Ausland.
B ist bereit, das Auto ungesehen zu kaufen und bringt eine Transportfirma (zamoratrans.com) ins Spiel. Diese könne nur vom Verkäufer A beauftragt werden. Interessent B bittet nun A, die inzwischen durch die Transportfirma berechneten Überführungskosten in den Gesamtpreis einzurechnen. B werde den Gesamtpreis an die Transportfirma überweisen (also inkl. Überführungskosten) und bei der Abholung werde das Geld bar übergeben (durch die Transportfirma). A scheint dies ein sinnvolles Vorgehen zu sein und er überweist EUR 800 an die Transportfirma, die im übrigen über eine seriös wirkende Internetseite verfügt. Bereits vorher hat Interesse B bestätigt, dass der Kaufpreis an die Transportfirma überwiesen worden sei, zudem wurde A ein ADAC-Kaufvertrag unterschrieben als PDF zugestellt.
Nach der Überweisung der Transportkosten sind weder Interessent noch Transportfirma noch zu kontaktieren. Die ganze Kommunikation lief immer per Email, aber nun reagieren weder B noch die Transportfirma auf weitere Anfragen. Das Geld ist verloren.
Hätte man den Betrugsversuch frühzeitig erkennen können? Im Rahmen der Kommunikation fällt auf, dass die Betrüger einige Fehler machten, indem sie z.B. plötzlich von einem Motorrad anstatt von einem Automobil sprachen in den Emails (Copy&Paste-Fehler?). Zudem ist die Sprache teilweise sehr holprig. Der Kaufvertrag wurde offensichtlich mehrfach mit der exakt gleichen Unterschrift (einkopiert) versehen. Die Überweisung hatte zwar an bekannte Banken, aber an Kontoinhaber mit ändernden Namen und ohne Firmenangabe zu erfolgen. Es gab nie eine Möglichkeit, telefonisch mit dem potentiellen Käufer und der Transportfirma in Kontakt zu treten. Vor allem aber muss es einen stutzig machen, wenn jemand ein altes Auto ungesehen und per Vorauskasse kaufen will.
Es ist aber auch verständlich, dass man auf diese Masche hereinfallen kann, denn schliesslich gibt man sein Auto nur gegen Bargeld ab und sogar zum verlangten Preis. Das tönt unkompliziert und auf den ersten Blick risikolos. Aber eben, es ist ein Betrugsversuch.
P.S. Das obige Bild hat mit diesem Betrugsfall natürlich nichts zu tun. Unser Leser ist im Übrigen auch nicht als einziger auf diese Betrugsmasche hereingefallen, im Internet sind weitere Fälle beschrieben.


























