Warum Klassiker immer jünger werden
Vor einigen Jahren musste ein Auto noch mindestens 30, lieber aber 40 oder 50 Jahre alt werden, bis es ein richtiger Klassiker war. Mit der zunehmenden Beliebtheit der Youngtimer, also Fahrzeuge im Alter von 20 bis 30 Jahren, gewöhnte man sich daran, dass ein Klassiker durchaus auch etwas jünger sein darf.
Ein gutes Beispiel ist der Porsche 993, der heute zwischen 21 und 26 Jahren alt ist, sich aber definitiv wie ein klassisches Automobil anfühlt. Da darf noch (meist) von Hand geschaltet werden, die Elektronik greift kaum ein und die Lenkung wird noch durch eine sanfte Servopumpe unterstützt. Auch die Geräuschkulisse aus dem Heck ist – dank Luftkühlung – noch so wie früher.
Aber selbst der Nachfolger 996 erfüllt noch entlang fast aller Kriterien die Ansprüche, die man heute an einen Klassiker hat. Und dabei sind die jüngsten Modelle noch keine 20 Jahre alt.
Ähnlich liegt der Fall etwa bei einem BMW Z8 oder bei anderen bis in die frühen 2000-er-Jahre gebauten Sportwagen.
Mit den Neoklassikern sprengt man den Zeithorizont sowieso, diese dürfen sogar noch jünger als zehn Jahre sein. Hauptsache sie sind besonders und taugen als Klassiker der Zukunft.
Es hat aber durchaus gute Gründe, warum junge Klassiker immer beliebter werden. Sie erlauben meist noch das unverfälschte Fahrgefühl der Vergangenheit, lassen sich aber ohne grössere Einschränkungen auf unseren modernen Strassen fahren. Und darum geht es doch! Man möchte noch richtig selber autofahren und nicht von einem Stauassistenten oder Abstandstempomaten bevormundet werden, die Gänge wechseln, wenn man es für richtig hält, den Motor nach eigenem Willen starten und abschalten. Dies muss ja nicht unbedingt gleichzeitig heissen, dass man den Motor mit der Kurbel anwerfen möchte oder die Zündung von Hand verstellen will.
Mit der Zunahme von Elektorautos im Alltagsverkehr wird dieser Trend zum jugendlichen Klassiker wohl eher noch zunehmen ...


























