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Auf Besuch bei Zwischengas - Praga Piccolo

Bruno von Rotz - 09.06.2018

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Praga Piccolo von 1939

Zwischengas-Leser Thomas besuchte uns gestern mit seinem Praga Piccolo, einem sehr hübschen Zweitürer aus dem Jahr 1939.

Praga Piccolo von 1938

Bei seiner Präsentation am Genfer Autosalon schrieb die Automobil Revue im Februar 1938 :
“Im Mittelpunkt des Interesses steht bei dieser bekannten tschechischen Marke eine Neuschöpfung, die unter dem Namen Piccolo auif dem Automarkt erscheint. Schon am Prager Auto-Salon munkelte man sich in unterrichteten Kreisen was davon. Jetzt ist er da, der neue Vollschwingachser 'mit der eleganten Karosserie, der mit seinem Motor von 6,5 PS in der Mitte liegt zwischen dem Praga Baby mit seinen 5 PS – übrigens gleichfalls ein Vollschwingachser – und der Praga Lady mit ihren 8 PS. Der Rahmen des neuen Modells ist als Zentralkastenträger ausgebildet, der sich, wie beim Baby, vorn und hinten gabelt, um Motor und Differentialgehäuse aufzunehmen.“

Der Praga Piccolo verfügt über eine elegante Karosserie, der man den Einfluss der Aerodynamik-Pioniere von Chrysler, Fiat oder Tatra sehr wohl ansieht. Das Exemplar von Thomas wurde zwar restauriert, hat aber zumindest den originalen Dachhimmel behalten.

Praga Piccolo (1939) - Leerlauf

Dank einer Motorrevision läuft der kleine Vierzylinder tadellos. Auf jeden Fall schnell genug für originalen Seilzug-Trommelbremsen.

Thomas hat den Piccolo liebevoll hergerichtet, sogar neue Sitzbezüge nähte er eigenhändig im Rahmen der Arbeiten.

Alleine das wohl noch aus damaliger Zeit stammende Reserverad mit einem Reifen von Barum ist etwas Besonderes.

Praga Piccolo von 1939 - Reserverad Barum

Auf den vier arbeitenden Rädern sind heute allerdings keine Barum, sondern Michelin-Reifen aufgezogen. Barum entstand übrigens 1948 aus dem Zusammenschluss der drei tschechischen Reifenhersteller Bata, Rubena and Mitas.

Praga Piccolo von 1939 - Emblem

Praga selber übrigens fertigte zwischen 1910 und 1948 Automobile , am erfolgreichsten in den Zwanziger- und Dreissigerjahren, als man durchaus volkstümliche Fahrzeuge mit fortschrittlicher Technik anbieten konnte. Der zweite Weltkrieg markierte eine Zäsur und nach dem Krieg wurden nur noch Lastwagen fabriziert.

Wäre die Geschichte anders verlaufen, würde heute vielleicht Praga und nicht Skoda zum Volkswagen-Konzern gehören. Die Firma hat allerdings überlebt und ab den Neunzigerjahren wurden sogar Enduro-Motorräder produziert. Aktuell entstehen sogar wieder Autos im Stil eines Radical bei Praga.

Praga Piccolo von 1939 - Typenschild

Wir jedenfalls freuten uns sehr über den Besuch des kompakten Fahrzeugs. Der Praga Piccolo verfügte bei einer Spurbreite von 1180/1240 mm über einen Radstand von 2625 mm. Der wassergekühlte Vierzylindermotor schöpfte aus 1128 cm3 bei rund 3200 Umdrehungen 28 PS. Damit hält sich das Risiko für Geschwindigkeitsbussen zumindest ausserorts in engen Grenzen.

Praga Piccolo von 1939 - mit Besitzer Thomas (links)

Man müsse schon sehr vorausschauend fahren, meinte Thomas beim Abschied noch, schliesslich lasse sich die mögliche Verzögerung in keiner Weise mit modernen Automobilen vergleichen, die leider halt oft wenig Rücksicht nähmen auf den rüstigen Veteranen.

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