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Währungen und Wechselkurse und deren Einflüsse auf Oldtimerpreise

Bruno von Rotz - 08.07.2011

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Wechselkursschwankungen Euro-CHF von 1990-2011

Wir nehmen es im Alltag vermutlich nur eingeschränkt wahr, aber über längere Zeit verändern sich Währungsparitäten drastisch. Da viele Oldtimer-Besitzer einen Teil ihres Vermögens in ihre Fahrzeuge investiert haben, stellt sich natürlich die Frage, was die Auswirkung von Währungsschwankungen auf Oldtimerpreise ist.

Wechselkursschwankungen zwischen USD und Euro von 1990 bis 2011

Wir müssen in diesem Zusammenhang drei Einflussgrössen betrachten:

  • Wie flüssig ist der Markt regional und überregional?
  • Wie gross sind allfällige Handelshemmnisse und gesetzliche Einschränkungen mit Auswirkung auf die Handelbarkeit von Fahrzeugen?
  • Wie hoch ist der Preis eines Fahrzeugs?
  • Wie entwickeln sich die Währungen gegeneinander?

Betrachten wir diese Einflussgrössen ein wenig genauer. Wir sprechen im Oldtimer-Umfeld nicht von einem beliebig globalisierten Markt. Während mancher Fahrzeugtyp  wirklich in grösseren Mengen in allen relevanten Märkten gehandelt werden, als Beispiel könnte ein MG A oder ein Mercedes-Benz 300 SL W198 herangezogen werden, gelangen andere Fahrzeuge nur in stark beschränkter Menge und typischerweise nur in wenigen Märkten in den Verkauf, Beispiele hierfür könnten ein Glaspar G2 (USA) oder ein Ferrari 208 GTB (Italien) sein. Nur lokal erhältliche Fahrzeuge werden sich preislich, aus Sicht des lokalen Marktteilnehmer, kaum verändern, wenn Währungsparitäten sich verschieben. Global verfügbare Fahrzeuge müssten aber nach der Logik von Angebot und Nachfrage günstiger oder teurer werden, je nachdem wie sich Währungen gegeneinander verschieben.

Die Handelbarkeit von Fahrzeugen hängt nicht zuletzt davon ab, wie einfach man das Kaufobjekt von einem Land ins nächste verschieben kann. So ist zum Beispiel die Einfuhr von Fahrzeugen mit Jahrgang 1982 und später in die Schweiz durch lokale Lärm- und Abgasgesetzgebungen erschwert, während Fahrzeuge vor 1960 im Normalfall kein Problem darstellen dürften. Viele Länder entschieden sich irgendwann für einen gesetzgeberischen Alleingang, man denke nur an die Crash- und Stossstangen-Normen in den USA, die in den Siebzigerjahren und später die Autos verunstalteten. Wenn aber Fahrzeuge nicht global in identischer Ausführung verkauft wurden und lokale Einschränkungen bestehen, wird die Durchgängigkeit global/überregional eingeschränkt. Ein weiteres Handelshemmnis kann auch die fehlende Verfügbarkeit von Werkstätten-Kenntnissen und -Infrastruktur sein.

Wird ein Fahrzeug von einem Land ins andere und damit von einer Währungsregion in eine andere verschoben, dann fallen eine Reihe von Kosten an: Transportkosten, Versicherungen, Zoll, Steuern, Abwicklungskosten, Anpassung an lokale Gesetzgebungen, usw.. Als interessantes Beispiel kann hier erwähnt werden, dass man ein Fahrzeug in Deutschland oder in den USA ohne Handbremse für den Einsatz auf der Strasse zulassen kann, während in der Schweiz eine Handbremse zwingend erforderlich ist. Ein Teil dieser Transaktions-Zusatzkosten sind (fast) fix, so kostet der Transport eines Fahrzeugs aus den USA nach Europa im Container unabhängig vom Wert immer rund USD 2’500 bis 6’000. Versicherungen und Steuern andererseits sind wertabhängig. Daraus lässt sich ableiten, dass sehr billige Fahrzeuge weniger attraktiv sind für grosse Verschiebungen, da die fixen Anteile dann besonders stark ins Gewicht fallen. Rund 10 bis 20% des Wertes kann beim Export/Import als Kosten anfallen und alleine die nicht wert-abhängigen Anteile können schnell über 5’000 Euro oder Franken ausmachen, damit müssen Wertdifferenzen wegen Währungsschwankungen schon beträchtlich sein, um ausser Landes zu gehen.

Währungen haben sich gegeneinander stärker verschoben, als wir dies tagtäglich wahrnehmen. Wenn zum Beispiel 1 britisches Pfund um 2000 rund 1.7 Euro kostete, liegt der Wert heute bei ca. 1.1 Euro. 1 USD kostete um 2000 rund 1.80 Franken, heute wechselt man für 0.85 Franken. Und selbst wenn wir geringere Zeiträume anschauen, sehen wir Verschiebungen von 30 und 40%. Dies kann nicht ohne Auswirkung auf die Preise bleiben.

Wechselkursschwankungen zwischen dem Britischen Pfund und dem Schweizer Franken von 1990 bis 2011

Die Effekte der oben diskutierten Einflüsse lassen sich nun aus unterschiedlichen Perspektiven beschreiben. Als Deutscher oder als Schweizer ist es für den Käufer günstiger geworden, einen Wagen in den USA oder in England zu erwerben. Gleichzeitig ist aber das Fahrzeug, das ein Sammler bereits besitzt, insgesamt vermutlich im Wert gesunken, weil Käufer aus Grossbritannien oder aus den USA weniger in der relevanten lokalen Währung zahlen würden. Explizit feststellen wird man diese Differenzen natürlich erst dann, wenn wirklich gekauft oder verkauft wird. Und viele Besitzer werden dann halt entscheiden, sich nicht vom Fahrzeug zu trennen, wenn niemand den geforderten Preis (typischerweise in lokaler Währung) bezahlen will.

Wechselkursschwankungen zwischen dem amerikanischen Dollar und dem Schweizer Franken von 1990 bis 2011

Der enorme Wertzuwachs des Schweizer Franken gegenüber fast allen anderen Währungen über die letzten Jahre hat auf den Gesamtmarkt nur einen beschränkten Einfluss, weil die Menge der gehandelten Fahrzeuge aufgrund der Grösse der Schweiz nicht sehr gross ist, Fahrzeugbesitzer in der Schweiz werden die Nachteile aber speziell dann spüren, wenn sie ein Auto international an den Mann bringen wollen. Dafür können Schweizer sich aktuell auf dem Weltmarkt günstig mit Oldtimern eindecken, was sich natürlich auch auf den lokalen Markt wieder auswirken kann, weil dann ja zum Beispiel “günstige” MG A oder Porsche 356 in den Verkauf gelangen.

Wechselkursentwicklung zwischen dem britischen Pfund und dem Euro von 1990 bis 2011

Anmerkung: Die Charts lesen sich wie folgt: Für eine Einheit der Währung 1 (z.B. GBP, für britisches Pfund) zahlt man in Währung 2 (z.B. EUR, für Euro) den Betrag, der auf der vertikalen Achse steht. Die horizontale Achse stellt die Zeit dar, beginnend mit 1990, endend mit 2011.

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