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Als Rennfahrer noch am sprichwörtlichen Hungertuch nagten - Episode aus dem Leben von Jo Siffert

André Dubs - 25.07.2011

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Seitenwagengespanne am Solitude Revival 2011

Das zeitliche Zusammentreffen vom kürzlichen 75. Geburtstag von Jo Siffert, seinem sich im kommenden Herbst zum 40. Mal wiederholenden Todestag und das am Wochende vom 23. - 24 Juli über die Bühne gegangene Solitude Revival veranlassen mich, eine Episode aus den absoluten Anfängen von Jo Sifferts Rennkarriere niederzuschreiben ...

Mein Freund und Erzähler dieses authentischen Geschehens, der heute 84jährige Fritz Häfeli aus Seengen, war bereits als Junge an allem, was mit Rennmotorrädern zu tun hatte, brennend interessiert. Als es darum ging, dem Seitenwagenfahrer Edgar Strub aus Olten, dessen von Dr. Wander (Ovomaltine) als Unfallwagen gekauften Amerikaner-Stationswagen wieder herzurichten, stiess zweimal wöchentlich ein gewisser Josef aus Fribourg als tatkräftige Hilfe zu Edgar und Fritz.dazu.  Die Fahrt zwischen Fribourg und Olten absolvierte der 16-jährige Karrosseriespengler-Lehrling jeweils mit einer 350er Maschine, an deren hinterem Koflügel ein selbsgebasteltes Nummernschild befestigt war.

Mitte der 50er Jahre - an das genaue Jahr erinnert sich Fritz Häfeli nicht mehr - meldete Edgar Strub sein Seitenwagengespann für das international ausgeschriebene Solitude Rennen an. Als sein Passagier fungierte niemand anderer als der erwähnte Josef, später besser bekannt unter dem Namen Jo Siffert. Für die Fahrt von Fribourg nach Olten hatte Josef 5 Franken für Benzin von seinen Kollegen geschenkt bekommen. Transportiert wurde das Norton-Gespann mit dem inzwischen reparierten Stationswagen.

Zum Nachtessen im Rennpark des Solitude-Anlasses gab es eine auf dem Spritkocher aufgewärmte Büchse, gefüllt mit weissen Bohnen, sowie für jeden einen halben Servelat (typische relativ kleine Schweizer Wurst). Der Durst wurde mit Tee gestillt.

Das Nachtlager richtete sich das Ehepaar Strub im Wageninneren ein, während Fritz und Josef sich auf dem Dachgepäckträger einnisteten. Gepolstert wurde dieser mit einem in der Glemseckkurve "ausgeliehenen" Strohballen und einer darauf ausgebreiteten “Militärblache”. Als Kopfkissen dienten zwei mit Putzfäden gefüllte Säcke.

Mitten in der Nacht stiess Jo den neben ihm liegenden Fritz in die Seite und erkundigte sich, ob er auch nicht schlafen könne. Dieser gab ihm zur Antwort, er hätte eben darüber nachgedacht, ob er ihm ein Ohr abbeisen solle, dermassen quäle ihn der Hunger. Darauf erwiderte Jo, er selber hätte seit Donnerstag nichts richtiges mehr zwischen den Zähnen gehabt und sei buchstäblich am verhungern. Aus dem Wageninnern ertönte die gehässige Stimme von Edgar Strub, man möge da oben gefälligst  Ruhe geben. Josef bekam von Fritz noch schnell ins Ohr geflüstert, es gäbe ja bald Frühstück!

Dieses bestand dann aus einem halbierten "Gerber-Chäsli", etwas Brot und natürlich wieder Tee.  Das Rennen konnte von Strub/Siffert immerhin auf einem Platz unter den ersten Zehn abgeschlossen werden.

Schliesslich, während der Heimfahrt, auf der Höhe von Balingen, hielt Strub plötzlich an und forderte Fritz Häfeli auf, von einem nahen Baum ein paar Äpfel zu holen. Er hätte diese gute Gelegenheit bereits auf der Hinfahrt wahrgenommen.

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