Die Testequipe der Automobil-Revue transportierte während Jahren von Zeit zu Zeit wertvolle Organe im Auftrag des Berner Inselspitals. Dies liess sich gut mit dem Ziel, möglichst viele Erfahrungswerte mit den Testwagen zu gewinnen, verbinden.
Irgendwann in den Siebzigerjahren kam einer dieser Anrufe. Es lagen zwei Nieren bereit, die schnell und sicher von Bern nach Freiburg im Breisgau transportiert werden sollten.
Es war ein schöner Sonntagabend, der AR-Tester schnappte sich den Lotus Eclat, der gerade zu Prüfzwecken vorhanden war, nahm das Transportgut entgegen und fuhr gemässigt nach Freiburg, wo er die Nieren wohlbehalten ablieferte.
Soweit so gut. Auf der Rückfahrt lockte die freie Autobahn ohne Geschwindigkeits- beschränkungen zum Auskosten der Leistung und der Lotus beschleunigte bis zu seiner Spitzengeschwindigkeit von rund 220 km/h. Plötzlich aber wurde das Coupé langsamer, der Öldruck sank rapide gegen Null - und dann ein lauter Knall aus Richtung Motorraum. Nach einem beherzten Tritt aufs Kupplungspedal und sofortigem Stop auf dem Pannenstreifen wurde der Schaden erkundet. Ein Pleuel sich selbstständig gemacht und "lugte" frech aus dem Motorblock, keine Frage, ein kapitaler Motorschaden!
Das Auto wurde dann an den Zoll geschleppt, wo es der Schweizer Importeur, der ob der Probleme nicht gerade erfreut war, abholen konnte. Der bereits geschriebene Testbericht des Lotus Eclat erschien nie in der Automobil Revue.
Später konnte in Erfahrung gebracht werden, dass die Ölversorgung mit Dauervollgas auf deutschen Autobahnen bei hohen Aussentemperaturen offenbar nicht ausreichend dimensioniert war, was in der Folge verbessert wurde.