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Drei dreifache Formel-1-Weltmeister unter sich

Daniel Reinhard - 30.11.2011

Drei dreifache Weltmeister der Formel 1 - Nelson Piquet, Nicki Lauda und Jackie Stewart

Drei der insgesamt vier dreifachen Weltmeister trafen sich anlässlich des Formel-1-Grand-Prix Brasilien in Sao Paulo. Es fehlte einzig der Australier Jack Brabham (Weltmeister 1959, 1960 und 1966).

Jackie Stewart (Weltmeister 1969, 1971 und 1973) hatte viel Lustiges aus vergangenen Zeiten zu erzählen. Er brachte damit die beiden anderen, Niki Lauda (1975, 1977 und 1984) sowie Nelson Piquet (1981, 1983 und 1987) immer wieder zum Lachen.

Es ist tatsächlich so, dass sich die Formel 1 in den vergangenen Jahren sehr stark verändert hat und sich nur noch wenig abspielt, über das man später wieder derart heftig lachen möchte. In den "guten alten Zeiten" hatten die Piloten unter sich wesentlich mehr Kontakt und zeigten dabei auch immer wieder deutlich ihre positiven oder auch negativen Sympathien für einander. Anhand dieses Bildes zeigt sich wohl aber ganz deutlich, dass sich diese Drei sehr gut verstehen.

 

Werden im Jahr 2013 am Klausen wieder die Motoren dröhnen?

Bruno von Rotz - 29.11.2011

MG Monoposto am Klausenrennen Memorial von 2006

Wer erinnert sich nicht an die Jahre 1993 , 1998 , 2002 und 2006 , als Rennwagen vergangener Jahrzehnte über den Urnerboden auf den Klausenpass hinauf donnerten? Das historische Klausenrennen war in den Jahren 1922 bis 1930 eines der grössten motorsportlichen Ereignisse Europas, die Automobil Revue beispielsweise berichtete teilweise sogar täglich von den Trainings- und Rennläufen.

Alfa Romeo 8C am Klausenrennen im Jahre 1932

2006 fand das letzte Klausenrennen Memorial statt, vier Jahre sollte die Pause zur nächsten Durchführung dauern. Doch 2010 fand kein Rennen statt und auch der Ersatztermin im Jahr 2011 verstrich ungenutzt, weil die Sponsoren fehlten, wie der seit 2006 verantwortliche Fritz Trümpi verlauten liess. Ein Termin für die nächste Durchführung wurde nicht genannt.

Das Klausenrennen darf nicht sterben

“Es kann nicht sein, dass das Klausenrennen stirbt”, sagte sich Karin Gaiser und begann aktiv zu werden. Sie scharte ein kleines Team um sich und begann Überlegungen anzustellen, wie man diesen einmaligen Anlass retten konnte. Verhandlungen mit Trümpi zwecks Übernahme von Markenrechten verliefen zunächst erfolgreich, doch die Gespräche versiegten aus unbekannten Gründen im Sommer 2011. Zu diesem Zeitpunkt hatte Karin Gaiser bereits mit den Regierungen der Kantone Uri und Glarus gesprochen und konnte davon ausgehen, dass sie die Bewilligungen kriegen würde.

Zwei konkurrierende Organisations-Kommittees

Doch Fritz Trümpi entschied sich gegen eine Abgabe und übernahm selber wieder das Zepter, plötzlich gab es zwei konkurrierende Organisationen für das Klausenrennen. Der Disput wurde sogar am Fernsehen ausgetragen, die Regierungen machten sich die Sache einfach und wiesen die beiden Organisations-Komitees an, sich zu einigen, denn Bewilligungen werde es nur eine geben.

Eine Einigung war nicht möglich - die Zeit läuft davon

Wie vorauszusehen war, konnten sich die beiden Komitees nicht einigen, die Kantone verlangten nach Konzepten, weitere Sitzungen fruchteten nicht. Jetzt musste Karin Gaiser die Reissleine ziehen, denn ihr eigener Zeitplan war längst ins Rutschen geraten.

Die Sponsoringgelder müssten nach Meinung der erfahrenen Organisatorin bis spätestens September 2012 für die Veranstaltung im 2013 zugesagt sein. Und für die Verhandlungen brauche es detaillierte Pläne und Konzepte, welche in der Regel erst nach Erhalt der Bewilligung ausgearbeitet werden können. Durch die bereits aufgelaufenen Verzögerungen war der eigene Zeitplan nicht mehr realistisch.

Am 21. November entschied der Verein “Historische Klausenrennen” daher, seine Bewilligungsgesuche zurückzuziehen und dem Glarner OK-Klausenrennen im sportlichen Sinn und Geist den Vortritt zu überlassen.

Alle Augen blicken gebannt nach Glarus

Jetzt lastet der ganze Erwartungsdruck also auf Fritz Trümpi und seiner Organisation. Auf den ersten Blick scheinen diese auch Vollgas zu geben, bereits für 2012 ist gemäss Informationen auf der offiziellen Website ein Prolog geplant und 2013 soll das Bergrennen wiederum wie früher stattfinden, ergänzt um zukunftsweisende Fahrzeuge.

“Wie in den 20er Jahren die ersten Klausenrennen zur Demonstration der Leistungsfähigkeit der damaligen Fahrzeuge dienten, so soll das nächste  Klausenrennen diesen Innovationsgeist aufnehmen. Neu werden neben den historischen Rennboliden in eigenen Kategorien Fahrzeuge mit neuen Antriebstechnologien an den Start gehen”, ist auf der Veranstaltungs-Website zu lesen. Ob wohl diese neue Form beim Publikum ankommt? Hauptsache die alten Boliden fahren wieder, werden viele Fans denken ...

Impressionen vom Klausenrennen Memorial 2006 - Rennwagen donnert über den Urnerboden

 

Die Autowelt verliert einen Magier der italienischen Karosseriebaukunst - Sergio Scaglietti

Stefan Fritschi und Daniel Reinhard - 28.11.2011

Ferrari 250 GTO von 1961

Sergio Scaglietti erblickte das Licht der Welt in Mailand am 9. Januar 1920. Bereits im Alter von dreizehn Jahren verlor er seinen Vater und musste fortan die Familie miternähren. In einer Werkstatt erlernte er deshalb das Handwerk des Karosseriebauers. Weil Scaglietti diese Kunst bald in höchster Vollendung beherrschte und die Arbeitsstätte nicht weit vom Eingang von Enzo Ferraris Automanufaktur in Modena lag, wurden ihm auch beschädigte Ferrari zur Reparatur anvertraut. Die Legende sagt, dass die Autos danach besser ausgesehen hätten als vorher.

Ferrari 410 America von Scaglietti

Ferrari’s Sohn Dino brachte ihm deshalb einen 166 MM zur Überarbeitung vorbei, der zum Vorläufer vieler berühmten Renn- und Sportwagen mit dem „Cavallino Rampante“ werden sollte. Scaglietti und Ferrari waren somit seit den Anfangstagen der Scuderia eng miteinander verbunden. Die 1951 gegründete Carrozzeria Scaglietti lieferte Meisterwerke wie den Monza Spider Scaglietti und 500 Mondial von 1954 oder die 250 GT California, GTO oder Testa Rossa Ende der 50er und anfangs der 60er Jahre.

Ferrari Testa Rossa von 1959

Um den Testa Rossa kursiert der Mythos, dass die berühmte Modellbezeichung durch ein Missgeschick entstand. Während der Produktion des Prototyps ging die schwarze Farbe für die Motoren aus, und Scaglietti musste mit Enzo Ferrari Rücksprache halten, was in dieser Situation zu tun sei. Der fragte, welche andere Farbe denn noch vorhanden sei? Die Antwort war „Rot“. Der Commendatore meinte darauf: „Dann lackiert den Motor halt rot und nennt das Auto „Testa Rossa“!“

Legendärer Magier der Karosseriebaukunst

Legendär waren auch Scagliettis Fähigkeiten, nur mit seinem gut geschulten Auge und einem Hammer einen Kotflügel über einen Sandsack oder ein Stück Holz zu dengeln. Für viele Autos hatte er die Idee einfach im Kopf, und sie wurde ohne Papier und Bleistift direkt in Stahl und Eisen respektive Aluminium umgesetzt. Ein Beispiel dafür wären die Chevrolet Corvette Scaglietti , die um 1960 entstanden.

Chevrolet Corvette Scaglietti - fotografiert von Marty Goddard

Die Carrozzeria Scaglietti wurde in den 70er Jahren bei Ferrari und damit später auch in den Fiat-Konzern intergriert und baut bis heute Karosserien. Weil Sergio Scaglietti zweifellos ein wichtiger Baustein des Mythos Ferrari war, ehrte man ihn im Jahr 2004, indem der neue Ferrari 612 den Beinamen Scaglietti bekam.

Sergio Scaglietti zog sich Mitte der 80er Jahre aus dem aktiven Geschäft zurück und verstarb am 20. November 2011 in Modena im Alter von 91 Jahren.

 

Chopard für den Mechaniker

Daniel Reinhard - 27.11.2011

Uhr an der Mille Miglia 2006

An der Mille Miglia bekommt ja bekanntlich jedes Teilnehmer-Team eine einmalige Chopard-Uhr. Jährlich ändert sich das Design der Uhr und so erinnert jede Uhr an ein bestimmtes Jahr der Teilnahme.
Bestimmt gibt es unter den Startern einige, die mit ihrer Teilnahme die Vervollständigung ihrer Chopard Uhrensammlung anpeilen. Andere verschenken sie zum Dank an ihren Beifahrer, ihre Partnerin oder ihren Mechaniker.

Die junge Dame auf dem Foto war aber sicher nicht der Mechaniker im Team. Der Mercedes Ponton verhinderte mit seinem Defekt, direkt hinter meinem geparkten BMW unsere Weiterfahrt. Zum Glück sass bei mir ein *Cheftechniker“ mit im Auto, sodass die beiden (Ponton-Pilot und mein Freund) die Spritzufuhr in Kürze von ihrer Embolie befreien konnten. Der Mercedes konnte so wieder weiterfahren und auch wir waren deblockiert.

 

Der grosse Hans Stuck und der kleine Automobilkonstrukteur Emil Enzmann

Bruno von Rotz - 26.11.2011

Dr. Emil Enzmann (Mitte), Franco Sbarro (links) und Frank Rinderknecht (rechts)

Heute feiert Landarzt Dr. Emil Enzmann (im Bild in der Mitte zwischen Franco Sbarro und Frank Rinderknecht) seinen 90. Geburtstag, wir gratulieren recht herzlich!

Wir haben über die letzten Tage umfangreich über den bekannten Schweizer Automobilbauer Emil Enzmann und über sein populärstes Werk Enzmann 506 berichtet. Heute aber soll eine weniger bekannte und frühere Episode aus dem Leben Emil Enzmanns das Thema sein. Wir blicken zurück ins Jahr 1932 und lassen Paula Stuck berichten (nacherzählt auf der Basis eines Berichtes, der in der Zeitschrift “Sport-Illustrierte” erschien):

Wir hatten eine Reifenpanne in Schüpfheim, einige Kilometer von Luzern. Während wir die Räder wechseln, gesellt sich ein kleiner elfjähriger Bub zu uns und begann von sich aus eine Unterhaltung.
“Das ist doch der 12-Zylinder? Warum hat der bloss keinen Schnellgang? Ich persönlich halte vom Achtzylinder mehr. Neulich fuhr ich ein Modell mit Vorderradantrieb. Aber der ist unbedingt überholt ....”
Wir horchten gespannt auf und mein Mann (Hans Stuck) begann eine Konversation mit ihm.

“Ach, SIE kenne ich längst”, meinte der Kleine und guckte unter die Haube. “Es ist Zeit, dass Sie wieder mit dem Rennfahren anfangen. Wann wird denn Ihre Porsche-Kiste fertig?”

Natürlich waren wir sehr verwundert. In Schüpfheim ein elfjähriger Knabe, der wie ein Mechaniker spricht? Ein Wort ergab das andere und schliesslich lud er uns ein, seine eigenen Konstruktionen zu besichtigen.

Seinem Vater gehörte das Hotel Adler und eine grosse Garage dazu. Im breiten Esssaal hingen in einer Vitrine viele Schiesspreise, Fussballbecher und Pokale von Autorennen. Der Sohn hatte die Passionen also vom Vater geerbt - in erster Linie aber die Leidenschaft für das Auto. Und nun führte uns der kleine Emil Enzmann in sein Zimmer und zeigte stolz auf eine ganze Wand von Zeichnungen.

Zeichung von Emil Enzmann, im Alter von ca. 11 Jahren gemacht

Die Sechzehnzylinder liefen nur so ineinander. Ja, sogar ein 32-Zylinder war darunter, den Emil aber für zu kompliziert im Gebrauch hielt. Motoren und Getriebe in V-Form, 4- und 5-Gang-Getriebe - alles, was ein Autoherz begehrte. Und mein Mann und Emil versanken in eifrigen Debatten. Hans notierte, was Emil meinte und Emil lauschte gespannt den Ansichten des Rennfahrers.

Stunde um Stunde verging, schliesslich schenkte uns Emil zum Abschied noch drei Originalkonstruktionszeichnungen. (Zwei von diesen sollten später in Fachblättern erscheinen!)

“Und wenn ich erst mal 15 Jahre alt bin, nicht wahr Herr Stuck, dann werde ich ihre rechte Hand”, bat Emil treuherzig.
“Wenn Du erst mal 15 Jahre bist, dann werde ICH Deine rechte Hand”, antwortete der grosse Hans und auch damit konnte sich Klein-Emil einverstanden erklären.

Hans Stuck mit Freundin Paula Reznicek

Später (1933) bedankten sich Paul und Hans Stuck mit einer Ansichtskarte, an der Klein-Emil sicher viel Freude hatte.

Karte von Stuck an Emil Enzmann im Jahre 1933

Unglaublich, aber wahr! Woher Klein-Emil nur all dieses Wissen hatte? Vielleicht aus der Automobil Revue, die er bis heute gerne wöchentlich liest ....

 

Alfa Romeu made in Brasil

Daniel Reinhard - 25.11.2011

Alfa Romeu FNM-JK 2000 von 1968

Der Alfa Romeu FNM-JK 2000 ist ein brasilianischer Lizenzbau. Die Autos wurden von 1960 – 1973 in einem staatlichen Werk gebaut.

Alfa Romeu FNM-JK 2000 von 1968 - Interieur

Die viertürige Limousine sieht man wohl nicht jeden Tag. Ich hatte gestern das Glück ein wunderschön restauriertes Exemplar inmitten von Sao Paulo zu entdecken. Leider war nur gerade mein Mobiltelefon zur Hand, um das seltene fotografisch zu verewigen. Wenn wir dem Parkplatzwächter Glauben schenken können, sollen davon nämlich nur noch elf Stück existieren.

Alfa Romeu FNM-JK 2000 von 1968 - Heckleuchte

PS: In portugiesisch schreibt man nicht Alfa Romeo, sondern Alfa Romeu!

Alfa Romeu FNM-JK 2000 von 1968 - Kühlergrill und Markenemblem

 

Welche Autos taugen als Investitionsobjekte - Perspektive aus dem Jahr 1982

Bruno von Rotz - 24.11.2011

Triumph TR 7

In der Nr. 21/1982 versuchte sich die Automobil Revue am 20. Mai 1982 als Orakel. Sie schlug einige Fahrzeuge vor, die sich als gute Investitionen entpuppen könnten. Natürlich machte der Autor des Artikels klar, dass alles Spekulation sei, aber eben, er produzierte folgende Liste potentieller Wertgewinner:

  • Triumph TR 7 (vor allem Cabriolet)
  • MG B (Coupé wie Cabriolet)
  • Jaguar XJ Coupé
  • Jensen Healey
  • Lancia Fulvia Coupé
  • Fiat 850 Sport Spider
  • Opel GT
  • BMW-Coupé-Vorgänger der Reihe 6 (als 3,0 CS/L, etc.)
  • NSU TT
  • NSU Ro 80
  • Chevrolet Camaro
  • Pontiac Firebird
  • Ford Mustang Cabriolets
  • Alpine-Renault A 110
  • Citroën SM
  • Matra 530
  • Volvo P 1800 S

Nun ganz falsch lag er mit dieser Liste nicht, doch ausser dem Alpine A 110 (speziell in den besonders gesuchten Varianten 1600 S und Gordini) hat sich eigentlich keines dieser Fahrzeuge zum “High Flyer” gemausert. Sicher haben gepflegte Fahrzeuge analog zu den aufgeführten ihren Wert zumindest behalten und eine gewisse Wertsteigerung erfahren, aber es war eben nur die Alpine, die um Faktoren (ca. 4-6) zulegen konnte, also eines von 17 vorgeschlagenen Investitionsobjekten.

Deshalb sei hier auch noch der zusätzliche Kommentar des Autoren wiedergegeben:
“All diesen nur als Beispiele erwähnten Modellen ist gemeinsam, dass sie heute noch in «genügender» Zahl vorhanden sind und daher weitgehend im Bereich zwischen Occasion und Sammelstück schweben. Ausschlaggebend dafür, welcher Seite sie zuzurechnen sind, ist aber schliesslich ihr Zustand: Es kann nicht genug unterstrichen werden, dass nur hervorragend und originalgetreu erhaltene, rostfreie Oldtimer Aussicht auf früheren oder späteren Wertzuwachs haben.”

Zumindest mit dieser Betrachtung lag er richtig. Und es muss auch gesagt werden, dass heute, fast 30 Jahre später, kaum mehr eines der aufgeführten Beispiele im Gebrauchtwagensegment zu finden ist.

 

Rückfall in die Urzeit des Motorsport? Das Schotterbergrennen Realp-Rotondo von 1981

Bernhard Brägger - 23.11.2011

Philippe Carron auf Porsche 911 SC im Jahre 1981 beim Schotterbergrennen Relp-Rotondo (Foto Reinhard)

Ein Bergrennen auf einer Naturstrasse – eine verrückte Idee oder der Rückfall in die Urzeit des Motorsportes? Nein. Warum sollten sich Rallyefahrer, die Spezialprüfungen auf Kies, Schotter und Sand lieben, nicht einmal an einem Bergrennen auf echtem Urner-Granit messen.  So geschehen am 11. Juli 1981 auf der Bergstrecke von Realp nach der Rotondohütte  zuoberst im Urserental. 

Streckenplan Schotterbergrennen Realp-Rotondo 1981

Nachdem 1981 die Walliser Kantonspolizei zwei Spezialprüfungen am Furka- und Nufenenpass des zur Schweizer Rallye-Meisterschaft zählenden Gotthard-Rallye - das ehemalige Urner Rallye -  verweigerte und sich keine geeigneten  Ersatzstrecken finden liessen, entschloss sich das Organisationskomitee kurzfristig, ein Schotterbergrennen auf der sechs Kilometer langen Militärstrasse von Realp an den Fuss der Rotondohütte durchzuführen.

Beat Muther auf Opel Kadett GTE beim Schotterbergrennen Realp-Rotondo von 1981

Und sie kamen alle, die damaligen Cracks der Schweizer Rallyeszene: Philippe Carron, Gerhard Möll, Jean Pierre Balmer, Chris Carron, Franco Cattaneo, Roger Krattiger, Herbert Besch und viele andere. Ihnen stellte sich eine ganze Horde Urner entgegen mit dem einzigen Gedanken, die Niederlagen in zahlreichen Staubschlachten am Rallye du Valais oder an der Coppa Liburna auf eigenem Grund und Boden zu rächen. Die Gebrüder Nager, Beat Muther, Felix Strüby oder Kurt Baumann. Allerdings standen sie mit ihren Gruppe-1 Autos gegen all die 2,7-Liter-Porsche, die Gruppe-2 und Gruppe-4 Opel oder die Fiat 131 Abarth zum Voraus auf verlorenem Posten, und dies trotz bester Streckenkenntnissen, herrührend aus den Wiederholungskursen beim Urner-Bataillon 87. Allerdings zu Fuss hinauf zur 2371 Meter hohen Rotondohütte, mit Vollpackung und Sturmgewehr 57! 

Programmheft Schotterbergrennen Realp-Rotondo von 1981

Das Bergrennen zählte zum Toyota-Cup, der allein 23 Fahrerinnen und Fahrer an den Start brachte. Gegen 5’000 Zuschauer verfolgten das spektakuläre Rennen. Trotz abenteuerlichen Drifts auf dem losen Schotter, den hohen Geschwindigkeiten auf den langen Geraden gefolgt von schnellen Kurvenkombinationen oder den exponierten Stellen mit  Aussicht auf tiefer gelegene Alpweiden, verlief das Rennen ohne den geringsten Zwischenfall. Dies wusste auch der Urner Polizeikommandant zu würdigen: „Ich bin beeindruckt vom hohen Können dieser Fahrer“. Es  waren noch aussergewöhnliche Zeiten als die kleine Sektion Uri des ACS den Mut hatte, nebst dem international bekannten Rallye Uri - später umgetauft in Gotthard Rallye – ohne grosses Wenn und Aber solche unkonventionellen Ideen zu  verwirklichen.

Gewonnen wurde das Schotterbergrennen vom Walliser Philippe Carron auf Porsche (2,7-Liter), vor dem damals amtierenden Rallye-Schweizermeister Jean-Pierre Balmer (Opel Ascona 400) und Gerhard Möll (Opel Kadett GTE). Schnellster des Toyota Cups war Beat Lienhard (Toyota 1600).

Ein Jahr später waren  die Walliserbehörden mit der Sperrung des Furkapasses einverstanden. Es kam mitten in der nebligen Nacht zur legendären Spezialprüfung Furkapass – Realp. Abwärts!

 

Ein Jahr Zwischengas (inoffiziell)

Bruno von Rotz - 22.11.2011

Start der Beta Phase am 22. November 2010 - man beachte das alte Logo

Vor genau einem Jahr, am 22. November 2010, sind wir mit der “Beta-Version” von Zwischengas live gegangen - man beachte den Beta-Sticker und eine Vorversion des Logos auf dem Bild oben.

Während der letzten 365 Tage haben wir nicht geruht, über 590 Artikel, über 400 Blog-Einträge, 53 Newsletter, weit über 15’000 Bilder, einige hundert Prospekte und anders geartete Unterlagen publiziert. Gleichzeitig haben wir die Zwischengas-Onlineplattform kontinuierlich funktionell erweitert, unter anderem sind Neupreise, Marktpreise (gestern!), Inserate/Marktplatz, Spezialisten-/Club-Profile, Bildermagie, Bildergeschichten und viele andere Dinge dazugekommen.

Um unseren Lesern diese Tiefe und Breite an Information bieten zu können, ist einiges an Arbeit nötig. Das beginnt mit einsamen Stunden im Archiv, wo Tausende von Fotos und Unterlagen durchgeschaut werden und dann mittels Scanner digitalisiert werden.

Daniel Reinhard bei einer der vielen Foto-Sessions im Jahr 2011

Fahrzeuge wollen ins beste Licht gerückt werden und auch Fahr- oder Mitfahrerfahrungen dürfen nicht zu kurz kommen, denn nur so kann man das Wesen eines Automobils ergründen. Die besten Fotos müssen wiederum ausgewählt und gegebenenfalls nachbearbeitet werden, genau wie auch die digitalisierten Unterlagen.

Bruno von Rotz am Lenkrad eines 'Grossen' Borgwards

Bei rund zwei Dutzend Veranstaltungen in Deutschland, Österreich, England und der Schweiz waren wir in den letzten 365 Tagen vor Ort, haben (fast) live berichtet und fotografisch dokumentiert.

Balz Schreier am Verbessern der Zwischengas-Plattform

Enorm wichtig sind aber auch unsere Helfer und Supporter im Hintergrund, die freischaffenden Mitarbeiter und halt alle Leute, die uns mit Rat, Tat und manchmal auch Fotos, Informationen und historischen Dokumenten unterstützen. Ohne Leute wie Tashi, Martin, Georg, Stefan, Claudio, Bernhard, Rehne, Wolfgang, Geoffrey, Philip, Peter, usw. usw. wären neue Medieninitiativen wie Zwischengas kaum machbar.

Noch wichtiger aber sind Sie, unsere Leser, den ohne Sie würde das ganze Abenteuer ja gar keinen Sinn machen. Vielen Dank für Ihr Vertrauen, Ihr Interesse und Ihre Treue!

Den “offiziellen” ersten Geburtstag werden wir dann am 22. Dezember 2011, kurz vor Weihnachten, feiern. An dem Tage nämlich schlossen wir die Beta-Phase ab und öffneten Zwischengas für die grosse Öffentlichkeit, begleitet und unterstützt von einem grossen Artikel in der Automobil Revue.

Bis dahin wünschen wir - Daniel Reinhard, Balz Schreier und Bruno von Rotz - allen Lesern weiterhin viel Zwischengas!

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Aktuelle Marktpreise/Bewertungen auf Zwischengas

Bruno von Rotz - 21.11.2011

Bewertungen - Zustand 2 versus Zustand 4-5

Eine Dienstleistung, auf die viele Oldtimer- und Youngtimer-Interessierte grossen Wert legen, ist die Bewertung eines Fahrzeugs. Marktpreise sind ein wichtiger Indikator beim Selektieren eines Wunsch-Oldtimers, beim Kauf, aber auch beim Verkauf.

Zwischengas arbeitet bei der Eruierung der Marktpreise mit der bekannten deutschen Classic Data zusammen und kann jetzt für über 30’000 Fahrzeug-/Jahrgang-Kombinationen die Marktpreise für Fahrzeuge im Zustand 1 bis 5 liefern. Als Online-Plattform werden wir diese Marktpreise natürlich regelmässig nachführen, so dass sie den neuesten Trends und Entwicklungen entsprechen.

Markpreise/Bewertung eines Fahrzeugs auf Zwischengas

Die Suche nach Marktpreisen funktioniert genauso, wie auch sonst auf Zwischengas. Einfach Marke und Typ eingeben, allenfalls den Jahrgangsbereich eingrenzen und los geht’s.

Marktpreise, auch wenn noch so genau recherchiert und noch so minutiös nachgeführt, sind immer nur eine Näherung. Ein individuelles Fahrzeug kann je nach Situation, Geschichte, Marktlage oder andersweitigen Umständen beim Verkauf wesentlich weniger oder mehr bringen. Daher sollten Marktpreise als Hilfsmittel und Indikator, nicht als die endgültige Wahrheit genommen werden.

Weitere Erklärungen zu den Zwischengas-Marktpreisen und den verwendeten Zustandsnoten finden sich hier .

Und wer gleich loslegen will, wählt die Marktpreis-Suche unter Menüpunkt “Markt”, dann “Aktuelle Marktpreise”.

Menüaufruf der Marktpreise und Bewertungen auf Zwischengas

Anonyme (nicht registrierte/nicht angemeldete) Zwischengas-Nutzer können nur eine grobe Werteinordnung in Preisbereiche sehen, registrierte Nutzer erhalten eine Preisindikation (ZG-spezifisch gewichtetes Mittel aus den verschiedenen Werten je Zustandsnote), nur Premium-Nutzer haben vollen Zugriff auf die Preisdatenbank und können für alle gespeicherten Fahrzeuge die detaillierten Marktpreise für die Zustände 1 bis 5 sehen.

Marktpreise/Bewertungen je nach Fahrzeugzuständen auf Zwischengas

 

Weitere Blog-Einträge:

Zwischengas publiziert in diesem Blog täglich einen Beitrag seit 2010

Für weitere Einträge verwenden Sie deshalb bitte die Navigation oben links.


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