Nierentransport im Lotus Eclat

“AR-Tester”
30.09.2011

Lotus Eclat von 1976 - Einsatz als Nierentransporter

Die Testequipe der Automobil-Revue transportierte während Jahren von Zeit zu Zeit wertvolle Organe im Auftrag des Berner Inselspitals. Dies liess sich gut mit dem Ziel, möglichst viele Erfahrungswerte mit den Testwagen zu gewinnen, verbinden.

Irgendwann  in den Siebzigerjahren kam einer dieser Anrufe. Es lagen zwei Nieren bereit, die schnell und sicher von Bern nach Freiburg im Breisgau transportiert werden sollten.
Es war ein schöner Sonntagabend, der AR-Tester schnappte sich den Lotus Eclat, der gerade zu  Prüfzwecken vorhanden war,  nahm das Transportgut entgegen und fuhr gemässigt nach Freiburg, wo er die Nieren wohlbehalten ablieferte.

Soweit so gut. Auf der Rückfahrt lockte die freie Autobahn ohne Geschwindigkeits- beschränkungen zum Auskosten der Leistung und der Lotus beschleunigte bis zu seiner Spitzengeschwindigkeit von rund 220 km/h. Plötzlich aber wurde das Coupé langsamer, der Öldruck sank rapide gegen Null  - und dann ein lauter Knall  aus Richtung Motorraum. Nach einem beherzten Tritt aufs Kupplungspedal und sofortigem Stop  auf dem Pannenstreifen wurde der Schaden erkundet. Ein Pleuel sich selbstständig gemacht und "lugte" frech aus dem Motorblock, keine Frage, ein kapitaler Motorschaden

Das Auto wurde dann an den Zoll geschleppt, wo es der Schweizer Importeur, der ob der Probleme nicht gerade erfreut war, abholen konnte. Der bereits geschriebene Testbericht  des Lotus Eclat erschien nie in der Automobil Revue.

Später konnte in Erfahrung gebracht werden, dass die Ölversorgung mit Dauervollgas auf deutschen Autobahnen bei hohen Aussentemperaturen offenbar nicht ausreichend dimensioniert war, was in der Folge verbessert wurde.

von su******
25.01.2020 (19:46)
Antworten
Den Schaden am betreffenden Lotus Eclat habe ich damals miterlebt.Aber die
Berichterstattung stimmt nicht ganz: Der Oelverlust am Motor wurde durch die Gummidichtring der Oelfilters verursacht, der undicht wurde, indem er seitlich hervorquoll. Sowas kommt manchmal vor,wenn z.B. der kalte Motor hochgedreht wird,oder der Oelfilter nicht exakt eingeschraubt wurde.Der Lotus 907-Motor hatte nie Probleme mit der Schmierung, nicht im Jensen Healey, und
auch in den nachfolgenden Lotus Modellen Elite,Eclat,und Esprit. Ich hatte damals 1976 den Ausstellungs-Esprit vom Werk nach Genf zum Salon überführt, da Lotus Liferprobleme hatte. Damals wurde der Oeleinfülldeckel am Motor im Lotus-Werk nicht richtig verschlossen. Auf der Autobahn in Frankreich bemerkte ich einen schwankenden Oeldruck-Anzeiger Nach sofortigem Stopp am Pannenstreifen konnte am Messstab kein Motoroel festgestellt werden., nachts um ca.24.00Uhr. Glücklicherweise sah ich von weitem den hellen Lichtschein einer Raststette. Mit eingeschalteten Pannenblinker und langsamer Fahrt erreichte ich dort die Tankstelle. Dort musste ich fast 5 Liter Motoroel auffüllen, um die Max.-Marke zu erreichen, bei einem Oelinhalt (Nachfüllung) von 5.4 Liter !!! Motoroel. Lotus gewährte auf dieses Fahrzeug eine verlängerte Garantie um eventuelle Schäden abzudecken. Diese traten aber nie auf. Man kann ein Auto eben auch durch Unaufmerksamkeit kaputtfahren. Dies sollte einem Autotester nie passieren !
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