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Zborowsky und die Zigarette

Bernhard Brägger - 20.07.2011

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Zborowsky und die Zigarette

Monza, 24. Oktober 1924: Nachdem Louis Zborowsky in der 43 Runde Benzin getankt und, sich eine Zigarette anzündend, das Rennen wieder, aufgenommen hat, kommt plötzlich die konsternierende Botschaft von seinem Todessturz.

Er hatte eben die kleine, gefährliche Kurve bei Lesmo passiert als, wie an Hand der festgestellten Spuren und nach Aussagen von Augenzeugen sein Mercedes von der Mitte der Bahn weg plötzlich rechts ab gegen die Innenseite der Straße zuschoss, zuerst mit dem rechten Vorderrad auf einen Pfosten aufprallte und, das Drahtgitter durchreißend, ca. 25 Meter weiter an einem Baum zerschellte, Zborowsky trug eine derart schwere Schädelfraktur davon, dass er wenige Minuten später auf dem Wege zum Krankenhaus verschied. Sein Mechaniker Martin wurde aus dem Wagen geschleudert, kam jedoch mit leichteren Verletzungen davon.

Über die Ursachen des Unfalls wurde vorerst durch Bulletins offiziell bekannt gegeben, dass durch plötzliches ungewolltes Funktionieren der Vorderradbremse der Wagen plötzlich nach rechts aus der Bahn abgedreht worden sei, eine Version, die sofort Zweifel hervorrief. Sie wurde denn auch in einer zweiten Meldung dementiert, indem ausdrücklich darauf hingewiesen wurde, dass der Unfall nicht auf ein Versagen der Maschine zurückzuführen sei. Zborowsky habe lediglich, trotz den grössten Anstrengungen, den in der Kurve ins Gleiten gekommene Wagen nicht mehr meistern können.

Nach dem Rennen ließ die Rennleitung verlauten, dass nach verschiedenen Aussagen von Kommissären, die sich an Ort und Stelle befanden, der Unfall darauf zurückzuführen sei, dass Zborowsky, mit dem rechten Arm die fertig gerauchte Zigarette wegwerfend, dem nur noch mit der linken Hand führenden Steuer unwillkürlich einen heftigen Ruck versetzte, der den Wagen nach rechts aus der Richtung abdrehte und zum Gleiten brachte!

P.S. Als einer der wenigen großen Amateurfahrer beteiligte sich Graf Zborowsky nach dem 1. Weltkrieg an fast allen grossen Automobilrennen Europas. Ein Brooklands-Meeting ohne Zborowsky war kaum denkbar. Als Gentlemanfahrer verfügte er über einen grossen Rennwagenpark, von dem der bekannteste Wagen der „Chitty-Bang-Bang“ war, ein Ungetüm gebaut für Geschwindigkeitsrekorde.

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