Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen eine angenehmere Nutzung zu ermöglichen: Mehr Informationen.
 
Anmelden und profitieren, kostenlos!
alle Bilder grösser, Zugriff auf 1000+ Artikel
 
 
 
Jetzt einloggen oder kostenlos registrieren...
... und viel mehr Fotos und Artikel sehen.
Archivierte Einträge:
 
ZG Events REG Eigenwerbung

Mehr Toleranz und Transparenz - Replicas, Recreations und Modernisierungen

Bruno von Rotz - 03.07.2011

Persönliches Archiv
Sie können nur dann Inhalte dem persönlichen Archiv hinzufügen, wenn Sie angemeldet sind.

Sie haben Benutzername und Passwort?
Dann melden Sie sich an (Login).

Noch kein Benutzername?
Die Registrierung ist kostenlos und dauert höchstens eine Minute.

Ford GT 40 beim GP Mutschellen 2008

Ein heisses Thema in der Oldtimer-Szene sind “Replicas”, “Recreations” und teilweise auch die “Specials”. Schon alleine die Begriffe sind nicht immer ganz eindeutig.

Ford GT 40 bei einem Oldtimertreffen 2005

Eine Replica ist üblicherweise ein Fahrzeug, das einem Original nachempfunden worden ist und sich von diesem möglichst wenig unterscheiden sollte. Als Recreation wird die Neuentstehung eines klassischen Fahrzeugs bezeichnet, hier sollten normalerweise nur minimalste Unterschiede zum Original bestehen (die Engländer sprechen dann oft auch von “toolroom copy”). Auch sogenannte “Continuation Cars” (also die späterere Fortsetzung einer Serie) könnte man zu den Recreations zählen. Soweit so gut, versuchen wir es mal mit ein paar Beispielen:

Vom Bugatti Typ 35 gibt es faszinierend originalgetreue Kopien, unter anderem von PurSang in Argentinien. Selbst Kenner sind nicht immer in der Lage, die Unterschiede zum Original auf Anhieb zu identifizieren. Da könnte man also getrost von einer Recreation sprechen. Es gibt aber auch Bugatti 35 auf VW-Käfer-Basis. Da stimmt kaum etwas mit dem Original überein, wenn man mal von der grundsätzlichen Form und einigen Design-Details absieht. Hier wäre sogar die Begriff Replica zu gross, Nachbau wäre vielleicht eine akzeptable Bezeichnung.

Sbarro GT 40 Replica von 1981

Oder nehmen wir den Ford GT40. Hier gibt es unter anderem den Sbarro GT40 Replica, der auf dem Chassis des de Tomaso Pantera aufbaute. Damit waren bereits Unterschiede in der Konstruktion gegeben, weitere Abweichungen traten in den Massen, in der Motorwahl und im Interieur auf. Eine Recreation ist der Sbarro GT40 also nicht, eine Replica vielleicht schon. Es gibt aber auch GT40-Recreations, also Fahrzeuge, die eine fast identische Kopie des Originals sind. Und wozu wären die Renn-Fahrzeuge zu zählen, die Franco Sbarro zu Beginn der 80-er-Jahre aus Ersatzteilen zusammenbaute?

Jaguar C Type an einem Oldtimer Treffen in der Westschweiz im Jahre 2007

Ein gutes Beispiel für Recreations und Replicas sind auch die Jaguar C-Types (und D-Types). Hier gibt es eine ganze Auswahl von mehr oder weniger originalgetreuen Nachbauten, die besten sind kaum vom Ausgangsprodukt unterscheidbar. Viele dieser Kopien nehmen heute im historischen Rennsport Teil, insbesondere seit dem Zeitpunkt, als die FIA Recreations und Continuation Cars offiziell legalisierte.

Mancher mag die Nase über diese Kopien rümpfen, tatsächlich aber sind sie oftmals ein Segen für die Fans und Zuschauer bei Oldtimer-Anlässen. Denn, wenn die Preise für originale Bugatti und Jaguar C-Typen fast ins unermessliche steigen, die Fahrzeuge sicher in Museen und Tiefgaragen ruhen, geben die Nachbauten doch wenigstens einen Eindruck davon, wie diese Autos früher aussahen und  tönten. Und nicht zuletzt geben Replicas und Recreations auch dem Fan, der nicht über das Portemonnaie eines Multimillionärs verfügt, die Möglichkeit, einen Ford GT40, C-Type oder vielleicht Bugatti 35 zu besitzen und zu fahren.

Und, sind diese (gut gemachten) Recreations nicht mindestens so nahe am Geist der alten Zeit, wie modernisierte Jaguar XK, Mercedes SL R113 oder Ford Mustang, die mit verbessertem Getriebe, optimierten Bremsanlagen, nachgerüsteten Servo-Lenkungen und Klimaanlagen als Oldtimer freudig willkommen geheissen werden bei historischen Anlässen?

Aus unserer Sicht ist das Thema hier “Toleranz” und “Transparenz”. Nachgebaute Fahrzeuge sollten auch als solche deklariert werden und als solche toleriert und geschätzt werden.

Ein Spezialthema in diesem Zusammenhang ist natürlich das H-Kennzeichen, respektive die Veteranen-Zulassung in der Schweiz, aber das soll nicht hier erörtert werden. Auch über “Specials” soll ein anderes Mal gesprochen werden.

Uns würde aber vor allem auch die Meinung unserer Leser zu Replicas und Recreations interessieren ...

Neueste Kommentare

 
 
pu******:
02.02.2014 (12:15)
Ich finde die Vielfalt an Fahrzeugen eigentlich das tolle, und das es für jeden etwas gibt. Wie oben erwähnt hat nicht jeder Auto-Fan finanziell die gleichen Möglichkeiten. Das alle Fan's und Besitzer von Ihren Fahrzeugen gegenüber Anderen Respekt zollen sollten, da Sie ein grundsätzlich Gleiches Hobbie und Freude am Fahrzeug teilen. Die Vielfalt bringt die Abwechslung und macht das Eigene wieder Speziell. Aber ein Fahrzeug alleine macht nicht die Begeisterung der Massen, sondern es ist die Vielfalt und die Persönlichen Vorzüge, die man sich eben auch die meisten auf das eigene Portemonnaie zurechtbiegen müssen. Es ist immer mit einem finanziellen Aufwand verbunden wenn man ein älteres Fahrzeug erhalten und Unterhalten will. So gesehen ist ein altes Fahrzeug immer eine Bereicherung für Alle, sei es ein Originalfahrzeug; ein Rennwagen oder eine Replika oder Recreation; ein Oldtimer oder Youngtimer; ein Bugatti oder ein Döschwo. Ja sogar ob man andere Kategorien wie Dampflock, Flugzeug, Traktor, Auto, Motorrad oder Velo. Alle Zusammen machen die Faszination und Freude an Fahrzeugen, der Fortbewegung, der Geschwindigkeit wahr und vereinen die Freude an der modernen Fortbewegung und Freiheit. Gemeinsam machen das Salz in der Suppe aus und bereiten Allen Freude wenn man Sie erblickt, denn Sie lösen oft Erinnerungen, Emotionen und manchmal auch Faszination in uns Allen aus. Darum bin ich dem Millionär, der einen seltenen Bugatti Hegt und Pflegt und Ihn gelegentlich auf der Strasse bewegt gleich dankbar wie dem Sachbearbeiter der sich mit liebe um seinen Renault R4 kümmert und diesen auf der Strasse hält.

Christoph Müller
Möchten Sie einen Kommentar abgeben?
  • Sie haben bereits einen Benutzernamen für Zwischengas?
    Dann melden Sie sich an (Login).
  • Sie haben noch kein Profil bei Zwischengas? Die Registrierung ist kostenlos und geht ganz schnell.
  •  

    Weitere Blog-Einträge:

    Pantheon Graber Sonderausstellung 2019/2020