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Blick 60 Jahre in die Zukunft - wie sich Autoexperten im Jahre 1937 das Auto im Jahre 2000 vorstellten

Bruno von Rotz - 19.07.2011

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Blick in die Zukunft

In einer Ausgabe der Automobil-Revue aus dem Jahre 1937 wurden die Meinungen französischer Autoexperten zur Zukunft des Autos wiedergegeben. Die Lektüre ist erheiternd und zeigt einmal mehr, wie sehr man sich irren kann. Gleichzeitig bleiben aber gewisse Dinge offenbar immer gleich. Wir geben hier den Originalwortlaut wieder:

Wie wird der Wagen des Jahres 2000 aussehen? Wie wird überhaupt die Entwicklung des Automobilbaues fortschreiten? — Diese Fragen hat eine bekannte französische Wochenschrift an eine Reihe von Prominenten der französischen Automobilindustrie gerichtet, und die Antworten sind, wie zu erwarten war, vielgestaltig, aber interessant ausgefallen.

Lucien Rosengart war vorerst sehr erstaunt, dass man nur auf eine solche Idee kommen könne angesichts des Umstandes, dass heute 10 Jahre so viel bedeuten wie früher ein Jahrhundert. «Ich glaube nicht, dass der aerodynamische Gedanke sich stark weiterentwickeln wird, denn die heutigen Strassen lassen diejenigen Geschwindigkeiten ja doch nicht zu, bei denen die Vorteile des aerodynamischen Prinzips erst in Erscheinung treten können.» Rosengart ist weiter der Ansicht, dass man sehr bald das Benzin zugunsten des Holzgases als Treibstoff verlassen werde. Im übrigen sieht er voraus, dass bis zum Jahre 2000 das Automobil in seiner heutigen Form verschwunden sein wird. An seinen Platz wird eine Kombination zwischen Flugzeug und Auto treten, sobald einmal der Hubschrauber technisch durchkonstruiert sein wird.

Georges de Lavalette, Chef des technischen Versuchsdienstes bei Peugeot, glaubt dagegen nicht an eine Verdrängung des Autos durch das Flugzeug. Allerdings werde der heutige Wagen Veränderungen aufweisen, vor allem unabnützbare Pneus auf unabnützbaren Strassen besitzen. Der Treibstoff wird seiner Meinung nach entweder fest, flüssig, am wahrscheinlichsten aber gasförmig sein. Ganz unabhängig von anderen Fragen werde das Brennstoffproblem stets eine sehr grosse Rolle spielen.

Robert Benoist, Verkaufschef bei Bugatti, glaubt nicht an grosse Veränderungen, weil der Wagen aller Zeiten den Bedürfnissen und Mitteln der Menschen angepasst sein müsse. Weder Benzin noch Elektrizität würden für die Zukunft in Frage kommen, vielmehr eine Art Pastillen, synthetischer Treibstoff in fester Form.

Monsieur Fenestre, von den Simca-Werken, ist überzeugt, dass die Form der Wagen sich immer mehr derjenigen eines Wassertropfens annähern werde als Endentwicklung des aerodynamischen Prinzips. Die Kombination Hubschrauber/Auto erscheint auch hier; dazu ist M. Fenestre der Ansicht, dass man als Treibstoff Elektrizität heranziehen werde, und zwar durch Anwendung der Hertzschen Wellen.

Elektrizität ist auch für den Konstrukteur bei Talbot, Chinetti, die Kraft der Zukunft. Er stellt sich allerdings ein System vor, wie es heute bereits bei den Trolleybus-Betrieben vorhanden ist: eine Stromzuleitung in der Strasse (nicht an einer Oberleitung); von dort her würden dann die Wagen die Ernergie irgendwie abnehmen und in Geschwindigkeit umsetzen.

Louis Bréguet neigt zur Ansicht, dass dem Automobil aller Wahrscheinlichkeit nach eines Tages Flügel wachsen werden. «Die Zukunftsmöglichkeiten der Aviatik» — fügt er bei — «sind übrigens derart gross, dass sie sich früher oder später, auch vom wirtschaftlichen Standpunkt aus, durchsetzen wird. Denn eines ist sicher: welche Verbesserungen man auch an den Strassen anbringen wird, der beste Verkehrsweg wird stets die Luft sein. Trotzdem wird im Jahre 2000 das Auto nicht aufgehört haben zu existieren. Aber es wird zwei Arten von Wagen geben: das Kleinauto, nur wenig verschieden vom heutigen Wagen und bestimmt für den Stadt- und Nahverkehr und als zweiten Typ das Amphibien-Auto, zu dessen Verwirklichung man kommen wird, sobald einmal das Problem des Hubschraubers -zufriedenstellend gelöst ist. Diese Art Fahrzeug würde auf dem Erdboden mit zusammengelegten Flügeln ähnlich einem Autocar unserer Tage verkehren können, würde zum Start ausserhalb der Stadt fahren und seinen Flug beginnen. Ueber die Treibstoff-Frage gab Bréguet nur zögernd Auskunft. Synthetische Stoffe stehen im Vordergrund des Interesses, die Verwendung von Elektrizität sei höchst fraglich.

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