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Ein Mistkäfer mit ganz besonderer Geschichte

Bruno von Rotz
20.10.2020

Stout Scarab von ca. 1939

Es gibt Autos, die fast ein wenig aus der Zeit gefallen zu sein scheinen. Einer davon ist der Stout Scarab, gebaut vom Flugzeugingenieur William B. Stout.

Dieser wollte in den Dreissigerjahren das Automobil neu erfinden, ähnlich wie das Tucker ein paar Jahre später versuchte. Stouts Ziel war es, möglichst viel Raum für die Passagiere zu schaffen und diese bei geringem Geräuschpegel effizient zu befördern. Als Lösungsansatz entstand wohl der erste Mini-Bus in der Grösse eines normalen Autos, aber mit deutlich generöseren Platzverhältnissen.

Um die Windgeräusche einzudämmen, glich die Form der eines Flugzeugs, die Scheiben wurden möglichst so eingepasst, dass der Luftwiderstand gering blieb und sogar auf herkömmliche Türgriffe verzichtete man. Als Motor kam ein Ford-Flathead-V8 zum Einsatz, der im Heck montiert war und die Hinterräder antrieb. Alle Räder waren einzeln aufgehängt. Der Wagen war mit rund 1400 kg verhältnismässig leicht. Entsprechend soll der Scarab den 0-60-Meilen-Sprint in knapp über 15 Sekunden geschafft haben.

Stout Scarab Seitenansicht

Aber soviel Innovation war teuer, der einzeln von Hand hergestellte Scarab (was für Scarabäus, eine Art Mistkäfer steht) kostete rund viermal soviel wie der bereits mondäne Chrysler Airflow . Das konnten sich nur wenige leisten und so war der Scarab ein Spielzeug für die Reichen. Dazu gehörte die Firestones (Reifen), die Wrigleys (Kaugummi), die Dows (Dow Chemical) oder die Sranahans (Champion Zündkerzen).

Und auch US-Präsident Dwight D. Eisenhower soll einen Scarab besessen haben, ausgerüstet mit einem grossen Konferenztisch und genutzt als mobiles Einsatzfahrzeug. Eisenhower schenkte den Wagen später dem französischen Präsidenten Charles De Gaulle. Doch jener Scarab landete irgendwann selber im Mist und diente als Stall für Ziegen. Irgendwann wurde der Wagen, immerhin einer von vermutlich nur neun hergestellten Exemplaren, wieder aufgefunden.

Designer Philippe Charbonneau persönlich kümmerte sich um seine Restaurierung und stellte ihn hinterher in seinem Museum in St. Dizier aus. Insgesamt soll etwa eine Handvoll er “Mistkäfer” überlebt haben.

Wie der Stout Scarab fahrend aussah, zeigt ein historisches Video:

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