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Concept Cars im Laufe der Jahrzehnte

Roger Gloor
07.10.2020

Bertone Carabo von 1968 (© Bertone)

So wie in Süddeutschland Frankfurt und München in stetem Wettbewerb stehen, so rivalisieren in Norditalien die beiden Metropolen Mailand und Turin um Erfolg und Ehre. Während Mailand seit Generationen als ein internationales Zentrum der Mode gilt, schuf sich Turin den Ruf als internationale Hochburg des Autodesigns. Führende Exponenten dieser Fachrichtung waren ab den Fünfzigerjahren die Firmen Pininfarina und Bertone. Zu ihnen gesellte sich ab 1968 die von dem abtrünnig gewordenen Bertone-Chefdesigner Giugiaro gegründete Firma Ital-Design.

Diese drei Unternehmen lieferten Designvorschläge an Automobilhersteller sowohl in Italien wie in Deutschland, Frankreich, England, Japan und den USA. Inzwischen kam Pininfarina unter die Fittiche der indischen Mahinda-Industriegruppe, während Ital-Design vom Volkswagenkonzern übernommen wurde.

Bertone Slalom von 1996 (aus dem Buch "Bertone - Pioniere des Autodesigns"

Bertone ging hingegen 2014 endgültig unter. Dies bewog mich, dieser Firma eine eingehende, systematisch aufgebaute Biografie zu widmen. Ich war während vieler Jahrzehnte bei Bertone – ebenso wie bei Pininfarina und Ital-Design – ein- und ausgegangen, hatte alle Entwicklungen mitverfolgt und konnte die meisten Konzeptstudien Probe fahren.

Die Concept Cars, wie sie ab den Fünfzigerjahren in regelmäβiger Kadenz entstanden, bildeten einen Kernbereich der Autoformenschöpfer von Turin. Sie standen in Parallele zu den Dream-cars der amerikanischen Automobilkonzerne, die in jener Zeit in Detroit ebenfalls mit attraktiven Blickfängen zu einem mehr oder weniger realistischen Blick in die Zukunft verhalfen. Während aber in Amerika Schwung und Wucht im Vordergrund standen, wurde in Turin mehr auf Eleganz und Stil gesetzt.

Bertone BAT 7 von 1954

Bei Bertone entstanden von 1952 bis 2013 nicht weniger als 66 solche futuristische Unikate. Dass für einzelne von ihnen bis zu 24'000 Arbeitsstunden eingesetzt wurden, veranschaulicht den materiellen Wert dieser Konstruktionen. Nebst Aufsehen erregender Form boten sie stets auch innovative technische Lösungen, von denen viele in spätere Serienmodelle einflossen.

Die nun unter dem Titel «Bertone – Pioniere des Autodesigns» veröffentlichte Biographie enthält nebst den Konzeptstudien auch sämtliche bei Bertone entworfenen Serienkarosserien, Prototypen für mögliche Serienwagen sowie weitere Einzelstücke. Insgesamt werden 320 Automodelle in Wort und Bild vorgestellt. Und überdies vermittelt dieses Buch ebenso spannende wie lehrreiche Einblicke in die Automobilgeschichte.

P.S. Zu den drei gezeigten Entwürfen: Der Bertone BAT 7 (letztes Bild) entstand 1954, Designer war Franco Scaglione, die technische Basis lieferte der Alfa Romeo 1900 Sprint. Der Bertone Carabo von 1968 (erstes Bild) zeigt den Zeichenstift von Marcello Gandini auf Basis des Alfa Romeo 33 Stradale. Und den Bertone Slalom von 1996 (mittleres Bild) entwarf Luciano D’Ambrosio auf der Technik des Opel Calibra.

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